Um die Autokrise zu überwinden, muss Daimler ein Kunststück vollbringen: Pfiffige Autos produzieren - und gleichzeitig die Kosten senken.
Grundsätzlich gilt, was Daimler-Chef Dieter Zetsche am Dienstag in der Carl Benz Arena so formuliert: "Das beste Mittel gegen schlechte Zeiten sind gute Produkte - und die haben wir." Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Zetsche sitzt in Stuttgart bei der Bilanzvorlage auf der Bühne neben einem taubenblauen Elektro-Smart mit grünen Scheiben. Der ist zwar eines von den sicherlich guten Produkten, die Zetsche meint, doch die Sache besitzt einen Haken: Daimler hat zwar den Elektro-Smart, aber die Kunden können ihn nicht kaufen. Noch nicht. Erst im Jahr 2010 soll das möglich sein.
"Das beste Mittel gegen schlechte Zeiten sind gute Produkte", sagt Daimler-Chef Zetsche. Doch flippige Kleinwagen fehlen im Konzernsortiment weitgehend. (© Foto: AP)
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Dabei wäre der flippige elektrifizierte Kleinwagen gerade jetzt eine gute Antwort auf die Absatzkrise, in der die Automobilindustrie seit einiger Zeit steckt. Sie begann in Deutschland Anfang 2007 mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer. Sie verschärfte sich durch die Immobilienkrise in den USA, wo etwa BMW normalerweise jedes vierte seiner Autos absetzt.
Weltweit vernetzt
Bis in den Sommer hinein konnten Hersteller wie Porsche und BMW Autos, die sie eigentlich in den USA verkaufen wollten, immer noch in den Mittleren Osten oder nach China umleiten und dort an den Mann bringen. Doch im September wuchs sich die nordamerikanische Immobilien- zur globalen Finanzkrise aus, und seitdem geht nur noch wenig. Selbst den Reichen in den aufstrebenden Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China fehlt das Geld für ein neues Auto. Kaum eine Industrie ist weltweit so vernetzt wie die Hersteller von Kraftfahrzeugen. Was bislang als Vorteil galt, geriet nun zum Nachteil - besonders für die deutschen Konzerne, die sich auf luxuriöse, schnelle und teure Wagen spezialisiert haben.
Denn die Abwrackprämien für alte Autos in mehreren Staaten nutzen eher den Herstellern kleiner Autos. Wer sparen muss, kauft einen Fiat Panda aus Polen, einen Dacia Logan aus Rumänien, den VW Fox aus Mexiko oder den Polo aus Spanien. Produkte aus der Auto-Fanmeile Deutschland bleiben außen vor.
Flaute überall
Trotzdem ist die Strategie von Daimler, BMW, Audi und Porsche langfristig nicht schlecht. Denn gesichtslose Massenautos lassen sich überall herstellen, sie sind austauschbar geworden. Aber wer ein Stück von sich in einem eigens für ihn produzierten Maßauto wiederfindet, der lässt sich das etwas kosten. Anders ausgedrückt: Der Markt für sogenannte Premiumautomobile wird nach Einschätzung von Experten doppelt so schnell wachsen wie der für Alltagsmodelle. Grundsätzlich sind die Perspektiven selbst für sie gut. In den Schwellenländern steigen die Menschen vom Motorrad um auf kleine Autos wie den Tata Nano in Indien. Diese Entwicklung ist ins Stocken geraten, langfristig aber stimmt es: Die Chinesen werden deutlich weniger Fahrrad fahren.
Denn gesichtslose Massenautos lassen sich überall herstellen, sie sind austauschbar geworden. Aber wer ein Stück von sich in einem eigens für ihn produzierten Maßauto wiederfindet, der lässt sich das etwas kosten. Anders ausgedrückt: Der Markt für sogenannte Premiumautomobile wird nach Einschätzung von Experten doppelt so schnell wachsen wie der für Alltagsmodelle. Grundsätzlich sind die Perspektiven selbst für sie gut. In den Schwellenländern steigen die Menschen vom Motorrad um auf kleine Autos wie den Tata Nano in Indien. Diese Entwicklung ist ins Stocken geraten, langfristig aber stimmt es: Die Chinesen werden deutlich weniger Fahrrad fahren.
Mit attraktiven Autos versuchen alle Manager, den Absturz ihrer Unternehmen abzumildern. Daneben treten sie auf die Kostenbremse: Die Neuregelung der Kurzarbeit seit Dezember hilft dabei - und zwar allen Beteiligten. Die Firma muss wertvolle Arbeitnehmer nicht entlassen, die Bundesagentur für Arbeit zahlt, und zwar nicht wenig: Bei drei Monaten Kurzarbeit für 85.000 Mitarbeiter mit durchschnittlich 70.000 Euro Einkommen beträgt die Entlastung 1,5 Milliarden Euro. Der Nachteil: Kurzarbeit verhindert zwar Arbeitslosigkeit, sie sorgt aber nicht für Beschäftigung.
Lesen Sie im zweiten Teil, warum die Politik den Autofirmen mit viel Geld aus der Patsche hilft.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Solange der Vorstand oeffentlich von 10% und mehr Rendite faselt, mag das den Aktionären gefallen. Als Kunde rechne ich mir aus, dass von den 50.000 Euro fuer ein Fahrzeug aus der unteren Schublade dieses Herstellers dann 5.000 "netto in derenTasche geht" und vermutlich weitere 5.000 fuer eine ueberteuerte Geschaeftsleitung, Formel-1 und Tennis-Engagement verbraten wird. Da gucke ich doch besser mal, ob ich nicht fuer 40.000 etwas vergleichbares bekomme.
Hier ist dem Vorstand das Preis-Leistungsverhältnis schon lange aus den Augen geraten. Die Vorstellung "mit 'nem Kilo Roastbeef koennen auch wir 'ne gute Ochsenschwanzsuppe kochen" kann man heute nicht mehr bestehen oder lassen Sie sich das Wohnzimmer von einem Maler tapezieren, der fuer den Kostenvoranschlag aus Mallorca eingeflogen und mit einer S-Klasse bei Ihnen vorfährt?
Pfiffige Autos gab's früher auch schon. Ganz billig aus Plaste, und wenn man tüchtig aufs Bremspedal drückte, da hat's ja sowas von gepfiffen ....
Bitte weiterleiten an Michael Kuntz mit der Bitte um eine antwort, wie er dann den Aufwand von ca. 1,5 Milliarden Euro gerechnet hat.
Das was Sie berechnen und was dann die Arbeitsagentur zahlen soll ist schlichtweg falsch.
Kurzarbeitergeld wird weiterhin vom Arbeitgeber gezahlt und zwar für die verkürzte Arbeitszeit das anteilig reduzierte Gehalt, der Differenzbetrag zum normalen Nettoentgeld wird dann von der Arbeitsagentur gezahlt.
Allerdings gestaffelt und zwa bis zu 60% bei Beschäftigten ohne Kinder und bis zu 67 % bei Beschäftigten mit Kindern.
Das was Sie berechnen und was dann die Arbeitsagentur zahlen soll ist schlichtweg falsch.
Kurzarbeitergeld wird weiterhin vom Arbeitgeber gezahlt und zwar für die verkürzte Arbeitszeit das anteilig reduzierte Gehalt, der Differenzbetrag zum normalen Nettoentgeld wird dann von der Arbeitsagentur gezahlt.
Allerdings gestaffelt und zwa bis zu 60% bei Beschäftigten ohne Kinder und bis zu 67 % bei Beschäftigten mit Kindern.
Die Bundesagentur für Arbeit zahlt, und zwar nicht wenig: Bei drei Monaten Kurzarbeit für 85.000 Mitarbeiter mit durchschnittlich 70.000 Euro Einkommen beträgt die Entlastung 1,5 Milliarden Euro.
Denn Daimler ist so wichtig für unsere Wirtschaft, der Konzern darf nicht abstürzen. Blicken wir zurück im Zorn: Durch das Chrysler-Engagement 30 Mrd. Euro verbrannt. Jeder produzierte Smart bringt 3000 Euro Verlust. Nun, beim ersten Gegenwind muss der Staat einspringen. In den USA geschieht das offen, bei uns verdeckt über andere Schienen. In den USA wollen die Politiker Gegenleistungen, in Deutschland verschenkt man das Geld der Steuerzahler. Doch: Schlechter als die hochgelobten Manager würde der Staat das Unternehmen auch nicht führen
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