Der Bestechungsfall bei Daimler hat inzwischen die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Sogar der erfahrenste Strafverfolger wundert sich über den Fall.

Der Autobauer Daimler hat mehrere Mitarbeiter wegen möglicher Korruption angezeigt. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem Sommer insgesamt gegen elf Beschuldigte, die sich über Scheinaufträge an Dienstleister bereichert haben sollen, wie eine Behördensprecherin an Montag sagte.

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Produktion bei Daimler: Schellen und Schrauben sollen absichtlich als fehlerhaft deklariert worden sein. (© Foto: AP)

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Drei Beschäftigte des Mercedes-Benz-Pkw-Werks in Sindelfingen bei Stuttgart sollen nach Angaben der Behörde fehlerhaft angelieferte Autoteile an eine Firma zur Nachkontrolle geschickt und dafür rechtswidrig Geschenke angenommen haben.

Bei drei Daimler-Mitarbeitern sowie vier Beschäftigten der Nacharbeitsfirma bestehe daher der Anfangsverdacht der Bestechlichkeit sowie der Bestechung im geschäftlichen Verkehr.

Wegen der Tatbeteiligung von vier weiteren Daimler-Mitarbeiter werde noch ermittelt, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit.

Hotelaufenthalte und Potenzmittel

Nach Angaben von Daimler handelt es sich bei den Beschuldigten um in der Abteilung Qualitätssicherung tätige Mitarbeiter, die Schellen und Schrauben als defekt deklariert haben, um einer Nacharbeitsfirma Aufträge zuzuschanzen.

Als Gegenleistungen sollen teure Hotelaufenthalte, Reisen mit Musical-Besuch, Fußball-Saisonkarten, günstige Testautos oder Potenzmittel erhalten haben. Der oberste Korruptionsermittler der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Andreas Thul, bezeichnete dies im Nachrichtenmagazin Focus als "exotische Konstellation". Den Schaden ausbaden mussten dem Bericht zufolge Zulieferfirmen von Daimler.

"Wir haben der Staatsanwaltschaft erste Hinweise geliefert", sagte eine Sprecherin von Daimler. Unklar sei, ob die Teile beim Versand an den externen Dienstleister tatsächlich fehlerhaft gewesen seien. Klar sei jedoch, dass keine fehlerhaften Teile in Mercedes-Autos eingebaut worden seien, sagte die Daimler-Sprecherin.

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(sueddeutsche.de/Reuters/pak/hgn)