Daimler Klage in den USA gegen Daimler wegen Stickoxid-Ausstoß

Stickstoff-Ausstoß zu hoch? Ein Dieselmodell von Daimler.

(Foto: Daimler AG)

Bei Diesel-Modellen der C-Klasse sollen Emissionswerte erhöht sein. Der Zeitpunkt der Klage eines Autobesitzers ist vermutlich nicht ganz zufällig.

Von Thomas Fromm

Daimler hat wegen seiner Diesel-Autos Ärger in den USA. Wie die Rechtsanwaltskanzlei Hagens Berman Sobol Shapiro LLP am Donnerstagabend mitteilte, wurde vor einem Bezirksgericht in Illinois Klage gegen den Konzern eingereicht. So würden bei Diesel-Modellen der C-Klasse die Stickoxid-Emissionen die gesetzlich vorgeschriebenen Werte um das 65-Fache überschreiten, wenn die Außentemperaturen unter zehn Grad Celsius lägen.

Betroffen seien Fahrzeuge mit BlueTec-Dieselmotoren. "Es scheint, als wäre Mercedes mit einem ähnlichen Schema erwischt worden wie VW", heißt es bei der Anwaltskanzlei. Im Fall von VW hatte die US-Umweltbehörde Epa im vergangenen September den Skandal publik gemacht und dem Konzern vorgeworfen, bei Abgasmessungen mit Hilfe einer Spezialsoftware jahrelang manipuliert zu haben. Nach der Veröffentlichung der Vorwürfe durch die Umweltbehörde räumte Volkswagen die Manipulation bei insgesamt elf Millionen Fahrzeugen ein; 480000 davon in den USA.

Der Zeitpunkt der Klage scheint nicht zufällig

In Illinois wurde die Sammelklage gegen Daimler wegen des angeblichen Betrugs bei Abgasmessungen nun von einem Autobesitzer eingereicht. Ein Daimler-Sprecher erklärte am Abend, man halte die Klage "für unbegründet", man werde sich "die Dokumente aber sehr genau ansehen und darauf aufbauend verteidigen". Derzeit sei nicht klar, auf welchen Zahlen und Messungen die Klage basiere. Allerdings, so heißt es aus dem Umfeld des Konzerns, sei die US-Umweltbehörde Epa offenbar nicht in die Klage involviert.

Offenbar ist der Zeitpunkt der Klage nicht zufällig - zuletzt hatte es schwere Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe gegen Daimler gegeben. Grundlage dafür waren Messungen, bei denen das niederländische Prüfinstitut TNO bei niedrigen Temperaturen erhöhte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen der Stuttgarter festgestellt hatte. Bislang ist aber nicht belegt, dass Daimler mit einer ähnlichen Software arbeitet, wie sie bei VW zum Einsatz kam. Daimler hatte dies bislang bestritten. "Es finden Anpassungen an die jeweiligen Betriebsbedingungen statt, die den Wirkungsgrad beeinflussen", zitierte der Umweltverband vor einigen Tagen Daimler.

Hinter dem nun in den USA angestrengten Verfahren steht der US-Anwalt Steve Berman, der bereits mit Sammelklagen gegen General Motors und Toyota vorgegangen war. Seine Kanzlei hatte bereits im September, kurz nachdem der VW-Skandal publik wurde, damit begonnen, gegen VW vorzugehen.

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