Telekommunikationskonzern Bankdaten von Millionen Vodafone-Kunden gestohlen

Angriff mit hoher krimineller Energie: Bei Vodafone wurden massenhaft sensible Daten abgefischt. Nicht nur Namen und Adressen, sondern auch die Kontodaten von zwei Millionen deutschen Kunden wurden kopiert. Es soll schon einen Tatverdächtigen geben.

Vodafone wurden nach eigenen Angaben Stammdaten von zwei Millionen Kunden in Deutschland gestohlen. Zu den Daten gehören der Name des Vodafone-Kunden, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer.

"Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt", heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. "Vodafone bedauert den Vorfall sehr und bittet alle Betroffenen um Entschuldigung."

Betroffene Kunden würden derzeit per Brief informiert. Ob die eigenen Daten gestohlen wurden, können Kunden außerdem auf dieser Webseite von Vodafone überprüfen.

Es gebe einen Tatverdächtigen, schreibt das Unternehmen. Bei ihm sei auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen worden. Der Fall betreffe ausschließlich die deutsche Gesellschaft, andere Länder seien nicht berührt, hieß es.

Sämtliche Zugänge, die der Täter genutzt habe, seien inzwischen wieder verschlossen. Sicher sei, dass der Täter keinen Zugang zu Kreditkarten-Daten, Passwörtern, PIN-Nummern, Mobiltelefonnummern oder Verbindungsdaten gehabt habe.

Das Unternehmen betont, dass es für die Täter kaum möglich sei, mit den gestohlenen Daten direkt auf die Bankkonten der Betroffenen zuzugreifen. Allerdings könnten die erbeuteten Daten dazu dienen, spätere Hackerangriffe auf einzelne Personen zu erleichtern.

Mit solchen Daten könnten Täter Einzugsermächtigungen fälschen. Unbefugte Lastschriften können jedoch bis zu sechs Wochen lang bei der Bank zurückgeholt werden. Bei den europaweit einheitlichen Sepa-Überweisungen, die ab Februar 2014 gelten, beträgt die Frist sogar acht Wochen ab Abbuchung. "Verbraucher sollten regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, ihre Kontoauszüge überprüfen, um fragwürdige Geldabflüsse sofort zu erkennen", sagt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern Süddeutsche.de.