Alles nur gefälscht: Die Bundesagentur für Arbeit und mit ihr die Regierung rechnet sich die Zahl der Arbeitslosen schön - weil Ein-Euro-Jobber und die "58er" herausfallen.
Im Moment ist ständig von der wunderbaren Vermehrung der Arbeitsplätze zu lesen. Zugegeben: Wie es die Bundesregierung schafft, aus einem Heer von Arbeitslosen auf dem Papier ein Jobwunder zu erschaffen, das hat in der Tat schon etwas von einem biblischen Wunder. Hätte die Bundesagentur für Arbeit diese Nummer vor 2000 Jahren durchgezogen, wäre das vermutlich irgendwo zwischen der Teilung des Roten Meeres und der Speisung der 5000 in der Bibel erzählt worden.
Die Bundesagentur für Arbeit meldet monatlich die Arbeitslosenzahlen. (© Foto: ddp)
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Es ist doch so: Auf Seite 1 der Zeitungen steht oft "Niedrigste Arbeitslosenzahl im Dezember seit Jahren", auf Seite 2 bis 4 der gleichen Zeitung wird vom Stellenabbau im Bankgewerbe und von der Verlagerung von Tausenden von Handy-Arbeitsplätzen nach Rumänien berichtet.
Mein Nachbar hat gerade seine Spedition geschlossen, und die Bundesagentur für Arbeit frohlockt monatlich mit tollen Zahlen. Sind das alles nur traurige Einzelschicksale und wir alle nur fachlich zu wenig beschlagen, um zu erkennen, dass das große Ganze sich wunderbar entwickelt? Oder sind meine Beobachtungen nach dem gesunden Menschenverstand gar nicht so falsch, aber die Zahlen der Statistik passen da irgendwie nicht rein? Höchste Zeit, sich diese Arbeitslosenstatistik einmal näher anzusehen. Also machen wir unsere Windmaschine an, blasen den Nebel der Statistikformeln beiseite und konzentrieren uns auf das Offensichtliche.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldet im Februar 2008 offiziell 3,6 Millionen Arbeitslose. Jetzt denkt der geneigte Wähler: "Naja, 3,6 Millionen haben keine Arbeit und werden unterstützt. Alle anderen, die nicht mehr zur Schule gehen oder schon in Rente sind, haben Arbeit." Das ist gesunder Menschenverstand - hat aber leider nichts mit der Schönrechnerei unserer Regierung zu tun. Die sieht das ganz anders: Der Arbeitslose, der zum Beispiel gerade auf Staatskosten eine Berufsqualifizierungsmaßnahme macht, ist nämlich gar nicht arbeitslos. Der Arbeitslose, der gerade auf Kosten der Arbeitsagentur eine Berufsberatung erhält, ist auch nicht arbeitslos. Sie werden denken: "Wie das? Der Arbeitslose ist arbeitslos, bezieht Arbeitslosengeld, aber wird nicht als arbeitslos gezählt?" Und ich sage Ihnen: "Ja! Genau so wird das Spiel gespielt."
Und damit wir nicht nur im luftleeren Raum argumentieren, hier die harten Fakten der Bundesagentur für Arbeit. Im Februar 2008 nahmen 1,46 Millionen Arbeitslose an sogenannten "ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik" teil. Unter diesen tollen Begriff fallen Qualifizierung, Berufsberatung, Förderung der Berufsausbildung und so weiter. Aber halt! Wir dürfen ja nicht sagen: "Arbeitslose". Denn mit dem Dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (in Kraft seit 1.1.2004) wurde im § 16 Arbeitslose, SGB III klargestellt: "Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos."
Es gibt natürlich auch Arbeitslose über 58 Jahre. Hier geht es für Detailinteressierte um § 428, SGB III. Hierunter fallen im November 2007 204.000 Menschen, die zwar Arbeitslosengeld kassieren, aber nicht als arbeitslos gezählt werden.
Die Ein-Euro-Jobber dürfen wir auch nicht vergessen. Die bekommen zwar Arbeitslosengeld. Doch da sie ja arbeiten, und sei es auch nur für einen Euro pro Stunde, sind sie laut Regierung ebenfalls nicht arbeitslos. Toll! Das macht noch einmal 287 000 Arbeitslose weniger im Februar 2008.
Dazu kommen noch die kranken Arbeitslosen, die nicht mehr als arbeitslos zählen, die Jugendlichen, die keinen Job haben, aber eine Lehrstelle suchen, und so weiter und so weiter...
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was passiert, wenn die Angelegenheit mit gesundem Menschenverstand betrachtet wird.
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Linke-Parteitag in Göttingen
die kein ALG1 oder 2 kriegen, weil sie in der eigenen Wohnung leben und erspartes
haben, aber trotzdem Arbeitsuchen..
... die entweder kein ALG2 kriegen oder denen der juristische Kram zu bloed ist...
wie meinereiner...
duerften auch nicht wenige sein...
Es ist doch seit spätestens der Regierung Schröder nix neues, daß an der Arbeitslosen statistik gedreht wird. Und wir alle wissen doch eigentlich, daß wir der Regierung in vielen Fällen nur unter Vorbehalt wenn überhaupt vertrauen können. Ich frage mich, wieso wir Bürger uns jedesmal noch zur Wahl schleppen und ein ernsthaftes Kreutzchen machen.
Mit unserer Haltung tragen wir ständig dazu bei, daß wir alle Jahre wieder zu Gehirnamputierten erkärt werden, oder welches Mindset haben Politiker, wenn sie ernsthaft glauuben, daß wir vorbehaltlos alles schlucken, was man uns zum Fraße hinwirft?
Ich finde es, gelinde gesagt, eine Frechheit für dermaßen dumm gehalten zu werden.
Nur warum erst jetzt ?. Für die Leser der nachdenkseiten.de und ähnlichen kritischen Medien ist es schon seit langem bekannt, dass die Regierung die Statistik fälscht. Ihr geht es doch gar nicht darum die Realität zu erfassen sondern die Wähler über die wahre Situation die sie zu verantworten haben hinwegzutäuschen. Für jede Statistik gilt das bonmot Winston Churchills "Glaube nur Statistiken die du selbst gefälscht hast". Ich habe die Hoffnung, dass wenn weite Teile der Bevölkerungen darüber aufgeklärt sind, in welchen Maße die neoliberalen Regierungen ihre Völker betrügen und belügen um ihren neoliberalen Wahnsinn zu verbergen, ganz schnell ein Wechsel zu Gunsten der Allgemeinheit erkämpft werden wird. Aber solange der Konvent für Deutschland, die INSM, Bertelsmannstiftung und Co darüber entscheiden, was in den großen Medien geschrieben und gedacht werden darf wird sich die Spirale der zunehmenden Verelendung weiter drehen.
In diesem Sinne: "Völker hört die Signale!"
... Ihre Zahlenreihenfolge ist sehr interessant; Herr Kohl meinte mit bluehenden
Lanschaften im Osten wahrscheinlich nicht den Osten der BRD, also die
ExDDR, sondern die Neuen EULaneder im Osten Deutschlands ;-);
vielleicht wird auch nicht duetlich genug gesagt, dass es nocheinmal ca 10bis
15 Jahre dauern wird, bis die Integration der NeuenBundeslaender finanziell
bewerkstelligt ist (dies ist keine Kritik, sondern nur eine Beschreibung einer
Situation)
das man Einwanderung braucht: Ansonsten würde der demographische Wandel den Überschuss an Arbeitslosen beseitigen und es gäbe keine verfügbare Masse an potentiellen Niedriglohnarbeitern mehr.
Kann auch wieder anders kommen, war jetzt nur mal ein Denkanstoß.
Paging