Der Bonner Konzern hat die Übernahme der britischen Logistikgruppe Exel angekündigt. Mit mehr Kompetenz bei Rundumlösungen wird das Unternehmen so für viele Großkunden attraktiver.

Schier unaufhaltsam strebt die Deutsche Post an die Weltspitze im Logistikgeschäft. Mit der Übernahme von Exel für rund 5,5 Milliarden Euro landete Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel seinen bisher größten Coup auf seinem globalen Expansionskurs. In John Allan, dem Vorstandschef des britischen Logistikers, weiß Zumwinkel jetzt einen ebenso zielstrebigen Partner an seiner Seite.

Zumwinkel dpa

Der Post-Chef Klaus Zumwinkel strebt mit seinem Unternehmen an die Weltspitze. (© Foto: dpa)

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Beide versicherten sich bei der sehr "freundlichen" Übernahme ihrer gegenseitigen Wertschätzung und teilten die gleichen Zukunftsperspektiven.

Für die Post sei der Schritt eine "ausgezeichnete Investition" und eine "strategische Entscheidung", erläuterte Zumwinkel bei der offiziellen Bekanntgabe des Übernahmeangebots der Post am Montag in London. "Ich bin tief davon überzeugt, dass die Logistik der Schlüsselmarkt der Zukunft ist." Und davon wollen Zumwinkel und Allan profitieren.

Der fehlende Baustein

Exel passt wie ein fehlender Baustein zur Logistiksparte der Post. In der Luft- und Seefracht ist der Bonner Konzern nach zahlreichen Zukäufen bereits führend in der Welt. Und Exel ist der weltweite Branchenprimus in der Kontraktlogistik - einem Markt mit einem Gesamtvolumen von rund 150 Milliarden Euro. Sie umfasst komplette logistische Lösungen für Firmen, die gesamte Kette der Lagerung und Lieferung von Waren und Material, also etwa den Transport von Arzneimitteln der Pharmahersteller, von Waren großer Lebensmittelkonzerne oder von Bauteilen von Mobilfunkunternehmen oder Automobilzulieferern.

Viele der größten Konzerne sind in diesem Bereich Kunden bei den Briten, die in 135 Ländern tätig sind. Die Post steht hier bisher weltweit nur auf Platz sechs - mit einem allerdings bescheidenen Weltmarktanteil. Deshalb schielte Zumwinkel bei seiner Vision der globalen Nr. 1 im gesamten Logistikgeschäft schon seit Jahren auf Exel, das von Allan solide und expansiv geführt wird.

Für die Post bedeutet die Akquisition einen enormen Zugewinn an Knowhow. Die Dienstleistungspalette der Post wird für Kunden, die logistische Rundumlösungen aus einer Hand suchen, auch mit einem Schlag viel attraktiver.

Synergiepotenzial von 200 Millionen Euro

Zusammengeführt werden kann außerdem ein geographisch weites Netz, bei dem sich beide Unternehmen ergänzen. Exel ist stark in Großbritannien und den USA, die Post in Kontinentaleuropa und Asien. Das direkte Synergiepotenzial summiert sich nach Post-Erwartungen auf rund 200 Millionen Euro.

Exel, nach Umsatz fast doppelt so groß wie die bisherige Logistiksparte der Post, soll laut Zumwinkel unter der Postmarke DHL bleiben. Allan soll das neue Unternehmen, in das auch die Logistiksparte von DHL übergehen wird, vom bisherigen Exel-Sitz in Bracknell bei London leiten. "Exel ist unsere bisher größte Übernahme, und wir werden sie verdauen müssen", sagte Zumwinkel.

Vor allem an Allan wird es liegen, ob die Integration reibungslos bewältigt werden kann. "Das ist eine große Herausforderung, und ich mag Herausforderungen", sagte Allan. Doch der gelernte Mathematiker hat auch Erfahrung, er hat selbst viele Logistikunternehmen aufgekauft und integriert. Im Jahr 2000 verschmolz er als Vorstandschef die Ocean Group erfolgreich mit der früheren Exel und vor einem Jahr verleibte er sich den Konkurrenten Tibbet & Brittan ein.

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(sueddeutsche.de/dpa)