Im italienischen Kleinwagen über den Highway - darauf haben die Amerikaner nur gewartet. Nicht nur darum wird es Fiat-Chef Sergio Marchionne schwer haben. Da reicht es nicht, charmant zu sein.
Fiat-Chef Sergio Marchionne traut sich was. Als Zwanzig-Prozent-Partner bei Chrysler will er den drittgrößten amerikanischen Autokonzern erst aus der Insolvenz und dann zu neuer Blüte führen.
Es könnte eng werden im Cinquecento: Auf Fiat-Chef Sergio Marchionne wartet eine große Fracht. (© Foto: AP)
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Angeblich warten die Amerikaner nur darauf, künftig mit niedlichen italienischen Kleinwagen wie dem in Polen produzierten Cinquecento über ihre achtspurigen Highways zu donnern. Noch vor den amerikanischen Käufern wird Marchionne aber die Chrysler-Händler davon überzeugen müssen, dass Amerika bisher auf etwas verzichten musste, was viele haben wollten.
Schon das könnte schwierig werden: Denn der amerikanische Autohändler ist freier als etwa der deutsche, vertritt oft mehrere Marken und muss nichts anbieten, wovon er nicht überzeugt ist. An Chrysler hat sich im Übrigen zuletzt sogar der Finanzinvestor Cerberus verhoben, obwohl er auch schon Zugriff auf europäisches Wissen seines Ex-Eigners Daimler erhielt und mit dem gefeuerten VW-Manager Wolfgang Bernhard einen Mann für radikale Lösungen beschäftigt hatte.
Nett und charmant sein, das allein kann Marchionne nicht davor bewahren, bei Chrysler zu scheitern - so wie vor ihm Jürgen Schrempp als Architekt einer Welt AG und der heutige Daimler-Chef Dieter Zetsche als Sanierer.
Der napoleonische Carlos Ghosn galt mehrere Jahre als der Mann für alle Problemfälle in der Autoindustrie. Heute ist er froh, wenn Renault und Nissan gemeinsam einigermaßen über die Runden kommen.
Fiat und Chrysler, das ist schon schwierig, Fiat plus Chrysler plus Opel - das würde noch schwieriger. Bei so viel Fracht im Cinquecento könnte wohl auch Marchionne den Kleinwagen nur noch mit Mühe in der Spur halten.
(SZ vom 2. Mai 2009/bre)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Was Daimler nicht geschafft hat, möchte nun Fiat versuchen. Denn mehr als ein Versuch wird es nicht. Die Amis lachen sich höchstens kaputt bei dem Gedanken, mit einem Fiat durch unbefestigtes Gelände zu fahren.
Man kann Europa nicht mit den USA vergleichen. Die Bevölkerungsdichte ist nur ein Bruchteil von der in der EU. Ein nicht unwesentlicher Teil der Fahrten findet auf unbefestigtem Gelände statt. Transaktion, Geländegängigkeit und Zuladung sind die Kriterien. Und genau deshalb werden die Mini-Trucks der US-Autobauer auch benötigt. Die Fahrzeugflotte für die Städter und für die Highways kommt aus Japan und der BRD. Aber ganz sicher nicht aus Italien. Dass keine Autos mehr verkauft werden liegt ganz allein daran, dass die Amis keine neuen Kredite erhalten, die bisher über die immer steigenden Immboilien-Werte finanziert wurden. Und die Amis haben jetzt andere Probleme, als ein neues Auto. Die müssen sich jetzt schon darum sorgen, was es am nächsten Tag zum Essen gibt. Bereits jetzt, am Anfang der Krise, ist jeder 10. Amerikaner auf Suppenküchen angewiesen!! Fiat go home.
Wie war das noch vor 5 Jahren, damals war FIAT am Ende, GM stieg mit viel Geld und
einer 25% Beteiligung ein, es wurden Joindvencer gegründet. Hier zahlte Opel unendlich drauf, mit der Hergabe von fertigen Entwicklungen, auf drängen von GM.
Fiat war damals am Ende, doch trickreich sanierten sie sich durch Übernahme fertiger
Entwicklungen nahezu zum Nulltarif. Opel bekam im Gegenzug nur einen Dieselmotor, der mußte erst mal richtig zum Lauf4n gebracht werden.
Was dann geschah kann einen nicht mehr wundern, Wagoner diese GM-Pflaume, kam aus der Nummer nicht mehr raus, denn die Italiener verlangten die komplette Übernahme, wie
vertraglich zugesichert, doch GM konnte nicht und zahlte 2 Milliarden Abfindung, Fiat
war saniert.
Heute wollen die sich nach vorne bringen und Zugriff auf eine tolle Technik haben, dann
geht es mit Opel nur noch bergab, wenn sich der bayrische Freiherr, hier über den Tisch ziehen läßt, so wie einst Wagoner/GM.