Elektroroller und Solarkollektoren aus Peking mögen primitiv wirken - doch das Tempo chinesischer Ingenieure ist hoch. Europa muss kooperieren, um nicht überholt zu werden.
In der globalisierten Welt kann man sich nicht mehr abschotten vom ewigen Sturm der "schöpferischen Zerstörung". Und in der Krise erneuert sich die Wirtschaft radikaler als noch vor kurzem gedacht. Neu ist, dass nun die Aufholländer in Asien ein erhöhtes Tempo vorgeben und wir uns in Europa verzweifelt fragen: Gehen wir mit oder hoffen wir, dass sie vor dem Ziel einbrechen?
Baurbeiter in Shanghai: Chinesische Produkte mögen für Europäer primitiv wirken - aber das Tempo der chinesischen Ingenieure ist beeindruckend. (© Foto: AFP)
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Jedenfalls ist das Innovationstempo im Fernen Osten um so viel höher als in Europa, dass es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis sie uns ein- und überholt haben. Erstaunlich, wie rasch die Modernisierung fortgeschritten ist: In der Pekinger Innenstadt bestimmen Elektroroller den Verkehr, die Megacity Shanghai bereitet sich groß auf die Expo 2010 vor. Während wir in Europa über Elektromobilität diskutieren und Studien anfertigen, legen die Asiaten los.
Natürlich erscheinen uns ihre Solarkollektoren primitiv, doch sie sind so einfach und robust, wie es der Markt verlangt. Natürlich entsprechen die bunten Electronic Vehicles nicht unseren Anforderungen an Sicherheit und Komfort, doch sie werden in ersten Kleinserien gebaut.
Lokomotive der Weltwirtschaft
Fast jede Hochschule hat ein selbstentwickeltes Elektrofahrzeug. Und die nächste Generation, die bereits durch die Labore kurvt, wird vermutlich so gut sein, dass wir uns ernsthaft Sorgen machen müssen.
China knüpft schneller als erwartet an alte Boomzeiten an und wird zur Lokomotive der Weltwirtschaft. Die chinesische Regierung erwartet für 2009 wie für 2010 jeweils ein Wachstum von 8,5 Prozent.
Viele deutsche Unternehmen haben auf die Verlagerung des Schwerpunkts der Weltwirtschaft nach Asien reagiert und dort Betriebe aufgebaut. Nicht nur Großkonzerne wie Siemens, Bosch, BMW oder VW haben sich auf den asiatischen Märkten etabliert, auch viele mittelständische Firmen sind mit eigener Fertigung präsent.
Zehnmal besser ist kaum möglich
Hauptgrund sind nicht allein die erheblich geringeren Lohnkosten, sondern vor allem Marktnähe und Kundenorientierung. Weil die Kundenwünsche sich deutlich von den europäischen unterscheiden, haben fast alle Unternehmen dort nach der Produktion auch Entwicklungsabteilungen aufgebaut. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Forschung folgt.
Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Auch wenn die chinesischen Ingenieure noch nicht europäisches Niveau erreichen - der Lohnunterschied gibt ihnen den entscheidenden Vorteil. Mögen unsere Ingenieure auch doppelt oder dreimal so gut sein, zehnmal besser zu sein, ist aber wohl kaum möglich.
Schwachstellen des Systems
Und der Trend spricht gegen uns. Der "Innovationsindikator Deutschland 2009" von Deutsche-Telekom-Stiftung und Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) weist Deutschland im Ranking von 17 Industriestaaten nur noch auf Rang 9 aus, nach Platz 8 im Vorjahr. (Am wenigsten gerüstet für den internationalen Innovationswettbewerb sind Irland, Spanien und Italien.)
In kaum einem anderen Land kommen Unternehmer und Gründer so schwer an Kapital für innovative Projekte wie in Deutschland. Diese Situation könnte sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter verschärfen und damit - selbst bei einem Aufschwung - die Innovationsfähigkeit unseres Landes entscheidend hemmen. Defizite bei Finanzierung und Bildung gehören zu den großen Schwachstellen des deutschen Innovationssystems.
Auf der nächsten Seite: Der Innovationsdruck nimmt zu, doch die Geschwindigkeit muss beherrschbar bleiben. Internationale Kooperationen können dabei helfen.
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Sowie von Globalisierung die Rede ist, denkt man in Deutschland automatisch an kapitalistische Ausbeuter, die bei billigeren Löhnen im Ausland fertigen lassen. In Wirklichkeit geht es jedoch weniger um Lohnkosten als Transportkosten. Wenn VW jeden Wagen, den man in Asien verkauft, erst per Schiff um die halbe Welt schicken müsste, könnte man mit asiatischen Produkten einfach nicht konkurrieren.
Globalisierung heißt: Man muss fertigen, wo die Verbraucher leben. Große, globalisierte Firmen fertigen deshalb oft in mehr als hundert Ländern. Die jeweils vor Ort gezahlten Löhne spielen tatsächlich kaum eine Rolle.
... verwechselt im Artikel, die plumpen Solarkollektoren mit den fortschrittlichen Fotovoltaik-Modulen, die in China effizienter produziert werden, als im Westen. Dabei macht der Lohnkostenvorteil von rund 10 Prozent den geringsten Anteil aus.
Unsere Firmen haben den Nachteil, dass sie streng nach den kapitalistischen Grundregeln wirtschaften müssen. Z. B. muss sich eine getane Investition erst rentieren, bevor sie durch eine neue ersetzt werden kann. Bei anderem Vorgehen würde die kreditgebende Bank nicht mehr mitspielen.
In China oder auch in Korea funktioniert das anders. Wenn der Staat eine Chance sieht, einem Betrieb weltweit einen bleibenden Konkurrenzvorteil verschaffen zu können, dann wird er massiv unterstützt, bis die ausländischen Konkurrenten aufgeben. Wir haben das z. B. mehrfach bei den Halbleiterproduzenten gesehen oder bei den LCD-Panel-Herstellern. Witziger weise haben unsere Unternehmer, die in China Fabriken eröffnen, nichts dagegen, dass das ganze Know How von den chinesischen Partnern übernommen wird. Wir haben komischer weise auch nie unsere Importbestimmungen dahingegen korrigiert, das sie auf undemokratische System, Menschenrechtsverletzungen oder menschenunwürdige Arbeitsedingungen reagieren konnten. Es hieß nur immer: "Der Preis ist heiß und das andere richtet sich schon."
So gesehen könnte eine Lehre, die nachkommende Generationen aus den Geschehnissen lernen können, sein, dass die kleine unsichtbare regulierende Hand der großen sichtbaren regulierenden Hand unterlegen ist, wenn man es so anfängt, wie China das getan hat, und die Gegenseite es sich so charakterlos gefallen lässt, wie wir es getan haben.
Sicher ist noch vieles im Argen , was es unter dem Regime eines autoritären Regimes zu beanstanden gibt,
Aber den Sprung vom Entwicklungsland unter dem Massemörder Mao in die Moderne hat Wohlstand für eine halbe Milliarde Menschen gebracht und Nahrung für 1,3 Milliarden.
Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 95%.
Die Staaten Afrikas und mancher anderer aus den letharigschen Ländern in denen es mehr um Religion un Ehre als um die Versorgung und den Wohlstand der Bevölkerung geht, könnten sich ein Beispiel nehmen.
Die Europäer und besonders die Deutschen sind ja auch abgrundtief blöd: Sie stellen den Chinesen die allerneueste Technologie in den Hof, wohl wissend, dass in ganz kurzer Zeit das alles kopiert ist und kurz darauf als eigenes Know-How angeboten wird. Selber schuld! Bei den Chinesen hat man es mit fleißigen und intelligenten Menschen zu tun! Also lernt schon einmal Chinesisch!
Sind deutsche Ingenieure überhaupt noch in der Lage, Innovationen, und dann noch schnell, zustande zu bringen?
Ein Dipl.-Ing. der Deutschen Automobil-Treuhand beurteilt die Stellungnahme eines deutschen Kfz.-Meisters (gegenüber einer Kfz.-Innung in Bayern) und bestätigt als Beisitzer der Schiedsstelle dessen Ansicht:
"Der Wert 9,4 liegt zwischen 7,54 und 8,5" !!!!!!!!!
Gute Nacht deutsches Ingenieurwesen!
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