Was für ein Wachstum: Chinas Wirtschaft legt um fast neun Prozent zu - unvorstellbar aus deutscher Perspektive. Doch den Kritikern reicht das nicht.
Chinas Wirtschaft wächst fast schon wieder zweistellig. Mit einem Quartalswachstum von fast neun Prozent nähert sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ihrem einstigen Wachstumspfad wieder an.
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Autoproduktion in Peking: Die chinesische Wirtschaft fasst wieder Fuß. (© Foto: dpa)
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Wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte, lag das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal dieses Jahres mit 8,9 Prozent deutlich höher als in den beiden vorangegangenen Quartalen. Beobachter hatten allerdings mit einem noch höheren Zuwachs gerechnet.
Im zweiten Jahresviertel hatte das Wachstum 7,9 Prozent betragen, im ersten Quartal waren es lediglich 6,1 Prozent. Für die ersten drei Quartale ergab sich damit ein durchschnittliches Wachstum von 7,7 Prozent. Die industrielle Produktion legte von Januar bis September um 8,7 Prozent zu, im dritten Quartal lag die Wachstumsrate mit 12,3 Prozent aber deutlich über diesem Durchschnitt.
Mangelnde Nachfrage aus dem Ausland
Angesichts dieser positiven Entwicklung zeigte sich das Statistikamt davon überzeugt, dass die Volksrepublik das von der Regierung gesteckte Ziel für 2009 von acht Prozent Wachstum erreichen werde.
"Das steht außer Frage", sagte Behördensprecher Li Xiaochao. Zugleich wies er darauf hin, dass die immer noch nicht ausreichende Nachfrage aus dem Ausland der exportorientierten chinesischen Wirtschaft zusetze. Außerdem sei es eine "mühsame Aufgabe", die Binnennachfrage im bevölkerungsreichsten Land der Erde anzukurbeln.
Chinas Wirtschaft boomt seit Jahren. Vor der weltweiten Wirtschaftskrise konnte sie von 2003 bis zum ersten Halbjahr 2008 zweistellige Wachstumsraten verbuchen.
Um die Auswirkungen der Krise einzudämmen, hatte die Regierung in Peking im November vergangenen Jahres ein Konjunkturprogramm mit einem Umfang von umgerechnet rund 400 Milliarden Euro aufgelegt.
(sueddeutsche.de/AFP/pak/mel)
Linke-Parteitag in Göttingen
Die chinesischen Börsen haben seit Jahresbeginn kräftige Zuwächse erzielt. Grund ist vor allem die hohe Liquidität vieler Anleger dank weltweit niedriger Leitzinsen. Aber: Viele ignorieren die Fundamentaldaten vor Ort. Schon bald könnte es ein böses Erwachen geben. Nicht nur in China.
Der private Konsum der Chinesen, auf den die ganze Welt derzeit hofft, hat zwar deutlich zugelegt. "Das liegt aber vor allem an den Autoverkäufen, die um 20 Prozent gestiegen sind", sagt Chan. Dies wiederum ist auf Subventionen der Regierung zurückzuführen - das kommt gerade uns Deutschen bekannt vor.
Nicht nur das. Konjunkturpakete für den Konsum - nur ein kurzes Strohfeuer. Auch das kommt uns Deutschen bekannt vor. Seit 20 Jahren werden Jahr für Jahr 100 Milliarden Euro gen Osten geschaufelt - ein Großteil davon wird direkt in den privaten Konsum umgeleitet. So macht die Deutsche Einheit Spaß. Die einen malochen - die anderen geben das Geld aus. Nix Aufschwung.
----- Weltbank fordert neue Konjunkturpakete -----
Die Weltbank drängt die Staaten zu neuen Konjunkturpaketen. Grund: Die Erholung der Weltwirtschaft sei noch nicht nachhaltig, viele Produktionsanlagen weltweit seien noch längst nicht ausgelastet. China allein könne die Weltwirtschaft kaum stützen, sagte Weltbank-Volkswirt Justin Yifu Lin.
Für die derzeitige Konjunkturaufhellung seien dagegen nur kurzfristig wirkende Faktoren verantwortlich: "Die aktuelle Erholung wird von den Konjunkturprogrammen getrieben, und weil die Lager der Firmen leer sind." Diese Maßnahmen hälfen nur im Moment, sagte Lin.
Lin warnte die Regierungen der Industrieländer, die Konjunkturhilfen falsch auszugeben. "Wenn Regierungen das Geld nur für Konsum ausgeben, das kenne wir ja schon vom Solidarpakt, werden Sie dafür in Zukunft zahlen müssen", sagte der Chefvolkswirt der Weltbank. Wichtig sei, die Gelder so zu investieren, dass sie die Produktivität erhöhen, dann seien auch höhere Staatsschulden weniger gefährlich: "Wenn das Geld für Investitionen genutzt wird, erhöht das die Produktivität, die künftigen Einnahmen steigen, und damit können die Schulden bezahlt werden", sagte Lin.
w w w.welt.de/wirtschaft/article4878313/Weltbank-fordert-neue-Konjunkturpakete.html
----- China bremst die Industrie -----
Die chinesische Regierung verordnet sechs Branchen einen Schrumpfkurs.
China hat weitere Schritte zur Bekämpfung von Überkapazitäten in der Industrie eingeleitet. In der Stahl- und Zementindustrie sowie vier weiteren Branchen soll unter anderem durch eine Drosselung der Kreditvergabe das Wachstum gebremst werden. Zudem seien Behörden aufgefordert, Genehmigungen für Neuinvestitionen zurückzuhalten, hieß es in einer Erklärung von zehn Ministerien. Die Richtlinien gelten demnach auch für die Branchen Flachglas, Kohlechemie und Polysilizium sowie chinesische Windkraftausrüster. Die chinesische Regierung fürchtet durch die Überkapazitäten einen Preisverfall und rückläufige Gewinne.
w w w.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,655884,00.html
Der private Konsum der Chinesen, auf den die ganze Welt derzeit hofft, hat zwar deutlich zugelegt. "Das liegt aber vor allem an den Autoverkäufen, die um 20 Prozent gestiegen sind", sagt Chan. Dies wiederum ist auf Subventionen der Regierung zurückzuführen - das kommt gerade uns Deutschen bekannt vor.
So kann man sich auch ein Liedchen pfeifen im nachtdunklen Wald: Es geht wieder aufwärts mit der Stahlkonjunktur, freuten sich vor einigen Wochen einige Verbandsfunktionäre und lehnten sich damit für alle gut sichtbar aus dem Konjunkturfenster.
Der Weltstahlverbrauch ist, diese Zahl wurde gerade auf der Welttagung der Stahlproduzenten in Peking genannt, in diesem Jahr um knapp neun Prozent gesunken. Bedrohlich dabei ist, dass die Chinesen aufgrund eines staatlichen Konjunkturprogramms auf Teufel komm raus produzieren: 520 Millionen Tonnen stoßen sie in diesem Jahr aus - die gesamte EU bringt es auf 122 Millionen Tonnen. Es wird erwartet, dass chinesischer Stahl auch die europäischen Märkte überschwemmt und die Europäer das Nachsehen haben.
Zusammen mit massiven Kursgewinnen in kurzer Zeit ist an den Finanzmärkten allgemeiner Optimismus eingekehrt. Er leitet sich ab aus überaus positiv interpretierten Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Sie deuteten darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft rasch und deutlich aus der Krise der vergangenen Monate herausarbeiten könne, heißt es gemeinhin.
Das kräftige Kreditwachstum in China sei größtenteils auf staatliche Hilfsmaßnahmen zurückzuführen, heißt es logischerweise. Auch die Konjunkturerholung wurde von staatlichen Ausgabenprogrammen im Volumen von 4 Billionen Yuan oder umgerechnet knapp 400 Milliarden Euro angeschoben. Wenn die Programme nächstes Jahr enden, müsse China Wege finden, die Konjunktur ohne staatliche Hilfen am Laufen zu halten, erklären nun Experten.
Das Wirtschaftswachstum in China ist auch nach Schätzungen der Weltbank zu vier Fünfteln auf staatliche Stützungsmaßnahmen zurückzuführen. Diese haben die rekordhohe Eisenerzproduktion bei Rio Tinto und den chinesischen Autoabsatz von Volkswagen künstlich angeheizt. Auszug aus der FAZ vom 21.10.2009.
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