Schwere Schlampereien: Ermittler sehen die Schuld für das Berliner S-Bahn-Chaos beim Management der Betreibergesellschaft. Sie gehört zum Konzern der Deutschen Bahn.
Erhebliche Managementfehler sind mit Schuld an dem seit Monaten andauernden Chaos bei der Berliner S-Bahn. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Anwaltskanzlei Gleiss Lutz, den die Deutsche Bahn an diesem Dienstag öffentlich vorlegen will.
Berliner S-Bahn: Wegen Reparaturen war zeitweise nur noch ein Viertel der Flotte im Einsatz. (© Foto: ddp)
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Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung geht daraus hervor, dass es bei der Berliner Tochtergesellschaft in der Vergangenheit zu schwerwiegendem Managementversagen gekommen ist.
Die Vorwürfe reichten bis in das Jahr 2002 zurück, hieß es. Mitverantwortlich für das Chaos sei zudem der Zughersteller Bombardier, der in der Vergangenheit mangelhafte Züge geliefert habe, stellt der mehr als 60 Seiten umfassende Bericht fest.
Unbeschreibliche Pannenserie
Die Deutsche Bahn hatte die Anwälte und Wirtschaftsprüfer von Gleiss Lutz als externe Ermittler eingesetzt, um zu klären, wie es zu der unbeschreiblichen Serie von Mängeln und Pannen kommen konnte, die die Berliner Fahrgäste seit einem Jahr erdulden müssen.
Wegen Reparaturen und Wartungen war zeitweise nur noch ein Viertel der Flotte im Einsatz. Nur mit einem Notfahrplan konnte der Betrieb überhaupt aufrecht erhalten werden. Nachdem es im vergangenen Winter bereits Probleme wegen des Eises gegeben hatte, war im Sommer ein Radbruch hinzugekommen.
Im September stellte sich dann heraus, dass über Jahre hinweg die Bremsklötze an den Zügen regelwidrig gewartet worden waren. Weil die Bremsen zu versagen drohten, musste ein Großteil der Flotte sofort aus dem Verkehr gezogen werden.
Schon damals äußerte der Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, den Verdacht, dass die Schlampereien auf Anweisung von Vorgesetzten erfolgt seien. Die Bahn versprach, die Vorfälle lückenlos aufklären zu lassen.
Bericht wird Staatsanwaltschaft übergeben
In den vergangenen Monaten haben die Gleiss-Lutz-Ermittler unzählige Gespräche mit Mitarbeitern der S-Bahn geführt, um die Vorgänge nachzuvollziehen. Diesen war war zugesichert worden, dass ihre Aussage keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen hat.
Das gilt allerdings nicht für die Führungsetage. Vier Geschäftsführer der S-Bahn wurden bereits beurlaubt. Den Bericht wird die Bahn nun der Staatsanwaltschaft übergeben. Deren Ermittlungen will sie abwarten, bevor sie weitere personelle Konsequenzen zieht. Auch Schadenersatzansprüche kommen in Betracht.
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(SZ vom 23.02.2010/pak)
Anti-Piraterie-Abkommen
... Kontrolle ist besser. Deshalb hat die Deutsche Bundesbahn auch eine eigene Abteilung besessen, die die Fahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft hat und den Bau bei den Firmen begleitet hat, bevor das Fahrzeug auf die Öffentlichkeit losgelassen wurde. Das hat sich jahrzehntelang bezahlt gemacht, da nur betriebstaugliche Fahrzeuge abgenommen wurden. Leider ging auch das Wissen und die Fachkompetenz der DB Werkstätten verloren, da man seit der AG Umwandlung der Meinung war, das eigenes Personal und hauseigenes Wissen nur Kostenfaktoren waren und das Personal grundsätzlich der Rendite, den Profit und die Boni schmälern. Im Prinzip müssen wir Herrn Mehdorn dankbar sein, das er die DB so schnell abgewirtschaftet hat, da hier genau das schon vorab gezeigt wird, was nach dem tatsächlichen Verkauf der DB auf den Steuerzahler und den Kunden zukommt. Ein ehemals funktionierender Staatsbetrieb, der durch private Manager ausgeplündert wird und dann wie ein Kadaver dem Staat vorwurfsvoll vor die Füsse geworfen wird, weil die Kuh nicht fett genug war. Die jeweilige Bundesregierung hat genau diese Firmenbestatter ins Amt berufen. Es wäre also falsch, diese Vorstände jetzt zu schelten, da diese nur den Wünschen der jeweiligen Regierung erfüllen. AG bedeutet ja auch nicht Aktiengesellschaft sondern: "Alles Gelogen und Alles Geraubt". Also kein Verkauf der DB, da es sich um ein wertvolles Volksvermögen handelt, das nicht den Spekulanten in die Hände fallen darf. Es müssen Eisenbahner in den Vorstand, keine Vorstände aus Luftfahrt, Öl- und Autoindustrie. Die wollen eine kaputte Bahn. Es ist eine grundsätzliche Verkehrswende hin zum Schienenverkehr erforderlich. Der Schienenverkehr kann wesentlich mehr leisten, wenn man endlich die Schienen-Projekte, die seit 30 Jahren im Bundesverkehrswegeplan ruhen, umsetzen würde. Statt dessen wird der Lkw gefördert und der Gigaliner als Konkurrenz zum Güterschienenverkehr aufgebaut. Das die Menschen mehr Nahverkehr fahren wird von der Politik ignoriert, da die Autolobby aktive Fehlinformationen liefert und weil sie um ihre Subventionen und Pfründe fürchtet. Ein neuer Haltepunkt, der 10 Tsd Bürger an den ÖPNV anbindet wird als unfinazierbar dargestellt, aber innerhalb weniger Wochen werden milliardenschwere Subventionen für die Autoindustrie auf Pump gemacht. Die Umweltkanzlerin ist eine Strassenkanzlerin und wir Bürger müssen dies mit gefährlichen Umweltveränderungen und Mobilitätseinschränkungen bezahlen. Bürgerbahn statt Börsenbahn!
Die Bahn sollte an die Börse und das so schnell wie möglich. Der Nachweis, das die Bahn profitabel betrieben werden kann, ist dafür die Voraussetzung. Wartung und Kontrollen und vor allem das nötige Personal dafür kosten aber viel Geld. Also hat man Wartung und Kontrollen zurückgefahren und das Personal gefeuert. Die Bahn fuhr auf Verschleiss.
Keine Ahnung wann diese Entscheidung gefallen war. Aber wenn Fahrzeuge und Betriebseinrichtungen in gutem Zustand sind, dann kann man ein Unternehmen ziemlich lange auf Verschleiss fahren, bis es einer merkt. Lange genug um die Bahn lukrativ erscheinen zu lassen? Lange genug um die, von den Erfahrungen mit der T-Aktie mistrauisch gewordene, Öffentlichkeit zum Kauf der Bahnaktie zu animieren?
Für Mehdorn muß das wie ein kalkulierbares Risiko ausgesehen haben. Ein Spiel mit Menschenleben. Die Verzögerungen beim Börsengang und die minderwertigen Radsätze and en Wagen der S-Bahn haben diese Spekulation platzen lassen.
wenn ein Unternehmen glaubt mit "Managern" und "Verwaltung" eine technische Aufgabenstellung abwickeln zu können.
Wenn ein Betriebswirt auf 10 Ingenieure/Techniker kommt, dann muss dieser durch geschickte Organisation mindestens 10% Effizienzgewinn erreichen um überhaupt seine Existenz rechtfertigen zu können. Ich will nicht wissen, wie das Verhältnis in Großkonzernen wie der Bahn ist. Siehe Siemens, angeblich Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe alleine in der Münchner Verwaltung wenn der letzte Bericht korrekt ist.
Der Bericht sagt viel aus,allerdings auch nicht viel neues,warum ? Die heutigen Manager sind das Uebel,frueher hiessen sie Direcktoren, Werkleiter und waren auch verantwortliche Chefs gewesen. Sie wurden durch den geschmeidigen inkompetenten und Geldgierigen Manager ersetzt,erst wenn dieses Uebel beseitigt wird, kann es besser werden. Das der Zughersteller Brombadier auch miese Qualitaet geliefert hat,liegt an den heutigen Ausschreibungen,da nur der billige Jakob den Auftrag bekommt,Qualitaet spielt da keine Rolle mehr.
"dem seit Monaten andauernden Chaos". Leider kaut auch Frau Kuhr das allgemeine Katastrophenvokabular dieses - gar so schrecklichen - Winters wieder. Die Berliner ertragen die Beeinträchtgungen im S-Bahn-Verkehr mit dem ihnen eigenen Gleichmut. Von "Chaos" ist nur in den Medien die Rede. Pünktlich und dicht vertaktet fahrende Züge sind wünschenswert, keine Frage.
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