Cebit Sushi und Sahne

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Die Kanzlerin und Japans Premier absolvieren auf der Cebit den traditionellen Rundgang. Sie sind sich einig: IT sei wichtig und zusammen wolle man auf diesem Gebiet wachsen.

Von Katharina Kutsche

Ein Bienenkorb auf der Cebit? Gibt's bei der Telekom. Darin steckt ein Sensor. Steigt die Temperatur im Stock an oder summen die Bienen lauter als sonst, informiert der Sensor den Imker auf dem Smartphone. An diesem Beispiel erklärt Telekom-Chef Timotheus Höttges Angela Merkel und ihrem Gast Shinzo Abe das Internet der Dinge (IoT). Die Bundeskanzlerin und der japanische Premierminister sind auf der Computer- und IT-Messe in Hannover unterwegs. Beim traditionellen Rundgang am ersten Messetag absolvieren Merkel, Abe und die japanische Delegation einen strammen Marsch durch die Messehallen. Der Stand der Telekom ist einer von 13 Zwischenstopps. Ausgewählte Aussteller dürfen ihre Entwicklungen den Politikern präsentieren - und vor den Regierungschefs ein wenig auf die Sahne hauen. Der Bienen-Sensor "mit GPS und allem Drum und Dran", sagt Höttges, sende über Narrowband IoT. IoT, das steht für Internet of Things. Auch im Kleinen könne das großen Nutzen bringen. Und schließlich sei die Telekom doch auch wie ein fleißiges Bienenvölkchen. Gelächter am Stand.

Zu Beginn des Rundgangs hatte Shinzo Abe den japanischen Pavillon in der Halle 4 eröffnet. Japan ist dieses Jahr Partnerland der Cebit und mit 118 Ausstellern vertreten. Abe betonte, dass kein anderes Partnerland je mit so vielen Unternehmen auf der Messe gewesen sei. "Das ist Ausdruck unseres starken Willens, mit Deutschland gemeinsam zu wachsen", so Abe. Merkel ihrerseits sagte, sie freue sich über die Bedeutung, die Japan der Cebit beimesse. 2017 sei ein gutes Jahr: "Wir erleben eine Phase, in der sich die Digitalisierung in alle Lebensbereiche ausbreitet."

Der Rundgang zeigt genau das. Sushi-aufpickende Roboterarme, eine hochtechnische Prothese, die am Bauch des Nutzers befestigt wird und die metallenen Beinschienen in den weißen Orthopädieschuhen per Sensor bewegt. Und am Stand von SAP gibt eine Software Katastrophenhilfe in Echtzeit: Satellitengestützt zeigt das System etwa nach Erdrutschen, in welchen Regionen betroffene Menschen leben und empfiehlt, wo Versorgungszentren aufgebaut werden sollten. Abe signalisiert Interesse, schließlich sind Japans Inseln erdbebengefährdet. Allerdings sind viele Neuerungen auf der Cebit keineswegs so greifbar wie diese. Als Höttges der Kanzlerin erklärt, wie sich die Telekom ihre 900-Mhz-Frequenzen mit Vodafone teilt, ist bei der studierten Physikerin eine Grenze erreicht. "Na ja, okay", sagt Merkel trocken, "fast verstanden."