Cayman Islands Bedrohtes Steuerparadies

Bietet mehr als Strand: Cayman Islands

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Firmenchef? Unbekannt. Besitzer? Unbekannt. Doch die Cayman Islands könnten bald ihren Ruf als Steueroase verlieren. Denn die Aufsicht will die Namen der Investoren veröffentlichen.

Die Cayman Islands sind ein echtes Paradies. Für Millionen von Kreuzfahrttouristen, die jedes Jahr auf dem britischen Überseegebiet haltmachen - und für Unternehmen und Hedgefonds, die den Finanzplatz in der Karibik nutzen, um Abgaben an den Fiskus zu vermeiden. Steuerfreiheit und ein strenges Bankgeheimnis boten bislang ein optimales Versteck. Das soll sich nun offenbar ändern: Die Caymans wollen ihren schlechten Ruf loswerden und planen deshalb Reformen, die für mehr Transparenz sorgen sollen, berichtet die Financial Times.

Demnach will die örtliche Aufsichtsbehörde CIMA die Namen von Tausenden bislang geheimen Unternehmen und ihren Geschäftsführern offenlegen. Eine öffentliche Datenbank soll die Niederlassungen auf der Insel enthalten. Das geht aus einem Brief der Aufseher an vor Ort ansässige Unternehmen und Hedgefonds hervor, aus denen die FT zitiert. Die CIMA wollte die Pläne nicht kommentieren.

Während in den USA und Europa der Kampf gegen Steuerhinterzieher in den letzten Jahren verstärkt wurde und Länder wie die Schweiz dem Druck nachgeben, können Steuerflüchtlinge auf den Karibikinseln nach wie vor relativ unbehelligt ihr Geld bunkern.

Allerdings war es wohl nicht nur politischer Druck, der die örtlichen Aufseher nun zu diesem Schritt bewegt hat - es waren ausgerechnet die Hedgefonds-Investoren, die mehr Transparenz gefordert hatten. Viele der großen Investoren hatten bislang keine Möglichkeit, die Fonds auf den Caymans zu überprüfen, in die sie ihr Geld stecken.

"Wir haben schon länger nach mehr Transparenz gerufen", sagt Vincent Vandenbroucke von Hermes BPK der FT. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass die Chefs der Cayman-Fonds im Verborgenen arbeiten.

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