DFL-Geschäftsführer Christian Seifert über das geplatzte Geschäft mit Leo Kirch, die Zukunft der ARD-Sportschau - und wie es jetzt weiter gehen soll.
Christian Seifert, 39, ist Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). Er handelte im vergangenen Oktober einen Drei-Milliarden-Vertrag über die Fernsehvermarktung der Fußball-Bundesliga für insgesamt sechs Spielzeiten aus. Jetzt wurde das Geschäft wieder gekündigt. Ende Juli hatte das Bundeskartellamt in Bonn sein Veto dagegen eingelegt.
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DFL-Geschäftsführer Seifert mit Ligapräsident Reinhard Rauball und der Kirch-Vertraute Dieter Hahn (von links). (© Foto: AP)
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SZ: Herr Seifert, das Milliardengeschäft mit Leo Kirch und der Agentur Sirius ist endgültig gescheitert. Sehen Sie das als persönliche Niederlage?
Christian Seifert: Nein. Nicht Idee und Konzept unseres Modells sind gescheitert. Die Gründe liegen vielmehr in einer schwer nachvollziehbaren Entscheidung des Bundeskartellamts bezüglich der Zentralvermarktung. Das hat mit der Geschäftsidee an sich letztlich nichts zu tun. Wenn das Gebäude nun nicht mehr erstellt werden kann, sagt das nichts über die architektonische Konstruktion aus - eher über den Zustand des Grundstücks, und das befindet sich augenscheinlich in Deutschland.
SZ: Hätten Sie die rechtliche Situation vielleicht vorher genauer prüfen sollen?
Seifert: Das haben wir getan - ebenso wie die EU und alle anderen europäischen Profi-Ligen. Die EU hat durch ihre siebenjährige Prüfung der Bundesliga, der Champions League und der Premier League die Rahmenbedingungen für die Zentralvermarktung vorgegeben. Es gibt nicht wenige Juristen, die der Meinung sind, dass die Vorgaben des Bundeskartellamtes wenig mit einer einheitlichen Umsetzung europäischen Rechts zu tun haben. Niemand konnte sich doch bisher vorstellen, dass die Ausstrahlung der Bundesliga an eine bestimmte Uhrzeit gekoppelt wird. Bei den jetzt vom Bundeskartellamt gesetzten Rahmenbedingungen wäre übrigens auch die letzte Ausschreibung von 2005 unrechtmäßig.
SZ: Ihnen wird vorgeworfen, Sie hätten einseitig auf Kirch/Sirius gesetzt. Warum hatten Sie keinen Plan B?
Seifert: Selbstverständlich gab es immer einen Plan B. Wir waren immer darauf vorbereitet, dass wir die Rechte auch selbst ausschreiben können, wenn es erforderlich würde. Wir sprechen dazu schon seit Wochen mit diversen Marktteilnehmern, das war auch mit Sirius so abgestimmt.
SZ: Wie ist der Zeitplan?
Seifert: Der Zeitplan ist vergleichbar mit dem von 2005. Damals haben wir am 1. Oktober die Ausschreibung angekündigt, am 1. November gingen die Unterlagen raus, am 1. Dezember kamen die Angebote und am 21. Dezember haben wir die Rechte vergeben - mit einer Steigerung auf Rekordniveau, wovon die Bundesliga noch heute profitiert.
SZ: Haben Sie soviel Zeit?
Seifert: Möglicherweise könnte die Entscheidung schon Anfang Dezember fallen. Einige Marktteilnehmer sind bekanntlich an Klarheit vor dem Weihnachtsgeschäft interessiert.
SZ: Werden Sie in eigener Regie den geplanten Bundesligasender anbieten?
Seifert: Nein, das ist nicht geplant. Das Produktionsrisiko ist für die DFL und damit die Clubs alleine einfach zu hoch.
Lesen Sie im zweiten Teil, warum die DFL eine kurzfristige Offerte der Rechteagentur Sportfive ablehnte - und wie die Chancen für die ARD-Sportschau stehen.
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Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
auch die Neoliberalen in DFL und EU müssen damit leben lernen, dass so manche Blase platzt.
Es ist mit Sicherheit im Sinne der Fans, dass damit wohl die irrsinnigen Anstoßzeiten (12:30 etc) vom Tisch sind.
Fehlen die Fans fehlt auch die Attraktivität fürs (Live) Fernsehen