In keiner deutschen Stadt nehmen die Bürger so viel Unterstützung des Staates in Anspruch wie in Berlin. In den südlichen Bundesländern sieht es ganz anders aus.
In Berlin ist das Armutsrisiko so hoch wie sonst nirgends in Deutschland. Vergleichsweise niedrig ist es dagegen in Bayern und Baden-Württemberg. Das ergibt ein Bundesländer-Vergleich der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung.
Zwischen den neuen und den alten Bundesländern gibt es immer noch große Unterschiede. (© Foto: AP)
Anzeige
Der Aufholprozess in den neuen Ländern geht demnach nur sehr schleppend voran. Die Stiftung analysierte für ihre Studie "Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2010" den Zeitraum zwischen 2006 und 2008.
In den beiden süddeutschen Bundesländern waren durchschnittlich nur etwas mehr als 50 von 1000 Einwohnern auf Unterstützung vom Staat angewiesen. In der Bundeshauptstadt erhielten dagegen knapp 200 von 1000 Bürgern staatliche Leistungen - das sind 20 Prozent.
Das letzte Drittel der Länder führen Sachsen und Brandenburg mit jeweils 14 Prozent an. Dahinter folgen Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 17 Prozent vor Schlusslicht Berlin.
Alleinerziehende besonders betroffen
Eine Ursache für den großen Unterschied zwischen West und Ost ist nach Ansicht der Stiftung, dass es in den neuen Ländern deutlich mehr allein erziehende junge Mütter und Väter gibt. Hier müssen im Schnitt 35 Prozent der Eltern unter 20 Jahren ihre Kinder ohne Partner aufziehen.
In den westdeutschen Flächenländern schwankt ihr Anteil zwischen knapp 17 Prozent in Baden-Württemberg und gut 22 Prozent im Saarland.
Die erfolgreichsten Länder im Bereich Beschäftigung sind Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. Die fünf neuen Länder und Berlin liegen wie seit Jahren in der Schlussgruppe.
Beim Einkommen, beurteilt nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Wirtschaftswachstum, sind die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze. Am Ende der Rangliste befinden sich die ostdeutschen Länder (außer Sachsen-Anhalt) und Schleswig-Holstein.
(sueddeutsche.de/dpa/hgn/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
In der Hartz IV-Hauptstadt Berlin kann man ganz gut erkennen, was diesem Land im Falle eines rot-roten Bündnisses drohen würde. Brandenburg wird wohl auch bald "nachziehen"...
Berlin, das ist die Region, die schon von Anbeginn dieser Republik,
gepampert wurde und das nicht so wenig. Man gewöhnt sich daran,
allen vorran das "Bundesland Berlin".
Nicht zu vergessen ist das es sich auch in der ehemaligen DDR, so mit Berlin verhielt, ergo beide Stadtteilregionen, hingen und hängen intensiv am Tropf.
So lebt es sich doch ganz gut, oder?
ob zuviel DDR in den Köpfen steckt, wage ich zu bezweifeln; die Argumentation ist mir ausserdem deutlich zu platt. Es hat sich eher die Resignation in die zweite Generation vererbt, die erste dachte vielleicht dass mit dem Beitritt zum goldenen Westen alles super wird und man dabei selbst nichts tun muß. War nicht so, im Gegenteil (Danke, Herr Kohl!).
Beim zweiten Punkt stimme ich voll zu. Man trifft in Berlin sooo viele, die hinziehen weil "Berlin" draufsteht und sie naiv glauben, dass das cool ist. Im Pass "Berlin" stehen zu haben ist eine Allüre für viele, die nix können.
Niemand will sich über die Menschen in Berlin erheben - außer daß sie so schlecht wählen. Auch was elliot27 schreibt, ist zumindest teilweise richtig: Die Anstrengungen in NRW sind tatsächlich bewundernswert.
Mein Punkt ist aber, daß gute Entwicklungen NIE durch linke Kräfte erfolgen. Die SPD-Protagonisten der positiven Entwicklung in NRW (Clement, Steinbrück) sind der Partei längst nicht mehr vermittelbar. Berlin wäre noch bankrotter, wäre Thilo Sarrazin nicht gewesen.
Jetzt fordern einige wegen eines schlechten Jahres bei der BayernLB einen Richtungswechsel in Bayern, ohne etwas besseres anzubieten als die besonders verkorkste Bayern-SPD. Dagegen wende ich mich entschieden.
dazu, die "niederen Instinkte" mancher Bundesbürger zu befriedigen. Es ist ja so herrlich, auf andere herabzusehen. Der "Mannschaftsgedanke ist in diesem Land ja so ausgeprägt. Zur Erinnerung: auch Bayern war mal Empfängerland. Die wahren Ursachen der wirschaftlichen Erfolglosigkeit einiger Länder sind sicher vielschichtig und haben sich über Jahre entwickelt. Bedauerlich ist allenfalls, daß die betroffenen Bürger in dieser langen Zeit nicht gemerkt haben oder merken wollten, daß sie von Dilettanten in den Ruin getrieben wurden. Diese einzige Verantwortung bleibt ihnen.
Paging