Von Helga Einecke

Die Bundesbank hat immer noch nicht ganz überwunden, dass der Euro die Mark verdrängt hat - jetzt wird sie 50 Jahre alt.

Axel Weber erklärt in diesen Tagen immer wieder, warum man die Bundesbank auch nach 50 Jahren noch braucht.

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Axel Weber, Chef der Deutschen Bundesbank. (© Foto: dpa)

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Also sagt der Präsident der Bundesbank, sein Haus versorge die Bevölkerung mit Bargeld und stelle sicher, dass die Deutschen an ihre Scheine und Münzen kommen; auch die Zahlung per Computer sei ohne die Bundesbank undenkbar; die Kontrolle der Kreditinstitute brauche ebenfalls viel Personal und Zeit; und die Volkswirte seines Hauses müssten sich zudem ein genaues Bild von der Konjunktur und der Stabilität der Finanzmärkte machen.

Die Bundesbank ist die größte Nationalbank im Euro-Raum, am 1. August 1957 nahm sie ihre Arbeit auf. Doch seit es die Mark nicht mehr gibt, hat sie ihre wichtigsten Aufgaben verloren: die Steuerung der Geldpolitik und ihrer eigenen Währung. Das macht nun die Europäische Zentralbank (EZB) für 13 Länder. Nur Weber bestimmt, als einziger Vertreter der Bundesbank, im EZB-Rat noch die Zinspolitik mit.

Weber will und muss für die Bundesbank eine neue Rolle finden. Den Mitarbeitern mutet er den Abbau von Stellen und den Verzicht auf Einkommen zu, er schließt Filialen und kürzt Privilegien. Den älteren Bundesbank-Mitarbeitern fällt der Abschied von der glorreichen Zeit schwer, der Apparat ist nicht gerade in Feierlaune. Dennoch wird es im September einen Festakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geben.

Vertrauen im Volk

Die Bundesbank beherrschte vor dem Start des Euro die Geldpolitik in Europa und steuerte mit der Mark die zweitwichtigste Währung der Welt. Sie genoss das Vertrauen der Bevölkerung und der Politik.

Ihre starke Stellung fasste der französische Politiker Jacques Delors so zusammen: "Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle an die Bundesbank". Dass sie so weit kommen würde, war 1957 nicht absehbar.

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss unterschrieb am 26. August das Gesetz über die Bundesbank, es trat am 1. August in Kraft. Die neue Währung, die Mark, hatten die Alliierten bereits 1948 zusammen mit der Bank deutscher Länder eingeführt, dem Vorläuferinstitut der Bundesbank.

Wenige nahmen vom Start der Bundesbank Notiz, Deutschland war mit dem Aufbau und dem Wirtschaftswunder beschäftigt.Zwei Gründe waren für ihren Erfolg entscheidend. Erstens war die Währungsbehörde unabhängig von Weisungen der Regierung.

Zweitens entschied ein pluralistisches Gremium, der Zentralbankrat, über die Geldpolitik; der Rat spiegelte den föderalen Aufbau der Bundesrepublik wider, trug die Entscheidungen in die Regionen und verbreitete so die Akzeptanz der Bank.

Die aufstrebende Bundesbank geriet immer wieder in Reibereien mit der Politik. 1956 versuchte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) vergeblich, den Zentralbankrat von Zinserhöhungen abzubringen.

Er bezeichnete die höheren Zinsen als "Fallbeil, das die kleinen Leute trifft". Diese "Fallbeil-Rede" ging in die deutsche Währungsgeschichte ein und sorgte für die erste Solidarisierung der Öffentlichkeit mit der späteren Bundesbank.

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