Die Bundesregierung lobt sich selbst: Mit fast zehn Milliarden Euro Staatshilfe seien in der Wirtschaftskrise tausende Jobs gerettet und sogar neue geschaffen worden.
Das Krisenjahr 2009 ist beendet, die Bundesregierung zieht Bilanz: Mit fast zehn Milliarden Euro Staatshilfen aus dem "Deutschlandfonds" seien vor allem im Mittelstand fast 200.000 Jobs gerettet worden. Mehr als 10.500 Arbeitsplätze wurden nach Angaben der Bundesregierung neu geschaffen. Etwa 9100 Firmen erhielten staatliche Kredite und Bürgschaften. So steht es in einem Bericht des Wirtschaftsministeriums, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.
Fast zehn Milliarden Euro hat die Bundesregierung nach eigenen Angaben für die Rettung von Arbeitsplätzen ausgegeben. (© Foto: dpa)
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Von den bisher bewilligten 9,7 Milliarden Euro Staatshilfe flossen demnach 5,7 Milliarden Euro als Kredite über die Staatsbank KfW, etwa vier Milliarden Euro wurden als Bürgschaften gewährt.
Etwa 94 Prozent der knapp 2500 Kreditzusagen entfielen auf kleine und mittelgroße Firmen, die 2,9 Milliarden Euro Hilfe bekamen. "Dies zeigt, dass insbesondere der Mittelstand vom KfW-Sonderprogramm profitiert", schreibt das Ministerium.
Gegen die Kreditklemme
Große Konzerne erhielten bislang 2,8 Milliarden Euro an Krediten. Auch das neue Angebot der Regierung für "Globaldarlehen" der KfW wird angenommen: Mit HypoVereinsbank und Deutscher Bank wurden bereits Verträge über insgesamt 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Damit sollen die Banken Firmen mit Finanzmitteln versorgen.
Viele Unternehmen klagen seit Monaten über eine Kreditklemme, weil ihre Hausbanken kein frisches Geld herausrücken oder die Zinsen stark angehoben haben. Die Banken senken in der Krise eher den Daumen, wenn Firmen über keine ausreichenden Sicherheiten verfügen. Bei diesen Engpässen kann der staatliche Deutschlandfonds einspringen.
Er war im Vorjahr mit dem zweiten Konjunkturpaket aufgelegt worden und umfasst 115 Milliarden Euro. Davon entfallen 40 Milliarden Euro auf Kredite sowie 75 Milliarden Euro auf Bürgschaften. Der Staat kann aber nur Firmen helfen, die allein durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise in Schieflage geraten sind.
Brüderle hat schon reagiert
Die Unterstützung ist an strenge Kriterien gebunden. Firmen müssen nachweisen, dass sie zum 1. Juli 2008 noch keine wirtschaftlichen Probleme hatten. Das wäre eine Hürde für mögliche Staatshilfen für den Autobauer Opel. Unterstützung in Milliardenhöhe erhielten vor allem die ums Überleben kämpfenden Werften an Nord- und Ostsee.
Wirtschaftsverbände loben den Deutschlandfonds grundsätzlich, fordern aber Änderungen. Die Anträge seien für kleine Betriebe noch zu kompliziert, die Laufzeiten zu kurz. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat bereits reagiert. Zusammen mit der KfW wird das Sonderprogramm für den Mittelstand nachgebessert.
Konkret soll Liquidität schneller und mit längeren Laufzeiten bereitgestellt werden. "Die Dynamik und Nachhaltigkeit der gerade einsetzenden konjunkturellen Erholung hängen wesentlich davon ab, dass die Unternehmen rechtzeitig Zugang zu ausreichend Betriebsmitteln erhalten", hatte Brüderle im Dezember erklärt.
Die FDP will grundsätzlich strengere Regeln bei der Vergabe von Staatshilfen durchsetzen. Die Banken könnten nicht dauerhaft Risiken in der Unternehmensfinanzierung auf den Staat abwälzen. Die Banken selbst wollen 2010 bei der Kreditvergabe großzügiger werden. Auf dem Krisengipfel bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten Privatbanken und Sparkassen zusätzliche Kredit- und Eigenkapitalhilfen in Milliardenhöhe angekündigt.
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(sueddeutsche.de/dpa/mikö/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Soso, Augenwischerei sonst nichts ! 2010 wird noch schlimmer werden und Ihr Abzocker wisst es ganz genau !
"Konkret soll Liquidität schneller und mit längeren Laufzeiten bereitgestellt werden"
aber
"Die FDP will grundsätzlich strengere Regeln bei der Vergabe von Staatshilfen durchsetzen."
Das gleiche Strickmuster wie bei den Steuergeschenken:
jetzt noch schnelle eine neue Absetzmoeglichkeit und Geschenke fuer einzlne Gruppen, aber grundsaetzlich wollen wir ein einfacheres, gerechteres ...
Nachdem die Regierungen der Länder schon gezeigt haben, wie gut sie mittels Landesbanken Kredite zu vergeben wissen, ist nun die Zeit gekommen, das auf Bundesebene zu wiederholen...
10 Mrd soll der Staat ausgegeben haben. Davon 6 Mrd KfW und 4 Mrd Bürgschaften. Das bedeutet, die Geschäftsbanken haben Risiken im Wert von 10 Mrd aus den Büchern und kassieren dennoch die Zinsen dieser Geschäfte. KfW Kredite sind im Insolvenzfall oft "Nachrangig".
Unter "ausgegeben" verstehe ich was anderes, denn aich KfW Kredite sind zu verzinsen. Ausgegeben worden sein wird am Ende nur das Geld, was nicht zurückgezahlt und damit wieder reinzuholen ist. Bei 7% Ausfallquote wären das 700 Mio, was bei 200.000 Jobs 3500 je Arbeitsplatz sind. Gemessen an den Kosten u.a. von Bergbaujobs und "erneuerbaren Energien" sind das Ackermannsche Peanuts.
Wenn Staats- wie Privatbanken die Rechnung an den Steuerzahler weiterreichen, dann liegt das Problem nicht in der Trägerschaft, sondern im Geschäftsmodell. Der Staat, der Steuerzahler und die Allgemeinheit müssen wieder Kontrolle über das Finanzsystem gewinnen. Dazu gehört als aller erstes, Geisterfahrer wie Herrn Rösler, der lieber heute als morgen auch noch die Gesundheitsvorsorge in den Kreislauf der globalen Finanzspekulation einspeisen will aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu gehört dann auch eine risikoproportionale Besteuerung von Geschäftsmodellen, die Kursfeuerwerke an den internationalen Börsen auslösen. Wenn sich dann die Privatbanken auf die Bereitstellung von Kapital für Betriebsinvestitionen konzentriren, hat keiner etwas dagegen.
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