Der Virus der Gier
Marjorie Hillis: Stilvoll sparen - Mit Chic und Charme durch schwere Zeiten, Pendo Verlag, 12,95 Euro. (© Foto: oH)
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Das Fieber schlägt einem schon aus den ersten Seiten entgegen. Der Leser trifft den Spekulanten Saccard und aus dessen Perspektive wie in einer Kamerafahrt all die Geschöpfe der Geldwelt: Spieler und Pessimisten, reiche Banker, korrupte Politiker und Betrüger.
Emile Zolas Roman spielt im Paris des 19. Jahrhunderts, doch er trägt seinen universellen Titel zu Recht. Was der Hunger nach Geld und noch mehr Geld aus den Menschen macht, schildert Zola ein für allemal. Saccard, ruchlos, oft erfolgreich und ebenso oft bankrott, erfindet die ultimative Marketingidee: Exotik plus Vision plus Religion plus Rendite - und zieht damit Tausenden Anlegern das Geld aus der Tasche.
Aufstieg und Fall, Wahrheit und Lüge, Verführung und Enttäuschung, all diese Lebensthemen fliegen 585 Seiten lang atemlos am Leser vorbei. Das Buch dient auch als Medikament gegen all zu einfache Erklärungen der Finanzkrise, die gerade das Leben der Erdbewohner verheert.
Die Gier nach Geld steckt in fast jedem, ist aus Zola zu lernen, nicht nur in ein paar anonymen Investmentbankern. Die Bescheidenen und Anständigen kommen selten weit, ist weiter zu lernen - eine halbwegs gerechte Gesellschaft bedarf also viel Arbeit.
Der Leser kann sich aber auch einfach all die Schlussfolgerungen sparen und sich dem Fieber einer Geschichte hingeben, die es sicher mit dem Fieber der Geldgier aufnehmen kann.
Emile Zola: Das Geld, Insel Verlag, 11 Euro.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak