Günstig urlauben, schön aussehen, fiebrig lesen, eventuell reich werden oder auch glücklich: Acht Werke, die in diesem Jahr unter dem Christbaum liegen könnten. Ausgewählt von der SZ-Wirtschaftsredaktion.

Bücher gehören zu den beliebtesten Geschenken an Weihnachten. Ob Belletristik, Sachbuch oder unterhaltendes Comic - Gedrucktes kommt zum Fest immer gut an. Auch rund um das Thema Geld bieten die Verlage zahlreiche Werke an. Vor allem Sachbücher zur richtigen Geldanlage, aber auch Titel, die die aktuelle Finanzkrise erläutern und einen Weg daraus weisen wollen, liegen bei den Buchhändlern.

Bücher, Bücherstapel; ddp

Bücher auf der Leipziger Buchmesse: Pünktlich zu Weihnachten hält der Buchmarkt zum Thema Geld einige Werke parat. (© Foto: ddp)

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Die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung hat acht Titel ausgewählt, die einem beim Thema Geld nicht sofort in den Sinn kommen.

Zu viel Enge - trotz Freiheit

Wer an Weihnachten neben dem Magen auch das Hirn beschäftigen will, knöpft sich Georg Simmel und die "Philosophie des Geldes" vor. Zu den anschaulicheren Sätzen gehört dieser: "Das Geld ist die Spinne, die das gesellschaftliche Netz webt." Der moderne Mensch ist darin gefangen, argumentiert Simmel. Geld sei, verkürzt ausgedrückt, zu einer Art Religion geworden.

Simmel ahnte nichts von der Globalisierung. Und doch gibt er den Schlüssel zum Verständnis, aus abstrakter Soziologensicht, warum die Welt ächzt, wenn in den Vereinigten Staaten faule Hypotheken-Kredite vergeben werden.

Geld ist, laut Simmel, der "warme Strom des Lebens". Stockt dieser Fluss, die Geldzirkulation, etwa durch eine Finanzkrise, wird es kompliziert. Simmel beschreibt verschroben altertümlich, aber inhaltsreich, wie das Geld den Menschen unendlich viele Freiheiten beschert, ihn aber auch einengt. Am Ende greift es so sehr in seinen Alltag ein, dass es ihn eher be- als entlastet. Heute würde man von der Ökonomisierung des Lebens sprechen.

Angesichts dieser Abhängigkeit kann der Mensch die gewonnene Freiheit so recht nicht genießen. Ein Dilemma, das zeitlos ist und Simmel persönlich traf: Einen Teil seines geerbten Vermögens verlor er durch Spekulation.

In einem Kapitel des mehrere hundert Seiten dicken Konvoluts erörtert er, welche psychologischen Mechanismen dazu führen, dass das Geld selbst unseren Charakter bestimmt, beispielsweise die Gier. Auch hier lassen sich aus dem Buch erhellende Rückschlüsse auf die Gegenwart ziehen.

Georg Simmel: Philosophie des Geldes, Suhrkamp, 18,50 Euro.

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