Bruttoinlandsprodukt Russische Wirtschaft schrumpft erstmals seit fünf Jahren

  • Wachstumsstopp in Russland: Im November ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent zurückgegangen und damit zum ersten Mal seit fünf Jahren.
  • Russland ist als Energielieferant vom Ölpreis abhängig. Doch der ist stark gefallen. Zudem leidet der Staat unter Sanktionen und dem Verfall des Rubel.

2014 bricht das Wachstum ein

Russlands Wirtschaft leidet unter niedrigen Ölpreisen und Sanktionen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im November 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent und damit erstmals seit Oktober 2009, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Vor allem die Dienstleister, der Bau und der Agrarsektor schwächelten.

Ölpreise sinken, der Rubel fällt

Russland ist als Energielieferant stark vom Ölpreis abhängig. Seit Juni fiel er um etwa 50 Prozent, die Einnahmen sind um etwa 100 Milliarden Dollar zurückgegangen. Öl und Gas machen mehr als zwei Drittel der russischen Exporte aus, der Staatshaushalt hängt beinahe zur Hälfte von diesen Rohstoffen ab.

Gleichzeitig verliert der Rubel an Wert. Darunter leidet die Bevölkerung, weil alltägliche Produkte teurer werden, die Löhne aber stagnieren. Besonders Importgüter aus dem Ausland verteuern sich durch den Währungsverfall. Auch ausländische Konzerne bemerken das. Viele deutsche Firmen finden für ihre Maschinen und Autos in Russland weniger Abnehmer. Durch Kapitalflucht verlor Russland in diesem Jahr zudem etwa 125 Milliarden Dollar. Westliche Sanktionen schwächen die Wirtschaft zusätzlich.

Kommendes Jahr könnte noch schlimmer werden

Russlands Finanzminister Anton Siluanow hatte jüngst angekündigt, die Wirtschaftsleistung könne im kommenden Jahr um vier Prozent schrumpfen, sollte der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau von etwa 60 Dollar pro Fass bleiben. Es wäre das erste Mal seit 2009, dass die russische Wirtschaft übers ganze Jahr gesehen nicht wächst.