Die vier großen Energiekonzerne gehen auf Konfrontationskurs mit der Regierung: Notfalls vor Gericht wollen sie die geplante Brennelementesteuer verhindern.
In der Debatte um längere Laufzeiten für Atommeiler in Deutschland droht die Energiebranche der Bundesregierung mit einer Klage. Die Vorstandsvorsitzenden der vier großen Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW erwägen, die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer notfalls vor Gericht zu stoppen. Das verlautete am Freitag aus den beteiligten Unternehmen. Damit gerät auch der größte Posten im Sparpaket der Regierung in Gefahr.
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Widerstand der Energiebranche: Weil die vier großen Energiekonzerne nicht mit den Steuerplänen der Regierung einverstanden sind, trifft sich Kanzlerin Merkel am Mittwoch im Kanzleramt mit den Vorstandvorsitzenden. (© ag.ddp)
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Erstmals seit Antritt der schwarz-gelben Bundesregierung will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag im Kanzleramt mit den Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Energiekonzerne treffen. Zentrales Thema soll der Widerstand der Branche gegen die Atomsteuer werden. "Die Steuerpläne werfen erhebliche Rechtsfragen auf", heißt es beim Essener RWE-Konzern.
Einseitige Belastung
Auch aus Konzernkreisen bei Eon verlautete, die Steuerpläne verstießen gegen EU-Richtlinien, weil sie die Kernkraft als Energiequelle einseitig belasteten. Zudem seien sie mit dem Atomausstiegsbeschluss von 2001 unvereinbar. In dem hatten die Konzerne mit der Bundesregierung verabredet, dass die Atomwirtschaft steuerlich nicht zusätzlich belastet werden dürfe. Zu einer juristischen Prüfung sei man gegenüber den Aktionären verpflichtet, hieß es aus betroffenen Unternehmen weiter.
Damit gerät die schwarz-gelbe Koalition nicht nur in der Energiepolitik unter Druck. Auch die Haushaltssanierung der Bundesregierung gerät in Gefahr. Die Steuer soll dem Bundeshaushalt von 2011 an jährlich Einnahmen von 2,3 Milliarden Euro bringen. In der Koalition wird bereits die Frage gestellt, ob die Regierung mit diesem Sparbeitrag tatsächlich rechnen kann.
Ausstiegsvereinbarung war eine politische Verabredung"
Die Bundesregierung erklärte am Freitag, sie sehe keine juristischen Probleme. So sei der Atomausstiegsbeschluss nicht rechtlich bindend. "Die Ausstiegsvereinbarung war kein Vertrag, sondern eine politische Verabredung", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Berlin. Kanzlerin Merkel ließ erklären, dass die Steuer auf jeden Fall kommt. "Die Festlegung ist endgültig", sagte eine Regierungssprecherin.
Für die Atombranche ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Sie sei grundsätzlich bereit, die Bundesregierung an Zusatzgewinnen aus längeren Laufzeiten zu beteiligen, hatten Energiemanager wie RWE-Chef Jürgen Großmann erklärt. Zahlungen ohne konkrete Laufzeitversprechen wie bei der Brennelementesteuer lehnt die Branche dagegen ab. Nach Angaben aus Branchenkreisen wollen Atomkonzerne bei dem Gipfel am Mittwoch eine Festlegung auf bis zu 15 zusätzliche Jahre durchsetzen.
Die Atombranche konnte derweil in einem symbolträchtigen Land einen Etappensieg feiern: 30 Jahre nach dem Verbot von Reaktorneubauten hat der schwedische Reichstag in Stockholm am späten Donnerstagabend den Stopp mit der hauchdünnen Mehrheit von 174 zu 172 Stimmen aufgehoben. Schon vor der Tschernobyl-Katastrophe waren die Skandinavier im Jahr 1980 die Ersten, die sich mit einem Referendum grundsätzlich für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden hatten. Der konservative Regierungschef Fredrik Reinfeldt begründete die politische Wende mit Klimazielen und dem Zugang der Industrie zu billiger Energie.
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(SZ vom 19.06.2010/ehr)
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"...begründete die politische Wende mit Klimazielen und dem Zugang der Industrie zu billiger Energie"
Diese Endergieform ist ausschließlich deswegen billig, weil die Kosten für die Entsorgung dieses Wahnsinns sozialisiert werden. Würden Preise für den Strahlenstrom diesen Posten beinhalten, wäre Photovoltaik nicht mehr förderungswürdig sondern eine der günstigsten Energieen.
An 12 Standorten produzieren in Deutschland noch immer Atomkraftwerke radioaktiven Müll, ohne dass dessen sichere Endlagerung für Jahrtausende geklärt wäre. Abgesehen davon kann es jederzeit in einem der 17 Reaktoren zu einem Störfall kommen, der ganze Landstriche unbewohnbar macht. Die einzig sichere Alternative: Abschalten!
Wer Glaubt denn wirklich das die Atom Verstromer zum Sparpaket herangezogen werden.Das Paket ist so schlecht vorbereitet das sich die Atomindustrie herauslavieren kann und die Armen aber nicht.
Das ist doch so geplant und soll ein gerechtigkeits Placebo für die Bürger darstellen.
Die Atomindustrie sollten gar nicht zahlen!Die Summe von Jährlich zwei Milliarden ist auch so gering das sie es wenn,dann aus der Portokasse zahlen könnten.Aber selbst das wollen sie nicht!
als "Ausgleich" der Kürzungen im Bereich der Niedrig-Verdiener hat man sich Belastungen der Wirtschaft einfallen lassen, die noch gar nicht sicher sind und mit den genannten Beträgen einfach Luftbuchungen sind... Das ist nicht nur die Brennelementesteuer, sondern auch die Belastung der Flüge und wahrscheinlich auch die Transaktionssteuer... da kann man dann hinterher sagen, hat sich leider nicht durchsetzen lassen und die Sparlast liegt wieder ganz und gar bei den Kleinverdiener...
Man sollte solche Terrorzellen im Interesse des Landes ganz schnell zerschlagen.
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