Hoffnung in der Wirtschaft: Mit Franz Müntefering, so spekulieren die Unternehmen, könnte die SPD wieder an die Reformpolitik der Schröder-Ära anknüpfen.
In der deutschen Wirtschaft, aber auch in der Linkspartei wurde der abrupte Wechsel im Parteivorsitz und die Kür von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten als Zeichen für einen Kurswechsel der Partei ein Jahr vor der Bundestagswahl gewertet. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärte, nun gebe es die Chance, die Agenda-Politik Schröders entschieden fortzuführen.
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Designierter SPD-Chef Franz Müntefering: Chance auf Fortführung der Schröderschen Agenda-Politik. (© Foto: dpa)
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Ähnlich äußerte sich auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Georg Ludwig Braun. Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sagte, mit dem Führungswechsel erhalte seine Partei ein "Alleinstellungsmerkmal" in der politischen Landschaft Deutschlands. Steinmeier und Müntefering seien die Garanten für einen Kurs, der der SPD Wahlniederlagen und Mitgliederverluste eingebracht habe.
Auch einige Vertreter der SPD-Linken hatten nach der überraschenden Personalrochade ihre Sorge über einen Kurswechsel Ausdruck verliehen und sich gegen eine Abkehr von den Beschlüssen des Hamburger Parteitags gewandt. Müntefering hatte bei seiner Nominierung am Sonntag im Präsidium nicht die Stimmen der hessischen Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti und ihres schleswig-holsteinischen Kollegen Ralf Stegner erhalten. Die Spitzenrepräsentantin des linken Lagers, die stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles, hatte aber ebenso wie prominente Vertreter des konservativen Lagers vor neuen Flügelkämpfen gewarnt und die Partei in der schwierigen Situation zu Geschlossenheit aufgerufen.
Generalsekretär Heil darf bleiben
Der SPD-Vorstand beriet in Berlin über die neue Lage. Das Spitzengremium nominierte Steinmeier sowie Müntefering für die neuen Ämter. Steinmeier wurde einmütig gebilligt, Müntefering erhielt eine Gegenstimme. Ihn soll ein außerordentlicher Parteitag am 18. Oktober in sein früheres und neues Amt wählen. Eine Auswechslung der bisherigen Vize-Parteivorsitzenden Andrea Nahles und Peer Steinbrück sowie von Generalsekretär Hubertus Heil war nach Angaben aus SPD-Kreisen nicht wahrscheinlich.
Namhafte SPD-Politiker traten zudem Einschätzungen entgegen, Beck sei Opfer einer Intrige geworden. Becks Vorgänger, der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, sagte dem Sender N24: "Einen Putsch schließe ich aus." Die rheinland-pfälzische SPD versprach Kurt Beck am Montag volle Unterstützung. Auch wird er dort am Samstag beim Landesparteitag wie geplant erneut als Vorsitzender kandidieren.
Auswirkungen des Führungswechsels auf die Arbeit der großen Koalition soll es nicht geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Steinmeier hätten sich "in die Hand versprochen", so lange wie möglich Regierungsarbeit zu leisten und den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr "menschlich fair" zu führen.
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(SZ vom 09.09.2008/tob)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Da wird die Wirtschaft wohl ihre Gründe haben!
Die Frage ist nur ob der Normalbürger auch Gründe für Müntefering hat? Ich nicht - bin ja auch nicht "die Wirtschaft".
"Wenn nun auch die Wirtschaft auf Münte setzt, so ist der SPD wirklich ein großer Wurf gelungen! Eine gute Entscheidung! Chapeau! Nach Jahren des Beck´schen Linksbebens und der Wiederkehr der Sozialromantik muß endlich angefangen werden die Wirtschaft zu entlasten, und zwar nachhaltig! Wir müssen endlich die überbordenden Sozialsysteme über Bord werfen und das Paradigma der Vollkaskomentalität beenden. Wir müssen den Aufschwung nachhaltig gestalten und endlich, ich sage wirklich endlich, damit anfangen den Leistungsträger und den Wertschaffenden in den Focus unserer Aufmerksamkeit legen. Nicht der Faule und der Leistungsverweigerer, der Aufschwungsnichtteilhabendwollende oder der Modernisierungsignorant müssen gefördert werden, sondern der, der edlen und ehrenhaften Mutes ist und der Gesellschaft stehts zu Diensten steht.
In diesem Sinne: Glück auf Münte, Glück auf Steinheimer"
Ich hatte immer schon das Gefühl, dass Sie ein Spaßvogel sind und Ihre Beiträge böse satirisch gefärbt. Nun habe ich Sie endlich erwischt, dass können Sie nicht ernst meinen. Sie sind nicht zufällig ein Redakteur der "Titanic" ?
daß ihre Politik falsch ist, wenn die Arbeitgeber Beifall klatschen.
so wie jetzt.
Sie erhoffen sich die Fortführung und Stärkung der großen Koalition über 2009 hinaus.
Die Arbeitnehmer können sich darauf einrichten, daß neue Belastungen auf sie zukommen.
Leidtragende werden die Rentner und Arbeitslosen sein.
Aber, vielleicht wandern ja viele Arbeitnehmer, so wie die Jahre vorher, ab zur Linken und es gibt 2009 eine ganz neue Konstellation.
sonst gnade uns Gott
Spezialist für 1Euro Jobs und prekäre Lohnverhältnisse,das Absinken der Löhne in ganz Deutschland hat sich Müntefering einen Namen bei der deutschen Wirtschaft gemacht.
Hoffentlich merkt sich das jeder,bei der nächsten Wahl.
Der Richtungswechsel innerhalb der SPD ist vollbracht ...
... zum Wohle all jener, um deren Wohlsein sich in den vergangenen Jahren noch niemand ernsthaft Gedanken machen musste.
Paging