Mitten in der Finanzkrise an die Börse? Aus der Politik mehren sich die Stimmen, die es für unverantwortlich halten, die Bahn schon Ende Oktober an die Börse zu bringen.
Angesichts der eskalierenden Finanzkrise stellt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den für Ende des Monats geplanten Börsengang der Bahn in Frage. Zwar laufe das Verfahren momentan nach Plan und es gebe auch Interessenten.
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Börsengang der Bahn in Gefahr: Tiefensee soll die "Reißleine ziehen". (© Foto: dpa)
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Es werde aber "der Zeitpunkt kommen", wo man sich entscheiden müsse "ob man das Verfahren jetzt zum Abschluss bringt oder einen Plan B zieht", sagte der stellvertretende SPD-Chef.
Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Winfried Hermann, warnte vor einem übereilten Börsengang. Der Bahn drohe "Schiffbruch", falls das Unternehmen im Angesicht der Finanzmarktkrise an die Börse gehe. Deshalb müsse Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nun "die Reißleine" ziehen und die Teilprivatisierung aussetzen. Alles andere wäre ein "unverantwortlicher Notverkauf".
Die Deutsche Bahn hält jedoch an dem Termin fest und bleibt optimistisch: Für den geplanten Börsengang ihrer Tochter DB Mobility Logistics (DB ML) gäbe es keine negativen Zeichen aus dem Markt. Stattdessen seien die Investoren weltweit gerade jetzt auf der Suche "nach sicheren Werten". Letztendlich entscheide jedoch der Markt.
Der Börsengang der bundeseigenen Bahn AG ist für den 27. Oktober vorgesehen. Geplant ist, 24,9 Prozent am Personenverkehr, Güterverkehr sowie der Logistiksparte zu verkaufen. Die russische Staatsbahn hat bereits ihr Interesse an etwa fünf Prozent der Anteile bekundet.
Die beteiligten Banken erwarten vom Teilverkauf laut Medienberichten einen Erlös von rund 4,5 Milliarden Euro. Das ist deutlich weniger als die Regierung sich im Frühjahr erhofft hat.
Einige Bundestagsabgeordnete halten den Zeitpunkt des Börsengangs deshalb für falsch. Am Montag, 13. Oktober, soll für Privatanleger die Zeichnungsfrist für Aktien der Bahn beginnen.
(sueddeutsche.de/AP/jkr)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Ist eigentlich schade. Ab es wird schon. Nächstes Jahr.
wie das Ego und das Interessenschachern der Politiker dazu führt, einen ganzen Konzern den Bach runtergehen zu lassen. Leben wir hier in einer Demokratie oder wo? Sofortiger Volksentscheid gegen die Bahnprivatisierung!
Es ist erstaunlich mit welcher Dummheit die "Entscheidungsträger" in der Regierung sich dem Sturkopf Mehdorn unterwerfen. Der Mann gehört mit samt seiner politischen Vorstands-Hydra gefeuert! In Anbetracht der zunehmenden Umweltbelastung und steigender Energiepreise gehört die Bahn nicht an die Börse, sondern in "Volksbesitz". Wir brauchen eine preiswerte Bahn, die frei vom Profitdenken geleitet wird. Die Politik versagt der Bevölkerung die Mitwirkung an Entscheidungen, die von der Mehrheit so nicht gewollt sind. Finanzkrise, Hartz IV, Verschleuderung von Volkseigentum, Kriegseinsätze, Armut und, und, und... - In einigen Landstrichen dieser Republik legt sich schon ein brauner Schleier über die Landschaft. Vielleicht kommt demnächst einer aus dieser Sippschaft auf die Idee, in Braunau nachzufragen, ob aus der Dynastie Schicklgruber ein charismatischer Nachfahre aufzutreiben ist.
Offenbar hat die Finanz- und Wirtschaftskrise auch etwas gutes. Nun überlegen sich die Herren von Regierung und Bahn ob man die Bahn wirklich wie geplant verscherbeln sollte, oder nicht lieber warten bis man die Käufer besser neppen kann?
Aus Erfahrung sollte man gelernt haben, daß keine Privatisierung der öffentlichen Hand einen Gewinn, dem Kunden besseren Service und Sicherheit der Dienstleistung erbracht hat. Und selbst die Gewinne der Unternehmen gingen auf Massenentlassungen zurück. Geht nicht anders, denn es kann nichts günstiger werden, wenn zu den bisherigen Geldempfängern nun ein Maßloser hinzukommt der sich dazwischenstellt.
Und man beachte: die wegen Börsengang erhöhten Preise der DB die werden erhöht. Selbst wenn der Börsengang in nächste Jahr verschoben wird. Und dann werden die Preise nochmals erhöht, weil man ja an die Börse gehen will.
Es werden keine Immobilien an die Börse gebarcht. Das Netz (einschließlich Bahnhöfe) verbleibt in Staatsbesitz. Soviel zur Mär der Verschlöderung vo Grundbesitz.
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