Der BMW-Großaktionär schichtet zwei Prozent seines Anteils am Autokonzern von der linken in die rechte Tasche - und sorgt für einen Absturz der Aktie.
Die Nachricht kam um 9.56 Uhr, und sie überforderte manchen Börsenhändler an diesem Dienstag: Sie ließ die BMW-Aktie abrutschen, die nach der Ankündigung eines Rettungspaketes durch die Bundeskanzlerin zusammen mit den anderen im Deutschen Aktienindex Dax notierten Papieren deutlich erholt in den Tag gestartet war.
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Stefan Quandt bündelt seine BMW-Anteile in einer eigenen Finanzgesellschaft. (© Foto: ddp)
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Hypernervöse Händler
Der Grund: BMW-Großaktionär Stefan Quandt hatte zwei Prozent seines Aktienbesitzes verkauft, und nach dem Stress der vergangenen Woche fragten manche hypernervösen Händler schon gar nicht mehr, an wen eigentlich. Dabei war das der entscheidende Punkt: Stefan Quandt hatte an Stefan Quandt verkauft, genauer gesagt an seine Stefan Quandt GmbH & Co. KG für Automobilwerte.
Die Börsenjunkies klickten die BMW-Aktie nun zwar nicht noch weiter in den Keller. Denn da war die Aktie nach ihrem Absturz um 53,7 Prozent längst. Sie stoppten aber immerhin die langsame Aufwärtsbewegung - jedenfalls vorübergehend. Denn nach einigen Schrecksekunden fiel auch den Blitzreagierern in den Händlersälen auf, dass sich der BMW-Aktionär Stefan Quandt nur neu sortierte. Die Familie verringerte keinesfalls ihr Engagement bei dem bayerischen Autohersteller, das seit bald 50 Jahren besteht. Der BMW-Kurs fing sich wieder. Er koppelte sich erneut an die allgemeine Entwicklung an.
Aktuelle Kurssituation habe keine Rolle gespielt
Der Hintergrund: Stefan Quandt ist Mitglied des Aufsichtsrates von BMW und als solcher eine Führungsperson, die ihre Aktiengeschäfte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und dem Unternehmen melden muss. Quandt hatte am 8. Oktober außerbörslich 1,9 Millionen Stammaktien von BMW verkauft und zwar zum Preis vom 22,01 Euro. Fünf Werktage später war die Mitteilung fällig.
Ein Sprecher der Familie Quandt sagte der SZ, Stefan Quandt habe mit der Übertragung nun auch noch die letzten in seinem persönlichen Besitz befindlichen BMW-Aktien quasi in den großen Topf mit eingelagert. Der große Topf, das ist die Stefan Quandt GmbH & Co. KG für Automobilwerte, bei der sich nun alle 104 Millionen BMW-Aktien des Unternehmers befinden. Stefan Quandt hält weiterhin 17,4 Prozent aller Stammaktien des Autokonzerns.
Krankenschwestern im Bankenviertel
Die Aktion sei längerfristig geplant gewesen. Bei der Umschichtung sozusagen von der linken in die rechte Tasche des Großaktionärs habe die aktuelle Kurssituation keine Rolle gespielt. "In diesem erhitzten Börsenumfeld wurde dieser Schritt wohl zunächst einmal als ein Verkauf wahrgenommen."
Die jungen Leute ohne Krisenerfahrung an den Händlertischen sind eben nun schon etwas arg strapaziert, heißt es zu einem solchen Ausrutscher in einem der Hochhäuser im Frankfurter Bankenviertel. Einige von ihnen mussten vergangene Woche mit ansehen, wie das hohe Tempo des Handels und die rasante Abwärtsbewegung mehrere ihrer sonst so kraftstrotzenden Kollegen buchstäblich umhauten. Je mehr die Kurse fielen, desto mehr hatten Betriebs-Krankenschwestern und Notärzte zu tun. Die Angst regiert. Da könne es schon vorkommen, dass erst getastet und dann nachgedacht wird - wie jetzt bei der BMW-Aktie.
(SZ vom 15.10.2008/jkr)
...direkt die firmen waehlen? ;-)
ach ja, aber ist schon schoen zuzusehen wie hier geld "arbeitet".
geld kann nicht arbeiten. es liegt nur rum. arbeiten koennen nur menschen und denen wiederum kann man geld wegnehmen. das heisst "geld arbeiten" lassen tatsaechlich!
und wer mehr geld ausgibt als er "besitzt" muss es sich wo anders holen. das gilt auch und vor allem fuer banken. und wenn der buerge des buergen und dessen buerge sein buerge keine solvent buergen hat... dann muss der buerger ran...
und den lassen wir dann arbeiten. kennt jemand eine sprache die schluessiger ist als deutsch?
"was willst du mit dem messer, sprich!"
Lieber Herr Quandt,
bitte entschuldigen Sie sich doch mal im Namen Ihrer Familie bei Ihren selbst gehaltenen NS-Strafgefangenen. Denn ohne diese könnten Sie nun keine Prozente umherschieben.
Danke!
die Abgeltungssteuer läßt grüßen.
SZ...."Der große Topf, das ist die Stefan Quandt GmbH & Co. KG für Automobilwerte, bei der sich nun alle 104 Millionen BMW-Aktien des Unternehmers befinden."....
Hier lassen sich die Aufwendungen bequemer und einfacher gegenrechnen!
Quandt hat nur das gemacht, was alle Unternehmer inzwischen machen!
Nur der kleine Steuerzahler hat einen gedeckelten Freibetrag und erreicht diesen meist nicht einmal, da er weniger Aufwendungen steuerlich geltend machen kann.
Reiche wollen immer reicher werden.
Also das ganz alltägliche Casino.
Die Humanwirtschaftspartei wäre wählbar.
Paging