"Bloomberg Billionaires Index" Willkommen im Klub der Milliardäre!

Die 100 Reichsten dieser Welt - Microsoft-Gründer Bill Gates gehört dazu, im "Bloomberg Billionaires Index" belegt er Platz Zwei. 

(Foto: AFP)

Wer sind die 100 Reichsten der Welt? Auf dem Bloomberg-Barometer für Superreiche lässt sich das täglich nachlesen. Der Gewinner des vergangenen Jahres ist ausgerechnet ein Boss aus dem schuldengeplagten Südeuropa.

Von Alexander Mühlauer

Das Leben ist unberechenbar, wie gut also, dass es Statistiker gibt. Sie versuchen immerhin, das Chaos ein wenig zu ordnen, zum Beispiel mit Hilfe eines Index. Der Index ist ein statistischer Messwert, durch den eine Veränderung bestimmter Tatsachen ausgedrückt wird, etwa Preisentwicklungen von Immobilien, Aktien oder Hamburgern bei Fast-Food-Ketten. Die Finanzagentur Bloomberg hat ein Barometer für Superreiche entwickelt, den Bloomberg Billionaires Index. Daran kann man täglich ablesen, wer zu den 100 Reichsten dieser Welt zählt.

Die Bilanz des Jahres 2012 lässt sich schnell zusammenfassen: Die Reichen werden immer reicher. Um insgesamt 241 Milliarden Dollar wuchs das Vermögen der Top 100. Der Gewinner des Jahres ist Amancio Ortega, jener spanische Unternehmer, dem unter anderem die Modekette Zara gehört. Ausgerechnet ein Boss aus dem schuldengeplagten Südeuropa.

Der 76-Jährige konnte seinen Kontostand um fast 70 Prozent auf 57,5 Milliarden Dollar erhöhen. Damit löst er sogar Warren Buffett als drittreichsten Mann der Welt ab. Vor dem Spanier liegen nur noch Carlos Slim und Bill Gates. Unter dem Strich können die Superreichen nicht klagen, 2012 lief für sie äußerst gut. Im Klub der Milliardäre mussten lediglich 16 von 100 Mitgliedern ein Minus verbuchen.

In Zeiten der Krise bleibt natürlich eine Frage: Wohin mit dem ganzen Geld? Viele Länder Europas kämpfen mit hohen Staatsschulden, auch die Vereinigten Staaten stehen an der Fiskalklippe. Kein Wunder, dass jetzt selbst Superreiche ein Umdenken fordern. Warren Buffett etwa, der legendäre Spekulant aus Omaha, spricht sich für höhere Steuern aus: "Ich denke, wenn Menschen 15, 20 oder 200 Millionen verdienen und nur zehn Prozent Steuern zahlen, muss etwas geschehen."

Auch hierzulande wird die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit den Bundestagswahlkampf 2013 dominieren. Allein in Deutschland gibt es etwa 800 Haushalte, die 100 Millionen Dollar (oder mehr) besitzen. Dies ist das Ergebnis der Global-Wealth-Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Aber auch die Welt der Reichen ändert sich. Die meisten neuen Millionäre kommen laut BCG nicht mehr aus den alten Industrieländern, sondern aus Asien und Lateinamerika. Das verwaltete Privatvermögen in den sogenannten Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) steigt. In Nordamerika und Westeuropa geht das Vermögen hingegen leicht zurück.

Ein erheblicher Teil des globalen Reichtums - 7,8 Billionen Dollar - ist in Off-Shore-Zentren angelegt, in Ländern also, die mit einem besonders strengen Bankgeheimnis oder Steuerfreiheit Ausländer locken. Größtes Off-Shore-Zentrum ist die Schweiz mit einem verwalteten Vermögen von 2,8 Billionen Dollar. Es ist eben nicht so einfach, das Geld der Reichen überhaupt zu fassen.