Bits&Pretzels Willkommen, Mr. President

US-Schauspieler Kevin Spacey.

(Foto: Kevin Lamarque/Reuters)

Kevin Spacey kommt wieder zur Gründermesse Bits&Pretzels. Außerdem auf der Bühne: Gründer, Konzernchefs - und auch die Süddeutsche Zeitung.

Von Ulrich Schäfer

Die Gründermesse Bits & Pretzels hat bereits eine gewisse Tradition, was sich schon daran zeigt, dass der amerikanische Schauspieler Kevin Spacey dafür am Wochenende zum zweiten Mal nach München kommt. 2016 eröffnete Spacey, bekannt als Präsident Frank Underwood in der TV-Serie "House of Cards", die Messe, und dies war schon deshalb eine außergewöhnliche Leistung, weil er in der Nacht zuvor nicht allzu viel geschlafen haben dürfte: Erst feierte er mit den drei Gastgebern von Bits & Pretzels, den Münchner Start-up-Unternehmern Andreas Bruckschlögl, Felix Haas und Bernd Storm, im Käfer-Zelt auf dem Oktoberfest, wozu naturgemäß auch der Genuss von einigen Litern Bier gehört; weit nach Mitternacht zog man weiter ins "Heart", einen der bekanntesten Clubs der Stadt, wo es munter weiterging. Am nächsten Morgen kam Spacey dennoch pünktlich zur Eröffnung, wirkte topfrisch (was manche überraschte) und riss mit seiner Rede die 4000 Zuhörer mit. An diesem Sonntag wird Kevin Spacey erneut auf der Bühne der Münchner Messe stehen, die Eröffnungsrede allerdings wird er dem TV-Moderator und Entertainer Stefan Raab überlassen, der zwar weit davon entfernt ist, die Rolle eines Präsidenten zu spielen, es als Fragesteller aber wenigstens ins TV-Duell der Bundestagswahl 2013 geschafft hat. Spacey wird dann am Sonntagnachmittag, kurz bevor in Deutschland die Wahllokale schließen, mit den beiden Gründern Rolf Schrömgens (Trivago) und Lukasz Gadowksi (Delivery Hero) über Mut und Erfolg reden. Er soll, so wurde es angekündigt, die Fragen stellen, die beiden Unternehmer sollen antworten. Aber man ahnt schon: Spacey wird es nicht bei Fragen belassen.

Auch die Süddeutsche Zeitung ist bei Deutschlands größtem Gründerfestival auf der Hauptbühne vertreten, mit einem Format namens "CEO Talk": Je zwei Firmenchefs diskutieren, wie sich ihr Geschäft durch die Digitalisierung verändert - einer aus einem Start-up, einer aus einem etablierten Konzern. In der ersten Runde am Sonntag um 15.40 Uhr werden Eon-Chef Johannes Teyssen und Christian Bogatu, Gründer des digitalen Stromanbieters Fresh Energy, über die Energie der Zukunft sprechen. In der zweiten Runde am Montag um 15.35 Uhr reden Infineon-Chef Reinhard Ploss und Simon Haddadin, Mitgründer des Münchner Roboter-Start-ups Franka Emika, darüber, wie Mensch und Maschine künftig zusammenarbeiten werden.

Insgesamt erwarten die Organisatoren wieder 5000 Teilnehmer bei Bits & Pretzels: Gründer, Investoren, Studenten - und mehr denn je auch "Corporates", wie das im Englisch der Start-up-Szene heißt: also Vertreter von etablierten Unternehmen. Unter den Rednern sind zudem ehemalige Sportler wie Philipp Lahm und Oliver Kahn, die nun beide als Unternehmer tätig sind, aber auch der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger und der ehemalige CIA-Chef John McLaughlin, die über Cyber-Sicherheit reden werden.

Was noch? Passend zur Bundestagswahl und all den Umfragen der vorigen Wochen sei der britische Schriftsteller Horace Walpole zitiert, dessen Geburtstag sich just an diesem Sonntag zum 300. Mal jährt: "Erfahrene Propheten warten die Ereignisse ab."