Bitcoin Kodak entwickelt Kryptowährung - Aktienkurs verdoppelt sich

Die Digitalfotografie war für Kodak, den bekanntesten Hersteller von Filmen für Analogkameras, ein Albtraum. Nun profitiert die US-Firma von der Digitalisierung.

(Foto: dpa)
  • Digitalgeld hat bei Anlegern weiterhin eine enorme Anziehungskraft.
  • Jüngstes Beispiel ist die US-Firma Kodak. Ihr Aktienkurs verdoppelte sich am Dienstag, nachdem sie eine eigene Kryptowährung vorgestellt hatte.

Bei Anlegern scheint derzeit alles, was mit Digitalgeld wie Bitcoin zu tun hat, Euphorie auszulösen: Der Aktienkurs des US-Unternehmens Kodak hat sich am Dienstag mehr als verdoppelt. Der Grund: Kodakt stellte eine eigene Kryptowährung für Fotografen vor. Sie soll es Fotografen leichter machen, ihre Bilder zu vermarkten und Autorenrechte abzusichern, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zum Handelsschluss stand die Aktie bei einem Plus von 120 Prozent. Im nachbörslichen Handel kletterte sie weiter.

Kodak profitiert also von der Digitalisierung. Ausgerechnet, könnte man sagen. Kodak hatte einst die Entwicklung der klassischen Fotografie maßgeblich geprägt. Der Vormarsch der Digitalfotografie machte dem Unternehmen das Geschäft kaputt. Aus einem Insolvenzverfahren ging das US-Unternehmen schließlich als Spezialist für digitalen Druck hervor.

Der Kurssprung, den Kodak mit seiner neuesten Ankündigung ausgelöst hat, ist das jüngste Beispiel für die riesige Anziehungskraft, die Kryptowährungen und damit verbundene Technologien derzeit auf Investoren haben. In den vergangen Wochen führte dies immer wieder zu kuriosen Entwicklungen an den Finanzmärkten.

So kündigte eine US-Getränkefirma mit dem Namen Long Island Iced Tea im Dezember an, ihren Namen in Long Blockchain Corp. zu ändern. Blockchain ist die technische Basis für Bitcoin. Experten gehen davon aus, dass sie die digitale Welt in vielen Bereichen prägen wird. Auf den Aktienkurs des Getränkeherstellers hatte allein der Name eine große Wirkung. Der Wert verdreifachte sich unmittelbar nach der Ankündigung. Auch Hersteller von Säften, Sport-BHs oder Sofas waren zuletzt auf die Idee gekommen, mit dem Krypto-Hype Geld zu machen. Die Aktie eines US-Möbelhändlers legte um immerhin 38 Prozent zu, nachdem er ankündigte, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Auch die Finanzindustrie befeuert den Hype ums digitale Geld. Erste Banken legen bereits Produkte auf, mit denen Anleger in Bitcoins investieren können. Auch die große US-Investmentbank Goldman Sachs kündigte im Dezember an, Finanzwetten auf Bitcoins anbieten zu wollen.

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