Birkin Bag Diese Handtasche bringt mehr Rendite als Gold und Aktien

Birkin Bag in pink (Vorderansicht der unverschlossenen Tasche), Foto: OH

(Foto: oh)

Wer nun eine Birkin Bag kaufen will, steht allerdings vor einem Problem.

Von Vivien Timmler

Kate Middleton hat eine. Ivana Trump selbstverständlich auch und Victoria Beckham soll sogar mehrere davon besitzen. Die Birkin Bag ist eine Handtasche der französischen Luxusmarke Hermès - und das wohl begehrteste Statussymbol superreicher Frauen. Mindestens 8000 Euro kosten die Dinger, wahlweise aus Kalbs-, Krokodil- oder Eidechsenleder, aber dann wird es sehr schnell sehr viel teurer. Wobei das Modell der Birkin eigentlich gar keine Rolle spielt. Entweder man hat sie, oder man hat sie nicht. Und die meisten haben sie nicht.

Das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern, dafür könnten - oder besser: sollten - sich bald auch Männer für das trapezförmige Damen-Accessoire interessieren, zumindest diejenigen, die es auf eine sichere Geldanlage abgesehen haben. Der amerikanische Online-Händler Baghunter hat kürzlich drei unterschiedliche Geldanlagen verglichen: amerikanische Aktien, Gold - und eben Birkin Bags.

Deren Rendite der vergangenen 35 Jahre stellt die beiden traditionellen Geldanlagen in den Schatten. Während der Aktienindex zwischen 1980 und 2015 einen Mittelwert von 8,7 Prozent abwarf und Gold sogar 1,5 Prozent verlor, lag die Rendite der Birkin Bag bei traumhaften 14,2 Prozent.

Hinzu kommt, dass sie gegen Marktunsicherheiten oder Börsenturbulenzen immun ist. Ihr Wert nahm in 35 Jahren niemals real ab, die Rendite schwankte immer zwischen 2,1 und 25 Prozent. Die höchste Rendite des Aktienindex lag zwar etwas höher, bei 37,2 Prozent im Jahr 1995, dafür fiel der Kurs im Krisenjahr 2008 aber auch um minus 36,6 Prozent. Man hätte als Investor also rein theoretisch mehr aus den Aktien herausholen können, die sicherere Geldanlage ist im Vergleich allerdings die Handtasche von Hermès.

Schnell eine kaufen? Das geht so einfach gar nicht

Das Problem: Sie einfach nur zu wollen, ist leicht. Sie zu bezahlen für eine gewisse Klientel sicher auch. Sie zu bekommen hingegen erfordert viel Geduld. Spaziert man in eine Hermès-Boutique und erkundigt sich nach einem der exquisiten Teile, erntet man höchstens ein müdes Lächeln. Die Tasche ist nicht nur immer und überall ausverkauft, es gibt für sie sogar eine Warteliste. Und eine Warteliste für die Warteliste. Hersteller Hermès begründet das mit der aufwendigen Produktion der guten Stücke. 20 Stunden dauere es, eine einzige Tasche per Hand im Pariser Atelier herzustellen - und nur auf Anfrage, versteht sich. Und allein bis dahin kann es mal zwei, mal bis zu sechs Jahre dauern.

Marketing-Experten vertreten derweil eine andere Theorie, warum die Taschen nicht so leicht zu kaufen sind: nämlich die der künstlichen Knappheit. Sie besagt, dass Unternehmen die Produktion eines bestimmten Guts bewusst weit unter der Nachfrage halten, um ihre Exklusivität zu sichern und um das Begehren noch weiter zu steigern.

Bei der Birkin Bag funktioniert das. Und mal ganz ehrlich: Es gab schon schlechtere Argumente, eine Handtasche zu kaufen.

Vermögen am Arm

Keine andere Handtasche ist so teuer und derart begehrt: Die Birkin Bag von Hermès erzielt Höchstsummen, manche Kunden warten jahrelang. Nun wurde ein Vintage-Modell zu einem rekordverdächtigen Preis versteigert. Von Violetta Simon mehr ...