Der irische Billigflieger Ryanair rechnet nach einem Gewinneinbruch mit 60 Millionen Euro Jahresverlust. Europaweit gaben Luftfahrt-Aktien nach.

Der irische Billigflieger Ryanair rechnet nach einem Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal mit einem Jahresverlust in zweistelliger Millionenhöhe. Wenn der Ölpreis hoch bleibe und die Ticketpreise fielen, könne der Verlust bis zu 60 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit.

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Ausgebremst: Ryanair könnte tief in die roten Zahlen rutschen. (© Foto: AFP)

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Im ersten Quartal (April bis Juni) fiel der Überschuss um 85 Prozent auf 21 Millionen Euro und verfehlte damit deutlich die Analystenprognosen von 48,8 Millionen Euro.

Ölpreis drückt Ryanair ins Minus

Ryanair hat den Angaben zufolge den jüngsten Rückgang des Ölpreises genutzt und 90 Prozent des Treibstoffbedarfs für September zu 129 US-Dollar je Barrel abgesichert.

Für das dritte Quartal seien Hedging-Geschäfte für 80 Prozent des Bedarfs zu 124 Dollar je Barrel abgeschlossen worden. Für das vierte Quartal hat sich das Unternehmen noch nicht gegen Preisschwankungen geschützt. In der Vergangenheit hatte Ryanair weitgehend auf solche Absicherungsgeschäfte verzichtet.

Wenn der Ölpreis im letzten Jahresviertel bei etwa 130 Dollar liege und der durchschnittliche Ticketpreis im Gesamtjahr um fünf Prozent niedriger ausfielen, werde das Nettoergebnis zwischen einer schwarzen Null und einem Verlust von 60 Millionen Euro liegen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Luftfahrt-Aktien verlieren

Die Aktien der Lufthansa drehten am Montagvormittag deutlich ins Minus. Händlern zufolge belastete der Streik bei Kabinen- und Bodenpersonal sowie der Gewinneinbruch bei Ryanair.

Die Papiere fielen zeitweise um bis zu 4,7 Prozent auf 14,72 Euro, nach einer Handelsstunde lagen sie mit 15,11 Euro noch gut zwei Prozent im Minus.

Vorbörslich hatte noch eine Kaufempfehlung der Citigroup Lufthansa-Aktien Auftrieb gegeben. Europaweit drückten aber die Ryanair-Zahlen die Luftfahrt-Aktien. Ryanair-Titel brachen um bis zu 25,6 Prozent ein, Easyjet um über acht Prozent und British Airways um fast fünf Prozent.

Hinzu kommt bei der Lufthansa der erste unbefristete Streik seit 13 Jahren bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. Die Gewerkschaft Verdi widersprach dem Eindruck, dass die Beteiligung am Streik des Boden- und Kabinenpersonals bei der Lufthansa gering sei.

Die Auswirkungen würden erst im Laufe des Tages und der weiteren Streiktage sichtbar werden, erklärte Verdi.

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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/Reuters/jkr/mel)