Wechsel zu Bilfinger Berger perfekt? Roland Koch wird Konzernchef

Erst wurde dementiert, nun erhärten sich die Anzeichen: Die hessische CDU-Größe Roland Koch ("Konservativ") soll wieder regieren - diesmal an der Spitze des Mannheimer Bauunternehmens Bilfinger Berger.

"Politik ist nicht mein Leben", sagte Roland Koch, als er im Mai nach elf Jahren als hessischer Ministerpräsident seinen Rücktritt aus ebendieser ankündigte. Ein Machtmensch ist der 52-Jährige aber weiterhin - bereits in der kommenden Woche soll Koch einen Vertrag mit Deutschlands zweitgrößtem Baukonzern Bilfinger Berger unterschreiben, berichtet das Magazin Focus ohne Nennung einer Quelle.

Bei Bilfinger Berger war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dem Bericht nach soll Koch bei seinem neuen Mannheimer Arbeitgeber direkt an der Spitze einsteigen, als Vorstandschef. Sogar das verabredete Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro will das Magazin erfahren haben.

Spekulationen über einen Wechsel zu Bilfinger gab es bereits vor Kochs Ausscheiden aus der Politik im Mai. Während beide Seiten zunächst eifrig dementierten, bestätigte vergangene Woche Bilfinger-Chefkontrolleur Bernhard Walter, dass mit Roland Koch Gespräche geführt würden - allerdings auch mit fünf weiteren internen und externen Kandidaten. Die hatten, sofern es sie überhaupt gegeben hat, gegen den prominenten Mitbewerber offenbar keine Chance.

Roland Koch hatte im Mai überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt und war Ende August nach elf Jahren an der hessischen Regierungsspitze aus dem Amt geschieden, um in die Wirtschaft zu wechseln. Er hatte noch ein Buch (Konservativ) veröffentlicht.

Der durch Pfusch an zwei U-Bahn-Baustellen in die Schlagzeilen geratene Baukonzern wird derzeit von Herbert Bodner geführt, dessen Vertrag zur Jahresmitte 2011 ausläuft. Der Aufsichtsrat des Unternehmens ist bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger für den gebürtigen Österreicher, der seit 1999 an der Unternehmensspitze steht und im kommenden Jahr 63 Jahre alt wird.

Was jetzt in dieser Personalsache gefragt ist: brutalstmögliche Aufklärung.