Alles Unsinn auf Staatskosten? Kritker warnen vor einer Opel-Übernahme durch Magna oder die Investoren RHJ und BIAC. Die Pläne seien "nicht ernsthaft" und "verantwortungslos".
Ist Opel doch nicht zu retten? Der Präsident der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer (AHK), Heinrich Weiss, warnt vor einer Übernahme von Opel durch Magna und seine russischen Partner.
Nur nicht blenden lassen: Heinrich Weiss, Präsident der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, warnt vor Magna. Ein Einstieg bei Opel sei "dilettantisch" und "verantwortungslos". (© Foto: AP)
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Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer bemüht sich derzeit neben dem Finanzinvestor RHJ International und dem chinesischen Autohersteller BAIC um die Übernahme von Opel. Magna werden dabei von Beobachtern die besten Chancen eingeräumt.
Weiss sieht das allerdings kritisch: "Die Bemühungen um eine Überlebensstrategie für Opel sind dilettantisch. Es ist verantwortungslos dem Steuerzahler gegenüber, diese maroden Strukturen am Leben halten zu wollen", sagte Weiss. Neben Magna seien die russische Sberbank und der Autobauer GAZ in der derzeitigen Krise nicht die "allerkräftigsten Partner".
GAZ: hochverschuldet und abgewirtschaftet
Magna und Partner wollen als Mehrheitseigner mit Hilfe von Opel-Technologie auf dem als aussichtsreich geltenden russischen Automobilmarkt expandieren. Experten in Moskau bezweifeln allerdings, dass der von russischer Seite einkalkulierte Technologietransfer zum Nutzen des hoch verschuldeten und abgewirtschafteten GAZ-Konzerns funktioniert.
Nach Ansicht des AHK-Präsidenten ist ein natürlicher Strukturwandel im Automobilsektor unausweichlich: "Bei Überkapazitäten müssen eben die schwächsten Strukturen ausscheiden."
Nach Einschätzung des Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz sind allerdings weder RHJ International noch BAIC ernsthafte Bieter. Aus den Umfeld von General Motors in den USA verlautete indes, dass die frühere Opel-Mutter General Motors (GM) weiter Gespräche auch mit BAIC und RHJ führt.
Unterdessen wurde bekannt, dass Favorit Magna eine weitere wichtige Hürde bei der Übenahme Opels genommen habe. Die frühere Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) verzichtet nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf eine Rückkaufoption für das Rüsselsheimer Unternehmen. Damit sei ein weiterer Stolperstein aus dem Weg geräumt, sagte ein Insider.
Unterdessen wollte der chinesische Autobauer BAIC an diesem Freitag ein nachgebessertes Angebot für Opel präsentieren. "BAIC hat eine indikative, nicht bindende Offerte eingereicht", sagte ein Insider. Ein verbindliches Angebot solle binnen zwei Wochen folgen, berichtet die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter Berufung auf Kreise des Pekinger Unternehmens.
Der kanadisch-österreichische Zulieferer sieht sich in den Verhandlungen auf einem guten Weg. Auch bei der Forderung Magnas, von GM das Exklusivrecht für das Russland-Geschäft mit der Marke Chevrolet zu übernehmen, gebe es Fortschritte, hieß es in den Kreisen. Ein Ergebnis sei aber noch nicht erzielt worden.
Chinesen verlangen weniger Staatshilfe
Das Unternehmen hält an dem für einen Vorvertrag angestrebten Datum 15. Juli fest. Ein mögliches neues Angebot aus China treibe den Verantwortlichen von Magna keine Schweißperlen auf die Stirn, sagte der Insider. Manager von BAIC hatten in den vergangenen Wochen die Bücher von Opel geprüft und sich am Rüsselsheimer Stammsitz des Unternehmens umgeschaut.
Angeblich verlangen die Chinesen nur vier Milliarden Euro staatliche Kreditbürgschaften - und damit etwas weniger als ihre Bieterrivalen.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/kfa/pak)
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