Drei Interessenten, drei Angebote, doch nur einer kann den Bieterkampf um Opel gewinnen. BAIC, RHJ und Magna feilen noch einmal an ihren Offerten - und setzen auf mächtige Verbündete.
Der Finanzinvestor Ripplewood (RHJ) setzt im Werben um Opel auf ein neues Angebot. Am Nachmittag wird RHJ im Bundeswirtschaftsministerium ein neues Konzept für den angeschlagenen Traditionshersteller vorlegen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte jedoch, es gehe lediglich um einen Informationsbesuch auf Arbeitsebene, nicht um Verhandlungen. Diese müsse RHJ mit GM führen. Ergebnisse seien von dem Berliner Treffen nicht zu erwarten.
Ripplewood wirbt um Opel mit einem verbesserten Konzept. (© Foto: AP)
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RHJ hatte zuletzt förmlich sein Interesse bestätigt und erklärt, dass Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) darüber bereits "seit einigen Wochen" liefen und in einem "fortgeschrittenen Stadium" seien.
Ripplewood will Opel sanieren und anschließend gewinnbringend veräußern. Möglicher Käufer: die ehemalige Konzernmutter GM, die sich zuletzt sehr angetan von der Offerte des Investors zeigte.
Koch gegen Staatsgeld für Investor RHJ
Genau diese Möglichkeit stößt zahlreichen deutschen Politikern sauer auf, die den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna als Opel-Käufer favorisieren.
Besonders stark setzt sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch für Magna ein. Der CDU-Politiker stellte für den Fall, dass der kanadische Zulieferer Magna nicht den Zuschlag bekommen sollte, die mit diesem vereinbarten staatlichen Sicherheiten für Opel infrage. "Es besteht kein Automatismus, dass die mit Magna vereinbarte staatliche Brückenfinanzierung auch für den Finanzinvestor RHJ gilt", sagte Koch dem Handelsblatt.
"Ob und wieweit ein anderer Investor Staatsgeld bekommt, muss in jedem Fall neu überprüft werden", sagte Koch weiter. Entscheidend sei, wie ein solcher Investor Opel weiterführen wolle. "Staatsgeld ist in jedem Fall nicht dazu da, um eine Zwischenfinanzierung für GM zu ermöglichen."
Auch der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, falls ein anderer Interessent als Magna den Zuschlag für Opel bekomme, müsse über eventuelle Staatshilfen neu verhandelt werden. Steg erinnerte daran, dass die Bundesregierung Ende Mai in zwei Verhandlungsrunden eine Lösung über Staatshilfen für eine Weiterführung von Opel gefunden habe. Es sei allerdings immer deutlich gemacht worden, dass damit der Verhandlungsprozess zwischen GM und anderen Interessenten nicht abgeschlossen ist.
Ripplewood wolle circa 300 Millionen US-Dollar für einen Mehrheitsanteil an dem deutschen Autobauer bieten, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Doch auch Magna werde am Mittwoch eine leicht modifizierte Offerte für Opel abgeben.
Steinmeier für Magna
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) hält den Zulieferer nach wie vor für die bessere Alternative. "Ich habe keine Anhaltspunkte, dass die Verhandlungen zwischen Magna und GM scheitern", sagte er dem Magazin Auto Motor und Sport. Er hoffe, dass in den Gesprächen nun zügig alle Details geklärt würden. Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen war Kreisen zufolge zuletzt, wer die Vertriebsrechte für die GM-Marke Chevrolet in Russland und die dortigen Werke bekommt. Magna will diese an Opel übertragen, GM sperrt sich aber dagegen.
Unterstützung im Bieterkampf bekommt Magna vom russischen Präsidenten. Dmitri Medwedew will sich bei seinem Deutschland-Besuch für das Opel-Angebot der russischen Sberbank und des kanadischen Zulieferers Magna starkmachen. "Wir werden in München für das Angebot werben", sagte Medwedews außenpolitischer Berater Sergej Prichodko. "Es ist ein gutes Geschäft. Wir hoffen, dass es auch andere ebenso unterstützen." Medwedew wird am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel in Oberschleißheim bei München treffen.
Zudem bereite der dritte Interessent im Bunde, der chinesische Kfz-Hersteller BAIC, ein verbessertes Kaufgebot vor, das er General Motors im Laufe dieser Woche unterbreiten wolle. Bisher bietet BAIC dem WSJ zufolge 990 Millionen Dollar für 51 Prozent an Opel.
Koch sagte, natürlich sei es möglich, dass GM auch mit Wettbewerbern von Magna spreche. "Wenn am Ende kein Vertrag zwischen GM und Magna zustande käme, was ich nicht glaube, wäre es gut, dass es auch alternative Interessenten für Opel gibt."
Ehrgeizige Absatzziele
Hessen hilft Opel mit einer Bürgschaft von 447 Millionen Euro. Dies ist die mit Abstand größte Bürgschaft aller Bundesländer mit Opel-Standorten. Bund und Länder wollen insgesamt für Kredite von 1,5 Milliarden Euro bürgen. Bereits am Dienstag hatten sich Arbeitnehmervertreter noch drastischer gegen einen RHJ-Einstieg bei Opel ausgesprochen. Sie warnten vor einem "sozialen Blutbad" und befürchteten, dass der Investor im Interesse von GM handele.
Opel wird derzeit mit einem 1,5 Milliarden Euro schweren Überbrückungskredit am Leben gehalten. Weitere Bürgschaften für Milliardenkredite sollen später von den europäischen Opel-Ländern bereitgestellt werden. Eine Aufteilung der Lasten mit anderen europäischen Regierungen sei jedoch noch nicht besprochen, sagte Vizekanzler Steinmeier.
Opel selbst setzt sich indes ehrgeizige Absatzziele. Mittelfristig solle der Marktanteil in Deutschland wieder über zehn Prozent steigen, sagte Opel-Vertriebschef Michael Klaus Auto Motor und Sport. Im ersten Halbjahr hatte Opel laut Kraftfahrt-Bundesamt einen Marktanteil von 9,1 Prozent. Im laufenden Jahr sei die Zehn-Prozent-Marke aber noch außer Reichweite. "Obwohl wir gut unterwegs sind, wäre das Ziel sicherlich zu hoch gegriffen", sagte Klaus. Insbesondere Premiumhersteller werden nach seiner Einschätzung in der zweiten Jahreshälfte aufholen.
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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/tob/pak)
Großprojekte in Berlin
Die Hochstabler von GM haben offentsichtlich einen Weg gefunden, sich über einen Strohmann RHJ, die Opelanteile zu reservieren, bis für sie bessere Zeiten kommen.
Doch da werden sie sich gewaltig täuschen, wer soll dennn die Kisten von GM kaufen?
Die waren bisher nicht in der Lage Fahrzeuge für den amerikanischen Markt zu bauen, die
man Ihnen abkaufte, geschweige denn in Europa. Ohne Opel haben, die überhaupt keine
Chance wettbewerbsfähige Fahrzeuge zu produzieren, das wissen die Typen auch.
Warum GM in einen Sonderkonkurs gehen durfte, liegt doch auf der Hand die Rüstungs-güterproduktion von GM, wer hätte, die denn übernehmen sollen?
Es kaum anzunehmen, dass die Deutsche Regierung es wagen wird Opel an eine Heuschrecke zu geben, alleine schon vor dem HIntergrund kommender Wahlen und
auch ihrer Verantwortlichkeit für deutsche Arbeitsplätze, die auch Steuereinnahmen garantieren.Zudem sieht es für Schwarz/gelb garnicht gut aus und die Spur zeigt hier nach unten.
jetzt, da GM eine neue Chance hat wollen die OPEL verständlicherweise unter amerikanischer Kontrolle behalten, schließlich kostet die GM-Sanierung deutlich mehr, als mit dem Verkauf von OPEL reinzuholen ist. Ripplewood drängt sich da als Partner geradezu auf, macht die Drecksarbeit bei der Sanierung und verkauft an GM zurück. Und unsere Gewerkschafter nebst SPD und Koch (wie paßt der da rein?) glauben noch eine deutsche OPEL (und ich an's Christkind).
Die Frage heisst doch,will GM sein Opel Werk ueberhaupt verkaufen ? Ich sage nein,die wollen sich sanieren und das Werk wenn moeglich mit weit ueber 60% Anteil behalten,da es wenig Sinn macht es aufzugeben. GM - Opel sind fast ein Werk vorallem in der Forschung und Entwicklung,eine Trennung haette fuer GM fatale Folgen,es muss sein Wissen bei Opel einkaufen.