BHF verkauft alle Anleihen Deutsche-Bank-Tochter flüchtet aus Krisenstaaten

Papiere aus Spanien und Italien sind ihr zu riskant: Die BHF-Bank hat alle Staatsanleihen aus angeschlagenen Euro-Ländern verkauft. Solche Marktbewegungen können den Druck auf die Krisenstaaten verschärfen.

Die BHF-Bank, eine Tochter der Deutschen Bank, hat alle Staatsanleihen aus angeschlagenen Euro-Ländern verkauft. Die Bank hat nach eigenen Angaben ihre Investments in Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien radikal reduziert - auf null Euro, sagte Vorstandssprecher Björn Robens der Börsen-Zeitung.

Die BHF wurde 2010 von der Deutschen Bank gekauft. Seitdem hat sich die Bank stark verkleinert. Im Verlauf eines Jahres verkürzte das Haus die Bilanz von 18,8 Milliarden Euro auf nun noch 8,4 Milliarden Euro, meldet die Börsen-Zeitung. Die Bank hat demzufolge Risiko-Papiere wie die oben genannten Staatsanleihen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro komplett verkauft.

Im Zuge der sich verschärfenden Krise hatten sich in den vergangenen zwei Jahre viele Banken und Versicherungen vor allem von griechischen Papieren getrennt. Werden viele Staatsanleihen verkauft, sinkt ihr Preis auf dem sogenannten Sekundärmarkt, wo sie ähnlich wie Aktien gehandelt werden. Dann steigt die Rendite - und damit der Druck der Finanzmärkte auf die angeschlagenen Staaten, wenn sie neue Kredite aufnehmen wollen.

Für die Banken und Versicherungen sinkt im Gegenzug das Risiko von Verlusten, falls ein Staat insolvent werden sollte. Griechenland haben die privaten Gläubiger im Frühjahr schon rund die Hälfte der Schulden erlassen.

Die BHF will mit dem Interview offenbar positive Signale an potentielle Investoren schicken. Die Deutsche Bank will sie verkaufen, doch der Prozess lahmt. Seit über einem Jahr versucht der Finanzinvestor RHJI die BHF zu übernehmen. Nun mehren sich die Hinweise, dass der Deal kurz vor dem Scheitern steht. Die Finanzaufsicht Bafin ziert sich. Sie hat Bedenken, ob die BHF bei einem Finanzinvestor langfristig in sicheren Händen ist.

Bisher ist kein offizieller Verkaufsantrag der Deutschen Bank bei der Bafin bekannt, die ihre Zustimmung geben muss. "Die Aufsicht würde einen großen Namen aus der Bankenbranche bevorzugen", heißt es in Finanzkreisen. Einen wie die Schweizer UBS beispielsweise. Doch in diesem Fall müssten sich die Mitarbeiter der BHF Sorgen machen: Bei einer Eingliederung würden viele der 1300 Arbeitsplätze wegfallen.