Erneut geht die Arbeitslosigkeit zurück - das ist die gute Nachricht. Allerdings sank die Zahl der Jobsuchenden nicht so stark wie prognostiziert. Im Mai waren laut Bundesagentur für Arbeit 3,28 Millionen Menschen ohne Job.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai unter die Marke von 3,3 Millionen gefallen. Insgesamt waren 3,28 Millionen Menschen ohne Arbeit - 131.000 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um 529.000, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Punkte auf 7,8 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,1 Prozent gelegen.

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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist zwar auf 3,28 Millionen gesunken - das ist jedoch ein deutlich schwächerer Rückgang, als viele erwartet hatten. (© Foto: AP)

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Allerdings fiel der Rückgang weniger stark aus als erwartet. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, die positive Grundtendenz halte aber an. "Die Beschäftigung wächst weiter und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bewegt sich auf hohem Niveau", erklärte Weise.

Hauptgrund für den schwächeren Rückgang sei der milde Winter gewesen, weniger Bauarbeiter als sonst üblich mussten sich arbeitslos melden. "Dementsprechend kann sich nun im Zuge der Frühjahrsbelebung weniger Arbeitslosigkeit abbauen", erklärte die BA.

Rückgang wird sich weiter abschwächen

Für viele Analysten kommt der schwache Rückgang der Arbeitslosenzahlen unerwartet. "Die Zahlen waren ganz klar eine negative Überraschung für uns", sagte Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank. "Wir hatten zwar mit einer Abschwächung am Arbeitsmarkt gerechnet, diese aber erst später im Jahresverlauf erwartet."

Dass die momentane Lage am Arbeitsmarkt ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation vieler Unternehmen in Deutschland ist, glaubt der Analyste Stefan Mütze von der Landesbank Helaba: "Die deutsche Wirtschaft ist nach dem ersten Quartal nicht mehr so stark. Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Zwar erwartet Mütze keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten - doch er warnt vor übertriebener Hoffnung: "Die Dynamik wird sich definitiv abschwächen."

Optimistischer ist HSBC-Trinkaus-Analyst Stefan Schilbe. "Die Wirtschaftsdynamik ist noch immer intakt", sagte der Arbeitsmarktexperte. Zwar glaubt auch Schilbe, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im weiteren Jahresverlauf eher schwächer darstellen wird. Doch bei dem Analysten überwiegt die Zuversicht: "Im Herbst werden wir wohl sehr nahe an die Drei-Millionen-Schwelle bei den Arbeitslosen herankommen."

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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/tob)