Ein blauer Brief wegen der hohen Neuverschuldung Italiens? Wenn es nach Silvio Berlusconi geht, spielen wirtschaftliche Erwägungen als Begründung überhaupt keine Rolle. Stattdessen packte der italienische Ministerpräsident Verschwörungstheorien aus.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Kritik der EU-Kommission an der hohen Neuverschuldung in Italien kritisiert. "Ich akzeptiere die Voraussagen der EU nicht", sagte er am Dienstagabend. Zugleich warf er Kommissionspräsident Romano Prodi vor, er betreibe einen "anti-italienischen Wahlkampf".

Silvio Berlusconi

Wenn der Wind Berlusconi ins Gesicht fährt, bläst er für gewöhnlich doppelt so stark zurück. Foto: AP (© )

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"Deutschland macht das schon seit Jahren"

Seine Regierung wolle weiterhin versuchen, die Maastrichter Defizit-Grenze von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) einzuhalten, meinte Berlusconi im italienischen Fernsehen. Doch auch wenn dies nicht gelinge, "wird nichts Dramatisches passieren. Deutschland und Frankreich machen das schon seit Jahren."

Die EU-Kommission in Brüssel kündigte am Mittwoch an, der Regierung in Rom einen so genannten Blauen Brief zu schicken. Italien dürfte die Maastricht-Kriterien im laufenden Jahr mit 3,2 Prozent Neuverschuldung überschreiten. Für nächstes Jahr erwartet die Kommission für Italien sogar eine Neuverschuldung von 4,0 Prozent, falls die Regierung in Rom ihre Politik nicht ändert.

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(sueddeutsche.de/dpa)