Berliner Großflughafen BER Handwerker fordern Millionen vom Flughafen

Landebahn gesperrt: Einem Medienbericht zufolge wird der neue Berliner Großflughafen BER noch einmal um 250 Millionen Euro teurer.

(Foto: dapd)

Der Flughafen BER ist bereits jetzt viel teurer als geplant - jetzt könnten noch einmal Hunderte Millionen Mehrkosten anfallen. Viele Baufirmen präsentieren offene Rechnungen. Die Arbeiten könnten somit erst 2013 wieder im großen Stil losgehen. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit widerspricht Gerüchten um eine "Finanzierungslücke".

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat Berichte über eine Finanzlücke bei neuen Großstadtflughafen BER zurückgewiesen. Die Bild-Zeitung hatte berichtet, dass der Pannenflughafen um eine weitere Viertelmilliarde teurer werden könnte. Die tatsächlichen Baukosten übertreffen die bisherigen Angaben wahrscheinlich um 200 bis 250 Millionen Euro, heißt es in dem Bericht.

Bisher war beim Bau des Flughafens von Kosten von 4,3 Milliarden Euro ausgegangen worden. Wowereit, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft ist, sagte dem Radiosender 104,6 RTL, derzeit finde eine "Präzisierung von Kostenberechnungen" statt. Die Zahl 250 Millionen Euro sei "eine mögliche Betrachtung" dessen, was passieren könnte. Die Summe könne aber auch deutlich darunter liegen - und sie sei "zur Zeit durch die 1,2 Milliarden gedeckt", die der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg sich kürzlich bereit erklärt hatten, zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

Technik-Chef Horst Amman habe dem Projektausschuss am Mittwoch eine Überprüfung der Finanzen vorgelegt. Bild zufolge hatte Flughafenchef Rainer Schwarz bei ersten Berechnungen im Sommer "scheinbar" nicht verlangt, dass die Baufirmen alle ihre Forderungen offen legen. Dies habe der Flughafen in den vergangenen Wochen nachgeholt. Ein ehemaliger Bauleiter sagte der Zeitung, einige Forderungen der Baufirmen seien "völlig überzogen". Der Flughafen sei aber erpressbar: "Entweder zahlen oder Eröffnungstermin abschminken", zitierte die Zeitung den Mann.

Sorge um Abfertigungskapazitäten

Der Sender RBB berichtete, dass einige der beauftragten Bauunternehmen die Arbeit am Flughafen erst wieder aufnehmen würden, wenn noch aus dem Sommer stammende Rechnungen bezahlt worden seien. Es gebe viele Firmen, die einen hohen Bestand an offenen Rechnungen hätten, sagte ein Bauanwalt, der mehrere große Unternehmen vertritt.

Falls sich die Verhandlungen mit den Baufirmen verzögern, könnte der enge Zeitplan für die Eröffnung des Airports in Gefahr geraten. Die war ursprünglich schon für 2011 geplant - und ist nach drei Verschiebungen jetzt für Oktober 2013 angesetzt.

Das sollte durch einen Neustart geschehen, bei dem die Bauarbeiten im großen Stil wieder aufgenommen werden. Das sei zwar für Mitte November geplant gewesen, aber nicht geschehen, schreibt der Tagesspiegel. Die Berliner Zeitung zitiert Kreise, die nicht damit rechnen, dass dieses Jahr damit begonnen werde. Beginnen die Bauarbeiten erst 2013 wieder, könnte das die Eröffnung auf 2014 verschieben.

Am Dienstag hatte zudem ein von der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag vorgelegtes Gutachten für Aufregung gesorgt. Der Expertise zufolge reichen die Abfertigungskapazitäten auf dem Flughafen nicht aus. Die Flughafengesellschaft wies das jedoch zurück: "Die Sorge, der Flughafen könnte zu klein sein, ist unbegründet". Der Airport sei in allen Bereichen auf eine Startkapazität von 27 Millionen Fluggästen im Jahr ausgelegt. Das ZDF hatte in einer Animation gezeigt, dass zwischen Schaltern und Sicherheitsbereich im BER viel weniger Platz geplant ist als in den Flughäfen in Frankfurt und München.

Wowereit, der auch Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrates ist,