Unterstützung für das Modell von Parteichef Beck: SPD-Spitze und Parteirat haben die Weichen für eine Teil-Privatisierung der Deutschen Bahn gestellt. Jetzt muss die Union nur noch den Eckpunkten zustimmen.
Der SPD-Parteirat hat das Kompromissmodell der SPD-Führung zur umstrittenen Privatisierung der Bahn gebilligt. Dreiviertel der Mitglieder des Parteirats hätten dem von Parteichef Kurt Beck gegen Widerstand der Parteilinken durchgesetzten Modell zugestimmt, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Claus Möller.
Kann vorerst zufrieden sein: SPD-Parteichef Kurt Beck (© Foto: Reuters)
Anzeige
"Die Begrenzung privater Beteiligung auf 24,9 Prozent hat für die SPD grundsätzliche Bedeutung und ist deshalb in Koalitionsgesprächen nicht verhandelbar", heißt es in dem in Berlin gefassten Beschluss. Dies bestätigte auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Mit der Regelung macht die SPD eine Bahn-Privatisierung von der Zustimmung der Union zu den Eckpunkten ihres Modells abhängig.
Auch müsse die Bahn insgesamt in einer Holding zusammenbleiben. Die Koalitionsspitzen beraten darüber am kommenden Montag. Die Union wünscht eine Privatisierung zusätzlicher Teile in einer weiteren Tranche. Heil betonte dagegen, seine Partei wolle "keine Rutschbahn". Mit Blick auf die Koalitionsrunde in einer Woche sagte der SPD-Generalsekretär: "Irgendwann ist der Tag der Entscheidung. Das ist der 28. April. Wir verhandeln nicht auf Scheitern."
Möller wertete den Bahn-Beschluss der sozialdemokratischen Führungsgremien "als klaren Vertrauensbeweis für Kurt Beck". Mit dem deutlichen Votum für den vor einer Woche vom SPD-Vorsitzenden vorgelegten Kompromiss sei klargestellt, dass es mit der SPD "keine Zerschlagung der Deutschen Bahn AG geben wird", sagte Möller in Berlin.
Durch die Zustimmung des Parteirats, des höchsten Gremiums zwischen Parteitagen, wird das Ja der SPD zur Privatisierung wahrscheinlicher. Mehrere Landesverbände wollten von seinem Votum ihre Entscheidung abhängig machen, ob sie einen Sonderparteitag beantragen, der die Festlegung der SPD auf das Modell wieder in Frage stellen könnte. Eine Teilprivatisierung sei noch in diesem Jahr möglich, heißt es aus SPD-Kreisen.
Der Plan, den Parteichef Beck gegen Bedenken der SPD-Linken durchsetzte, will mit der Viertelprivatisierung des Güter- und Personenverkehrs den Einfluss privater Investoren auf die Bahn verhindern. Dies ist die Hauptsorge der Privatisierungskritiker in der Partei.
Ein früherer Plan, der eine Privatisierung von 49,9 Prozent vorsah, war daher in der SPD nicht durchsetzbar. Beck will am kommenden Montag bei Beratungen der Koalitionsspitzen darauf dringen, dass die Privatisierung nach dem SPD-Modell umgesetzt wird.
(Reuters/dpa/AP/plin/cag)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Als man monatelang auf ein Telefon warten musste und in den Telefonzellen "Fasse dich kurz" stand, betrug die Lieferzeit auf einen VW Käfer 8 Monate!
Da könnte man schlußfolgern: Die Privaten konnten es damals auch nicht besser! Ist aber falsch, denn damals wurde die gesamte Infrastruktur aufgebaut.
wettbewerb und konkurrenz haben der qualitätssteigerung von monopolisten noch nie geschadet.
werden koennen. Nicht vergessen wer das mit eingefaedelt hat. Die SPD!
Natürlich kann der Staat nicht alles besser. Aber deswegen dem Dogma hinterlaufen, dass Privatisierungen das Allheilmittel sind?
Außerdem ist die Deutsche Bahn AG schon heute kein Staatsunternehmen mehr, sondern lediglich eine AG, die sich zu 100% im Besitz des Bundes befindet. Und schon jetzt ist die Bahn ein Unternehmen, dass sich durch absolute Intransparenz auszeichnet. Ein System, in dem öffentliche Gelder einfach versickern.
Das Problem besteht darin, dass man den ersten Schritt vor dem zweiten macht: Sollte man nicht erst mal überlegen, welche Ziele man mit dem Schienennetz und dem öffentlichen Verkehr in Deutschland erreichen will und dann nach den Mitteln suchen, mit denen sich dieses Ziel erreichen lässt?
Jetzt werden Fakten geschaffen, die jedwede Kurskorrektur zu einem enorm komplizierten und teuren Unterfangen machen werden.
Erst denken, dann lenken. Aber bitte nicht einem Dogma folgend mit dem Kopf durch die Wand, so wie es jetzt praktiziert wird.
hatte noch nie einen Anschluss bei der alten Post. Monatelange wartelisten, ein AB anzuschliessen verboten, ein Modem auch (bitte für jedes Gerät einen neue Leitung, aber für jede Leitung Monate warten) und die Preise waren horrend. Fassen Sie sich kurz! Schon vergessen? Oder sind Sie so jung?
Paging