Benzinversorgung in Russland Putin geht der Sprit aus

Russland ist einer der ölreichsten Staaten der Welt - doch im Land grassiert jetzt eine gravierende Benzinknappheit, die für viel Unruhe sorgt. Warum Premierminister Wladimir Putin daran mitschuldig ist.

Von Frank Nienhuysen

Man kennt das aus Filmen, in denen Schiffbrüchige leidvoll auf dem Meer treiben, von nichts als Wasser umgeben, und dennoch zu verdursten drohen.

Russland hat viel Meer, viel Wasser, und noch dazu sehr viel Öl. Das Land ist einer der größten Exporteure der Welt; befremdlich wirkten deshalb zuletzt die Szenen an den Tankstellen, wo ein Liter Benzin normalerweise nur etwa 60 Cent kostet - wenn es denn welches gibt.

Im Altai-Gebiet waren vor einer Woche fast alle Stationen unabhängiger Konzerne geschlossen. An den Zapfsäulen der staatlichen Anbieter Rosneft und Gazprom Neft durfte jeder Fahrer nicht mehr als 20 Liter tanken. Einzige Ausnahme: Dauerkunden, die sich per Karte als solche ausweisen konnten.

Probleme mit der Benzinversorgung gab es auch in anderen Teilen Russlands, in Brjansk etwa, in Nischnij Nowgorod, im sibirischen Kemerowo, in Belgorod an der ukrainischen Grenze oder im fernöstlichen Sachalin. Eng drängen sich auf einem Zeitungsfoto aus der Stadt Barnaul die Autos, reihen sich zu Schlangen bis weit auf die Fahrbahnen. Russland, der Ölstaat, hat ein Benzinproblem. Und das im Jahr der Parlamentswahl.

Über die Schuldigen gibt es verschiedene Ansichten, aber sicher ist Ministerpräsident Wladimir Putin ein wichtiges Glied in der Ereigniskette. Im Februar ordnete er aus Angst vor aufgeregten Autofahrern fürsorglich eine Verringerung der Benzinpreise an.

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