Beate Uhse soll raus aus der Schmuddelecke. Gar nicht so leicht, denn das Geld ist knapp. Otto Christian Lindemann soll das Unternehmen aus der Krise führen.
Mit Erotik und Sex ist es wie mit Essen und Trinken. Das wollen die Leute immer haben", sagte Otto Christian Lindemann, Vorstandschef bei Beate Uhse, vor sechs Jahren. Doch dass die Leute damit auch automatisch Produkte von der Mutter aller Sexläden kaufen würden, galt schon damals nicht mehr.
Beate-Uhse-Filiale in Berlin: Raus aus der Schmuddelecke. (© Foto: ddp)
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Sieben Jahre nach Uhses Tod steckt der Konzern in der Krise. Im vergangenen Jahr machte er Verlust. Lindemann, den die Gründerin eingestellt habe, "weil sie auf große Männer stand", wie er bei seinem Antritt scherzte, hat mit vielen Problemen zu kämpfen.
Zunächst scheiterten Übernahmeversuche in Amerika, dann brach das Geschäft mit Erotikvideos ein, weil der Konzern das Internet ignoriert hatte, aus dem sich die Konsumenten zunehmend bedienen. Vor 15 Jahren machten die Filme noch zwei Drittel des Konzernumsatzes aus, mittlerweile ist es nur noch eines. Das Unternehmen wollte sich neu positionieren und Frauen in die Läden locken. Dazu eröffnete Lindemann unter der Marke "Mae B" Filialen für Frauen, musste sie jedoch bald wieder schließen. Ein Wasserschaden im niederländischen Vertriebszentrum verdarb Beate Uhse dann im Jahr 2006 auch noch das wichtige Weihnachtsgeschäft.
Disziplin und Durchhaltevermögen
Nicht einmal der Sohn der Unternehmensgründerin, Ulrich Rotermund, wollte daraufhin noch an den Erfolg der Firma glauben. Er kündigte Anfang 2007 an, sich von seinen Anteilen am Unternehmen trennen zu wollen. "Das lastet wie Blei auf dem Kurs", räumte Lindemann damals ein. Beim Börsengang im Jahr 1999 lag der Aktienkurs bei 26 Euro, in diesem Jahr überstieg er die Zwei-Euro-Marke nur ein einziges Mal.
Doch Otto Christian Lindemann blieb optimistisch: "Die Früchte unserer Arbeit werden wir in den nächsten Jahren ernten", hatte er nach seinem Antritt gesagt. Das war wohl keine Floskel, denn Lindemann weiß, was es bedeutet, zu säen und zu ernten: Er wuchs auf einem Bauernhof in Dithmarschen auf. Mit seinen drei jüngeren Brüdern musste er auf dem Hof mitarbeiten, stundenlang auf dem Feld stehen und bei der Ernte helfen. Damals lernte er Disziplin und Durchhaltevermögen.
Vom Telefon zum Sex
Der heute 50-Jährige wollte jedoch nicht Bauer werden, studierte Wirtschaftswissenschaften und begann bei einem Wirtschaftsprüfer in Hamburg, Paris und Luxemburg zu arbeiten. Seither hat er stets die Branche gewechselt. Zunächst ging er zum Pharmahändler MPA, dann als Finanzchef zur Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg. Ein Personalberater vermittelte Lindemann dann zum Telefonbauer Hagenuk, von wo aus er zwei Jahre später ins Erotikfach wechselte.
Den Weg aus der Krise sieht Lindemann in "Premium-Erotikshops" in bester Innenstadtlage und sogenannten "Fun Centern", also Filialen mit Videokabinen und Pornokinos, in Gewerbegebieten und an Autobahnabfahrten. Eine Kapitalerhöhung brachte im März 25 Millionen Euro für die Umgestaltung der Filialen in die Kasse.
Und nun kommt auch Stabilität in die Gesellschafterstruktur: Die Rotermund Holding hat einen Teil ihrer Beate-Uhse-Anteile an die Hypo-Vereinsbank verkauft. Die Bank hält nun 7,4 Prozent an dem Unternehmen.
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(SZ vom 23.07.2008/tob)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Sexshop ohne schmuddel find ich irgendwie fad. Ansonsten hat das internet den Porno quasi gratis gemach. So ist das nunmal. Sollen sie sich halt auf Vibratoren usw. speziealisieren die kann man nicht downloaden.
Die Internetseite von BU ist ja noch viel schlimmer als ich es mir vorgestellt habe. Mit Live-Sex-Chat, Webcams nackter Frauen... Haben die noch nicht begriffen, dass
a) diese Dinge auf anderen Internetseiten kostenlos sind? Dank you**** und tims**** sowie tausende vergleichbarer Seiten braucht kein Mensch Bezahlangebote dieser Art.
b) es eine riesige Zielgruppe gut verdienender Menschen gibt, die gerne Produkte dieser Art kaufen würde, wenn die Läden (inkl. des Internetshops) angenehmer wären.
Dem kann man nur zustimmen. Der Trend zu einem Shop, wo man gerne hingeht, wo auch die Frau mit oder gar alleine reingehen kann (ohne von allen männlichen Besuchern angemacht oder für eine Prostituierte gehalten zu werden) wurde von Beate Uhse hundertprozentig verschlafen. Eine ehemals stolze Firma wurde in den Untergang geritten von sehr unfähigen Managern, die zu keinem Zeitpunkt ein brauchbares Konzept hatten oder gar ansatzweise wussten, was sie da tun.
Das Problem der Shops war und ist der Peinlichkeitsfaktor: Die Leute suchen sich ihre Sachen viel lieber anonym im Internet aus, anstelle sie dem Verkaufspersonal an der Kasse zu zeigen. Und die Peinlichkeit, wenn man gesehen werden würde, wenn man in den Shop reingeht. Oder rauskommt! Und die "anonyme" braune Plastiktüte mit blau-grauen Punkten, die jeder erkennt, der schon mal drin war.
Peinlich, peinlich. Die perfekte Alternative für Kunden ist das Internet. Das Problem: Dort gibt es jede Menge Konkurrenz, der sich BU stellen muss. Und da ist man gegen einen gediegen aussehenden Anbieter wie eis.de (war mir komplett neu!) chancenlos.
wurde bei BU einiges. Aber dafür haben sie ja jetzt mit der hypo-vereinsbank kongeniale mitstreiter an bord. die unicredito hat sicherlich dedizierte vorstellungen ;-))
Beate Uhse hat die Entwicklung gnadenlos verschlafen! Und jetzt investiert auch noch eine Bank in dieses marode Unternehmen. Viel zu viele Zwischenhändler, dadurch zu teuer. Und der Onlineshop ruft bei mir gleich wieder dieses 0190-Rotlicht-Image hervor, mit diesem stechenden Rot und den blinkenden Animationen. Sollten sich mal ein Beispiel an eis.de nehmen. Sehr viel günstigere Preise im Shop und ein eher zurückhaltendes Design, bei dem man sich gleich besser aufgehoben fühlt.