Bayer EU-Kommission erlaubt Monsanto-Übernahme unter strengen Auflagen

Monsanto produziert Glyphosat. Auch aus diesem Grund sehen Umweltschützer den Konzern kritisch.

(Foto: picture alliance / Steven Lüdtk)
  • Bayer nimmt eine wichtige Hürde beim größten Zukauf der Firmengeschichte.
  • Um die Zustimmung der Brüsseler Wettbewerbshüter zu bekommen, machte der Konzern umfangreiche Zugeständnisse.

Die EU-Wettbewerbshüter haben die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutproduzenten Monsanto durch Bayer unter strengen Auflagen erlaubt. Bayer habe Zusagen in Höhe von rund sechs Milliarden Euro gemacht, teilte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager mit: "Dadurch wird gewährleistet, dass auf den Märkten für Saatgut, Pflanzenschutzmittel und digitale Landwirtschaft auch nach dem Zusammenschluss Wettbewerb herrscht", sagte Vestager.

Nach den Vorgaben aus Brüssel muss Bayer nun einen Teil seines Geschäfts verkaufen. Überschneidungen zwischen Bayer und Monsanto in den Bereichen Saatgut und Pflanzenschutzmittel müssen beseitigt werden. Unlängst war bereits bekannt geworden, dass Bayers Wettbewerber BASF Teile des Geschäfts der Leverkusener übernehmen will. Bayer und Monsanto dürften die Fusion aber erst vollziehen, "wenn die Kommission die Prüfung des vorgeschlagenen Käufers abgeschlossen hat", heißt es von der Kommission.

Umweltschützer sehen Monsanto kritisch

Bayer hat nun beim größten Zukauf in der Firmengeschichte eine wichtige Hürde genommen. Demnach wollen die Firmen den Zusammenschluss im zweiten Quartal dieses Jahres abschließen. Noch steht aber die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA und Brasilien aus. Beide Länder sind sehr wichtig für die Agrarindustrie. Bayer würde mit der Übernahme in Höhe von 62,5 Milliarden Dollar zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen.

Umweltschützer sehen den Deal kritisch. Gegenüber Monsanto gibt es vielfach Vorbehalte. Das US-Unternehmen stellt neben dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auch gentechnisch veränderte Pflanzen her. Öko-Landwirte und Grünen-Politiker werfen dem umstrittenen US-Unternehmen zudem rüde Geschäftspraktiken vor.

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