Beliebte Bausparverträge Was Bausparer wissen müssen

Wer ein Eigenheim baut, wohnt im Alter mietfrei: Der Staat fördert diese Form der privaten Altersvorsorge, indem er Bausparer unterstützt.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Millionen Deutsche schwören auf hochverzinste Bausparverträge. Immer öfter geraten Bausparkassen mit ihren Kunden darüber in Streit. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von Benedikt Müller

Wenn die Menschen in Deutschland so viel bauen würden, wie sie Bausparverträge besitzen, dann gäbe es wohl bald keinen Mangel mehr an Wohnraum: Etwa 30 Millionen Bausparverträge haben die Deutschen abgeschlossen. Damit gehört Bausparen zu den beliebtesten Formen der Geldanlage. Im Jahr 2015 sind weitere 2,7 Millionen neue Bausparer hinzugekommen, die sich historisch niedrige Zinsen sichern wollen.

Wer dagegen schon seit Jahren Bausparer ist, der denkt zurzeit gar nicht daran, sein Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Vielmehr freut er sich, dass sein Sparguthaben weiter bis zu vier Prozent Zinsen abwirft - eine Rendite, die mit Tages- oder Festgeld längst nicht mehr zu erzielen ist. Viele Bausparkassen kündigen deshalb Altverträge auf. Doch ist das überhaupt rechtens?

Lohnt es sich zurzeit, einen Bausparvertrag abzuschließen?

Wer in ein paar Jahren ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen will, der kann sich mit einem Bausparvertrag schon jetzt eine Finanzierung sichern - zu den aktuellen Konditionen. Für das Darlehen wird dann von der ersten bis zur letzten Rate im Schnitt ein effektiver Jahreszins von nur 1,5 Prozent fällig - selbst wenn die Zinsen zwischenzeitlich steigen sollten. Bis der Bausparer das Darlehen in Anspruch nimmt, zahlt er regelmäßig einen Sparbetrag ein. Dafür erhält er Zinsen, die ebenfalls von Anfang an feststehen.

Zurzeit bieten die Bausparkassen durchschnittlich nur 0,5 Prozent Sparzinsen. "Das Produkt eignet sich deswegen nicht für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. In vielen Fällen sei es besser, die Ersparnisse breit gestreut anzulegen und - wenn man dann bauen will - einen gewöhnlichen Immobilien-Kredit aufzunehmen. "Die Zinsen müssen sich deutlich verändern, damit sich das Ganze lohnt", sagt Nauhauser. Anders sehe das aus, wenn der Bausparer während der Sparphase staatliche Zuschüsse in Anspruch nehme.

Welche staatlichen Förderungen gibt es für Bausparer?

Auf ein Eigenheim zu sparen, ist Teil der privaten Altersvorsorge. Deshalb gewährt der Staat Bausparern beim sogenannten Wohn-Riester bis zu 154 Euro an jährlichen Zulagen. Für Sparer mit jungen Kindern ist die Riester-Förderung noch höher. Außerdem können Vermögenswirksame Leistungen in Bausparverträge investiert werden. Dann gibt der Arbeitgeber jeden Monat etwas dazu, wenn der Beschäftigte in seinen Bausparvertrag einzahlt. Wer ein relativ geringes Einkommen hat, kann Wohnungsbauprämie beantragen. Sobald der Sparer sein Bau- oder Kaufvorhaben umsetzt, schießt der Staat dann für jedes Jahr der Sparphase bis zu 90 Euro dazu.