SZ: Im Deutschland-Plan der SPD spielt die energetische Sanierung eine große Rolle. Das müsste Sie doch zufrieden stimmen.
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Bodner stört sich auch an dem schlechten Ruf der Manager. (© Foto: Reuters)
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Bodner: Alles, was mit energetischer Sanierung zu tun hat, bietet Chancen für die Bauwirtschaft, auch für kleine Unternehmen. Das ist ein Aspekt, der uns an dem SPD-Papier gefällt, ebenso wie das klare Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland. Aber es fehlt in dem Papier auch einiges.
SZ: Was vermissen Sie besonders?
Bodner: Zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und dessen Finanzierung steht nichts im Programm, obwohl das bisher ein wichtiger Schwerpunkt der SPD war. Auch zu den öffentlich-privaten Partnerschaften wird jetzt nichts gesagt, obwohl das von der SPD bisher forciert wurde. Da frage ich mich natürlich, warum das so ist.
SZ: Sie haben als Lobbyist doch sicher die besten Kontakte. Haben Sie bei der SPD mal nachgefragt?
Bodner: Es ist für alle Lobbyisten derzeit schwierig, mitten im Wahlkampf mit den Politikern ins Gespräch zu kommen. Sie sind momentan mit der Bundestagswahl beschäftigt.
SZ: Sind die von der SPD versprochenen vier Millionen neuen Arbeitsplätze bis 2020 realistisch?
Bodner: Mir sind die Grundlagen dieser Berechnung nicht ganz klar geworden. Dass neue Arbeitsplätze entstehen, halte ich für realistisch. Aber man muss dagegenrechnen, in welchen Bereichen Arbeitsplätze wegfallen. Das ist nicht geschehen.
SZ: Die Baubranche klagt seit Jahren über Fachkräftemangel. Hat die Wirtschaftskrise daran etwas geändert?
Bodner: Nein. Bei den Bauingenieuren ist die Zahl offener Stellen größer als die der Arbeitslosen. Das gibt es normalerweise nur in wirtschaftlich guten Zeiten. Auch der Facharbeitermangel ist nach wie vor da. Viele ältere Facharbeiter scheiden aus, dadurch fehlt der qualifizierte Nachwuchs.
SZ: Der Dachdecker muss also mit 67 Jahren doch noch aufs Dach?
Bodner: Nein, das muss er nicht. Aber angesichts der Alterspyramide werden wir länger arbeiten. Die Rentenreform ist richtig. Wir müssen jedoch darüber nachdenken, wie Arbeitsplätze für Ältere gestaltet werden.
SZ: Gibt es entsprechende Gespräche mit der Gewerkschaft IG BAU?
Bodner: Es gibt Gespräche, aber sie gehen über einen allgemeinen Meinungsaustausch nicht hinaus. Wir wollen jedoch strategische Initiativen mit der IG BAU auf den Weg bringen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird. Wir haben traditionell ein gutes Verhältnis zur Gewerkschaft.
SZ: Sie sind sich ja auch beim Mindestlohn einig. Sie haben ihn gerade erst im Tarifvertrag verlängert. Ist der Mindestlohn für Ihre Branche segensreich oder ein notwendiges Übel?
Bodner: Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen können die Arbeitsplätze der Baubranche nur schwer exportiert werden. Die Baubranche ist mit dem Mindestlohn gut gefahren. Sie hat dadurch die schwierige Phase der Verdrängung des Facharbeiters durch osteuropäische Arbeitskräfte bewältigt.
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... kein Dachdecker muss aufs Dach, weil für ihn und alle anderen mit 67 Jahren gilt: mit 67 Jahren wird ein durchschnittlicher Arbeitnehmer 12 Jahre Hartz IV empfangen oder ggf. alles ersparte aufessen müssen - das reduziert grandios die künftige Rente (wenn er sie überhaupt erlebt - von Frust zerfressen) - ist ja doch so eine tolle Idee (tolle - sie kommt ja aus dem Tollhaus) ... und kaum jemand merkt es - die meisten diskutieren fleißig den Schmarren eines Dachdeckers und vergessen dabei, dass es eigentlich für keinen ab 55 (außer Politiker, Beamten und Manager) einen Job geben wird ...
" ... Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen können die Arbeitsplätze der Baubranche nur schwer exportiert werden." Ganz im Gegensatz zu Einzelhandelsverkäufern, Friseuren, Kfz-Klempnern, ...