Baupräsident Herbert Bodner über das Los der Vermieter in Deutschland und die Zukunft der Jobs in seiner Branche.
Seit seinem Amtsantritt hält die Wirtschaftskrise Herbert Bodner, 61, auf Trab. Der Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger ist seit Januar 2009 zugleich Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und hofft, dass die Konjunkturprogramme in seiner Branche bald wirken. Die deutsche Bürokratie stört ihn gewaltig: Die Politik verabschiede immer wieder neue "unnötige" Gesetze, die die Wirtschaft belasteten.
Auch der Bau hat mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen. (© Foto: ddp)
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SZ: Herr Bodner, Sie sind seit einem halben Jahr Baupräsident. Womit wollen Sie sich profilieren?
Bodner: In den vergangenen Monaten war ich vor allem mit den Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise beschäftigt. Da ging es um das operative Geschäft und nicht ums Profilieren. Ich hoffe, dass die Konjunkturprogramme bald greifen, zumal es im Bereich der öffentlichen Infrastruktur einen echten Nachholbedarf gibt. Die Programme für die Bauwirtschaft sind nicht zu vergleichen mit der Abwrackprämie für Altautos. Das ist künstlich erzeugter Bedarf.
SZ: Viele Firmen haben Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen. Gibt es eine Kreditklemme am Bau?
Bodner: Nein. Es ist für die Baufirmen nicht schwieriger, an Kredite zu kommen, als vor einem Jahr. Die Unternehmen befürchten aber, dass es in Zukunft eng werden könnte. Da die kleinen Betriebe - und das ist das Gros - jedoch nicht von den Großbanken, sondern von Sparkassen und Volksbanken versorgt werden, haben sie es bei der Kreditbeschaffung leichter.
SZ: Reichen die Konjunkturprogramme aus, um Jobs zu erhalten?
Bodner: Der Umsatz wird in diesem Jahr nominal um etwa drei Prozent zurückgehen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Arbeitsplätze. Aber eine Entlassungswelle sehe ich nicht. Es ist klar, dass die öffentliche Baunachfrage nicht reicht, um die Umsatzausfälle im privaten Wirtschafts- und Wohnungsbau auszugleichen.
SZ: Die Konjunkturprogramme sind im ersten Halbjahr kaum in Gang gekommen. Woran liegt das?
Bodner: Bauprojekte benötigen einen Vorlauf. Sie müssen genehmigt und ausgeschrieben werden, bevor es an die Umsetzung geht. Das Geld wird auch erst abgerufen, wenn die Rechnung gestellt ist. Im zweiten Halbjahr werden die Konjunkturprogramme aber wirken. 2010 werden sie dann richtig spürbar sein.
SZ: Sie fordern ein spezielles Konjunkturpaket für den Wohnungsbau. Was erwarten Sie konkret?
Bodner: Dass der Wohnungsbau in Deutschland eingebrochen ist, erstaunt uns nicht. Denn in Wohnungen zu investieren ist unattraktiv. Es gibt derzeit keine staatlichen Anreize. Die Eigenheimzulage wurde abgeschafft. Außerdem ist die rechtliche Position der Vermieter sehr schwach.
SZ: Was muss sich ändern, damit der Wohnungsbau attraktiver wird?
Bodner: Man könnte die Abschreibungsbedingungen ändern. Abschreibungszeiten von 50 Jahren sind nicht realistisch. Sie müssen verkürzt werden. Außerdem muss sich im Mietrecht einiges ändern. Es ist uninteressant für einen Vermieter, seine Mietwohnung energetisch zu sanieren. Denn er kann die Investitionen, durch die der Mieter Energiekosten einspart, nur schwer über die Kaltmiete refinanzieren. Das ist schlecht.
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... kein Dachdecker muss aufs Dach, weil für ihn und alle anderen mit 67 Jahren gilt: mit 67 Jahren wird ein durchschnittlicher Arbeitnehmer 12 Jahre Hartz IV empfangen oder ggf. alles ersparte aufessen müssen - das reduziert grandios die künftige Rente (wenn er sie überhaupt erlebt - von Frust zerfressen) - ist ja doch so eine tolle Idee (tolle - sie kommt ja aus dem Tollhaus) ... und kaum jemand merkt es - die meisten diskutieren fleißig den Schmarren eines Dachdeckers und vergessen dabei, dass es eigentlich für keinen ab 55 (außer Politiker, Beamten und Manager) einen Job geben wird ...
" ... Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen können die Arbeitsplätze der Baubranche nur schwer exportiert werden." Ganz im Gegensatz zu Einzelhandelsverkäufern, Friseuren, Kfz-Klempnern, ...