Basler Privatbank Maschmeyer stellt Strafanzeige gegen Sarasin

Ärger in Basel: Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres.

(Foto: Dennis Grombkowski/Getty Images)

Einst waren sie gute Geschäftsfreunde, jetzt ist es mit der Freundschaft aus: Carsten Maschmeyer hat Anzeige gegen die Schweizer Bank von Eric Sarasin erstattet. Die Bank soll verraten haben, in welche Fonds Maschmeyer investiert. Das Problem: Diese Fondsgeschäfte gelten als ziemlich dubios.

Von Klaus Ott

Einst waren sie beste Geschäftsfreunde, der aus Norddeutschland stammende und international agierende Investor Carsten Maschmeyer und der Schweizer Banker Eric Sarasin vom gleichnamigen Geldinstitut in Basel. Als Maschmeyer noch seinen umstrittenen Finanzvertrieb AWD besaß, dem Drücker-Methoden unterstellt wurden, arbeitete er eng mit der Bank in Basel zusammen. Seinen Angaben zufolge hatten Kunden der AWD Schweiz zeitweise mehr als eine Milliarde Euro in Fonds und Depots von Sarasin liegen.

Der prominente Investor und der etablierte Banker schickten sich beste oder gar herzliche Grüße, wenn sie miteinander zu tun hatten. Anfang 2013 noch meldete sich Eric Sarasin sogar aus Kasachstan und vergaß nicht, auch Maschmeyers Lebensgefährtin, der Schauspielerin Veronica Ferres, "alles Gute, Gesundheit und Erfolg" im neuen Jahr zu wünschen.

Mit solchen Botschaften und auch der Freundschaft ist es jetzt vorbei. Maschmeyer hat diese Woche bei der Staatsanwaltschaft in Zürich Anzeige gegen das Geldinstitut aus Basel erstattet, wegen Verletzung des Bankgeheimnisses. Anlass ist ein Report, der vor zwei Wochen im Stern erschien und in dem der vermögende Investor aus dem Norden wegen Kapitalanlagen in Fonds aus Steueroasen heftig attackiert worden war.

Maschmeyer will von den dubiosen Deals nichts gewusst haben

Diese Fonds hatte die Schweizer Bank vermittelt, und nun hegt Maschmeyer den Verdacht, dass von dort ein Teil der Informationen für den Report kam. Das gilt insbesondere für ein im Stern abgedrucktes Dokument aus dem Baseler Institut. Ein Mitarbeiter der Bank hatte diverse Kollegen, darunter Eric Sarasin, Ende 2012 über ein unerfreuliches Gespräch mit Maschmeyer informiert. Der drohe mit rechtlichen Schritten, wenn er sein Geld nicht zurück bekomme.

Maschmeyer hatte hohe Summen in die Fonds gesteckt, die mit schönen Renditen lockten, aber bislang ist das ein Minus-Geschäft. 14 Millionen Euro stehen nach Angaben des Investors noch aus. Die Züricher Strafanzeige ist nur die erste von mehreren, bereits angekündigten Attacken. Eine Anzeige wegen Betrugs und Schadensersatzklagen sollen noch folgen.

Maschmeyer wirft der Bank vor, sie habe ihn nicht darüber informiert, dass die Fonds auf fragwürdigen Steuermodellen beruhten. Diversen Dokumenten zufolge soll es das Ziel der Fonds gewesen sein, mit dubiosen Aktiendeals den deutschen Fiskus auszunehmen. Man habe sich eine auf Dividendenerlöse gezahlte Kapitalertragssteuer mehrmals erstatten lassen wollen. Seitdem die Finanzämter da nicht mehr mitspielen, funktionieren solche Fonds nicht mehr. Maschmeyer und dessen Partner wie Mirko Slomka, Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, wollen von alledem nichts gewusst haben.

Sarasin will die Strafanzeige nicht kommentieren

Ein anderer Großkunde von Sarasin, der schwäbische Drogerie-König Erwin Müller, hat die Baseler Bank schon vor einem Jahr angezeigt und verklagt. Nun folgt Maschmeyer. Der hat sich Gerhard Strate aus Hamburg als Anwalt genommen, einen Mann für große Fälle, zu dessen Mandanten auch schon VW-Patriarch Ferdinand Piëch zählte.

Die Attacke auf Sarasin ist nicht Strates erste Anzeige gegen eine Bank. Der Anwalt ist in den vergangenen Jahren wiederholt gegen die HSH Nordbank vorgegangen und hat erreicht, dass der alte Vorstand des staatlichen Finanzinstituts in einem großem Prozess in Hamburg auf der Anklagebank sitzt.

Sarasin will Maschmeyers Strafanzeige "nicht kommentieren", da es sich um ein laufendes Verfahren handele. Die Baseler Bank hat sich aber wiederholt grundsätzlich zu solchen Fonds und Aktiendeals geäußert. Entweder wurden die Vorwürfe abgestritten. Oder es wurde darauf verwiesen, dass es um Handlungen zu einer Zeit gehe, als Sarasin noch einen anderen Mehrheitseigner gehabt habe. Das soll heißen, es könnten Altlasten sein.