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Bargeld So sieht der neue Fünfziger aus - und das kann er

Der "falsche Fünfziger" ist so geläufig, dass er es sogar zum geflügelten Wort geschafft hat. Und tatsächlich ist der 50-Euro-Schein der meistgefälschte von allen, er macht rund die Hälfte aller aufgefundenen "Blüten" aus.

Optisch und technisch runderneuert

Vor allem deshalb gibt es ab dem 4. April 2017 nun einen neuen echten Fünfziger. Der Schein, der am Dienstag in Frankfurt vorgestellt wurde, ist nicht nur optisch überarbeitet - mit neuer Grafik und intensiveren Farben - sondern auch technisch. Er ist Teil der sogenannten Europa-Serie: Alle Scheine dieser zweiten Generation zeigen an verschiedenen Stellen das Porträt der mythischen Prinzessin Europa. Sie ersetzen seit 2013 nach und nach die ersten Euro-Scheine. Die sind seit mehr als einem Jahrzehnt in Umlauf - genug Zeit für Kriminelle, an Fälschungen zu tüfteln. Entsprechend hatte das Bundeskriminalamt zuletzt gemeldet, dass die Zahl der Falschgeld-Delikte deutlich zugenommen hatte. Der "falsche Fuffziger" wurde in Deutschland im Jahr 2015 besonders oft aus dem Verkehr gezogen, wie diese Statistik in absoluten Zahlen zeigt:

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Häufigster Schein

Der Fünfziger ist der am häufigsten verwendete Euro-Schein, 45 Prozent des Bargelds entfallen laut EZB auf diese Stückelung. Der neue Schein trägt nun, wie auch die anderen Europa-Euro-Scheine, eine Reihe neuer Sicherheitsmerkmale: Der Wert des Scheins ist beispielsweise in Form einer "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, welche die Farbe wechselt, sobald der Schein gegen das Licht gekippt wird. Eine ganz neue Hürde für Fälscher kam bereits mit Einführung der neuen 20-Euro-Note im vergangenen Jahr hinzu: In das Hologramm des Scheins ist ein Fenster mit dem Europa-Porträt eingearbeitet, das durchsichtig wird, sobald die Note gegen das Licht gehalten wird. Auch der neue Fünfziger wird ein solches Fenster haben.

Schnelle Umstellung

Der neue Schein kommt ab dem 4. April 2017 aus den Geldautomaten, bis dahin können sich Banken, Händler und Automatenhersteller auf den Schein vorbereiten. Die alten Scheine behalten auch anschließend ihre Gültigkeit. Sie werden allerdings nach und nach aus dem Verkehr gezogen und vernichtet - und das relativ rasch: Schon knapp zwei Monate nach der Einführung des 20-Euro-Scheins gehörte jede zweite Note in den Portemonnaies zur neuen Serie, nach vier Monaten waren es bereits rund 85 Prozent. Ähnlich schnell dürfte also auch der jetzige Fünfziger aus den Geldbörsen der Europäer verschwinden.

Was der Schöpfer des 500ers zu seiner Abschaffung sagt

Der Österreicher Robert Kalina entwarf die erste Serie der Euro-Scheine. Nun wird die 500-Euro-Note abgeschafft. Für ihn geht damit ein Stück Freiheit verloren. Interview von Jan Schmidbauer mehr ...
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