Nach dem Steuerskandal um Postchef Zumwinkel sorgt sich der Liechtensteinische Bankenverband um seinen Ruf. Geschäftsführer Michael Lauber hofft auf seriöse Kunden.
Michael Lauber (42), Geschäftsführer des Liechtensteinischen Bankenverbandes, nimmt Stellung zum Steuerskandal. Der Schweizer Staatsbürger war in seiner Heimat als Richter, Ermittler und Anwalt tätig und bekämpfte dort die Organisierte Kriminalität.
Hofft auf seriöse Kunden: Michael Lauber ist Geschäftsführer des Liechtensteinischen Bankenverbandes. (© 98)
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SZ: Herr Lauber, welche Folgen haben die Ermittlungen für den Finanzplatz Liechtenstein? Ist der Ruf jetzt ruiniert?
Michael Lauber: Wir schauen sehr genau hin, ob jetzt ein Imageschaden eintritt. Die Ermittlungen und deren Zeitpunkt sind für uns sehr unangenehm. Wir hoffen nicht, dass die vielen seriösen Kunden unserer Banken dadurch verunsichert werden und dass deren Vertrauen verloren geht. Wir haben von uns aus seit Jahren Reformen umgesetzt, um etwa die Geldwäsche zu bekämpfen. Und wir erfüllen die internationalen Vorgaben für Finanzgeschäfte.
SZ: Warum ist der Zeitpunkt der Ermittlungen so unangenehm?
Lauber: Weil wir das Gefühl hatten, selbst die Initiative zu einer guten internationalen Zusammenarbeit ergriffen zu haben und weil diese Gespräche aus unserer Sicht sehr gut laufen. Wir glauben, auf einem guten Weg zu sein, da ist ein solcher Fall natürlich sehr unangenehm. Der neue Weg zu mehr Offenheit und Kooperation ist ja innerhalb des Landes nicht unumstritten, da müssen wir auch Mehrheiten im Parlament finden. Im Frühling diesen Jahres soll beispielsweise das Stiftungsrecht reformiert werden.
SZ: Vor dem Ruf, ein Versteck für Schwarzgeld zu sein, kann Liechtenstein auf Dauer schlecht leben.
Lauber: Wir werden berechtigter Kritik aus dem Ausland sicher Rechnung tragen. Uns geht es um eine gute Eingliederung in Europa. Wir haben das Schengener Abkommen bereits parafiert und arbeiten auch anderweitig gut zusammen.
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