Bankenkrise in Zypern Regierung erhöht Zwangsabgabe deutlich

Reiche in Zypern sollen für die Bankenrettung im Notfall deutlich mehr bezahlen als erwartet. Wer mindestens 100.000 Euro bei der Bank of Cyprus liegen hat, soll einem Agenturbericht zufolge davon nun fast die Hälfte abgeben.

Zur Abwendung der Staatspleite Zyperns werden die Kunden der Bank of Cyprus offenbar noch stärker zur Kasse gebeten als bisher bekannt. Zypern und seine internationalen Geldgeber hätten sich auf eine Zwangsabgabe von 47,5 Prozent für vermögende Kunden der Bank geeinigt, verlautete am Sonntag aus Bankenkreisen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Dies wäre mehr als zwischen dem krisengeschüttelten Euro-Land und seinen Kapitalgebern im März zunächst vereinbart wurde: Demnach sollten Guthaben von mehr als 100.000 Euro, die bei der Bank of Cyprus deponiert waren, zu 37,5 Prozent in Aktien der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent wurden vorübergehend gesperrt.

Die Belastung reicher Sparer in Zypern war in der Euro-Schuldenkrise ein Novum. Die Beteiligung von Vermögenden war in den zähen Verhandlungen zur Stabilisierung des Landes die Gegenleistung für die zehn Milliarden Euro schweren Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Die Parlamentarier hatten im März mit großer Mehrheit einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der von 2016 an nur Einlagen bis zu 100.000 Euro schützt.

Zunächst sollten die finanziellen Löcher auch mit dem Geld von Konten mit weniger als 100.000 Euro gestopft werden. Diese Lösung hätte jeden zyprischen Kontoinhaber direkt betroffen.

Nach Protesten nahmen die internationalen Geldgeber die Regelung zurück. Nur Großanleger wurden beteiligt, die größte Bank des Landes verkleinert, die zweitgrößte dichtgemacht. Die Banken der Inselrepublik hatten sich unter anderem mit griechischen Staatsanleihen massiv verspekuliert.