Hilfen in Anspruch nehmen - und trotzdem gute Zinsen zahlen? Finanzminister Steinbrück will verhindern, dass angeschlagene Banken Geld an Investoren ausschütten.

Künftig soll die Finanzaufsicht Bafin die Ausschüttung "aller Eigenmittelbestandteile verbieten können, die am Verlust teilnehmen", heißt es laut Handelsblatt in einem Schreiben des Finanzministeriums an den Finanzausschuss zum Thema "Reform der Bankenaufsicht".

Peer Steinbrück, dpa

Will verhindern, dass die Banken Hilfen in Anspruch nehmen - und die Investoren beschenken: Peer Steinbrück (SPD) (© Foto: dpa)

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Um die privaten Investoren nicht zu verlieren, haben hochdefizitäre Banken dem Bericht zufolge für das Geschäftsjahr 2008 Ausschüttungen auf stille Einlagen und Genussrechtskapital in dreistelliger Millionenhöhe vorgenommen - und das, obwohl sie häufig nur mit staatlichen Hilfspaketen gerettet werden konnten.

Üppige Ausschüttungen bei Commerzbank und HSH

Bei der Commerzbank habe sich der Bund beispielsweise mit stillen Einlagen in Höhe von 16,2 Milliarden Euro beteiligt. Das Institut sei zudem tief in die roten Zahlen gerutscht - trotzdem schüttet es nach Angaben des Handelsblatts 260 Millionen Euro an private Kapitalgeber aus.

Eine Summe in gleicher Höhe schütte die HSH Nordbank aus, die einen Verlust von knapp drei Milliarden Euro schreibe.

"Dem Steuerzahler ist es wirklich nicht zuzumuten, wenn staatlich alimentierte Banken auch noch Ausschüttungen an private Investoren vornehmen", kritisierte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Hans-Ulrich Krüger, in der Zeitung diese Ausschüttungspraxis.

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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/hgn/tob)