Weil Schaeffler die Banken zu einem Stillhalteabkommen bewegen kann, läuft bei Conti nichts mehr ohne die Franken. Der neue Eigentümer wird für Conti noch unbequemer.
Die Schaeffler-Gruppe hat es also doch geschafft. Die Einigung mit den Gläubigerbanken auf ein mittelfristiges Finanzierungskonzept für die Übernahme der Continental AG ist für beide Unternehmen weit mehr als eine Randnotiz.
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Schaeffler-Mitarbeiter demonstriert vor der Commerzbank-Filiale in Erlangen für den Erhalt seines Arbeitsplatzes. Das Unternehmen hat nun finanziellen Spielraum gewonnen. (© Foto: dpa)
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Für Schaeffler kommt sie einem Durchbruch gleich. Denn mit dem jetzt festgeschriebenen Konzept herrscht Planungssicherheit. Schaeffler muss nicht mehr fürchten, dass die Banken unvermittelt den Kredithahn zudrehen.
Dadurch gewinnen die Franken wertvolle Zeit. Die Ruhe an der Kapitalfront ermöglicht es, sich ganz auf das Zusammenführen von Conti und Schaeffler zu konzentrieren.
Tag der Abrechnung um Jahre hinausgeschoben
Das heißt auch, neue, gemeinsame Produkte zu entwickeln, mit denen man nach dem Ende der Automobilkrise vom Aufschwung profitieren will.
Wenn das gelingt, kommt Geld in die Kasse, mit dem man wiederum die Kredite zurückzahlen kann. Das ist die rein finanzielle Seite. Die andere ist, dass Maria-Elisabeth Schaeffler und Georg Schaeffler damit nicht fürchten müssen, kurzfristig auf Druck der Banken ihre Conti-Anteile und schlimmstenfalls auch ihr Familienunternehmen zu verlieren.
Der Tag der Abrechnung wurde um mehrere Jahre hinausgeschoben. Damit sind die Schaefflers in ihrem Handeln freier geworden. Vorige Woche erst haben sie ihre personellen Vorstellungen für die Conti-Spitze weitgehend durchgesetzt.
Dies und das jetzt erzielte Stillhalteabkommen mit den Banken bedeutet, dass die Franken ihre Macht bei Conti gefestigt haben. Ohne sie läuft dort nichts mehr. Die Frage ist nur, ob man die neuen Machtverhältnisse in Hannover akzeptiert oder den ungeliebten Eigentümer Schaeffler weiter bekämpft. Das wäre für Conti nun fataler als für Schaeffler.
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(SZ vom 19.08.2009/pak)
Demonstrationen in Hamburg
Mir ist es unverständlich, dass hier unentwegt ein Kampf Conti gegen Schaeffler herbeizitiert wird. Es gibt, oder vielmehr gab, Einzelpersonen mit hervorragenden Pressekontakten, die offentsichtlich ihren Einfluss bei Conti durch Schaeffler gefährdet sahen. Das war zum einen Ex-Vorstandschef Neumann, der die geänderten Eigentümerverhältnisse nicht wahrhaben wollte. Zum anderen sieht sich Niedersachsens Ministerpräsident Wulff als der mächtigste Strippenzieher der deutschen Autoindustrie und kann es nicht fassen, wenn andere Akteure den Ton angeben.
In trauter Allianz fuhren die beiden Herren alle erdenklichen Geschütze auf, um die wirtschaftlich nicht nur sinnvolle sondern in Anbetracht der Krise auch notwendige Fusionierung von Schaeffler mit Conti zu torpedieren. Dabei schossen sie so sehr über das Ziel hinaus, dass sie sogar die Finanzsituation Contis als übertrieben gefährdet darstellten. Die Rechnung muss nun Conti in Form von überteuerten Krediten, infolge eines Downgradings bei den wichtigsten Ratingagenturen, tragen.
Neumann musste die Konsequenzen bereits durch seine Abwahl als Vorstandschef tragen. Schade, dass Wulff dieses Schicksal als Ministerpräsident erst in paar Jahren ereilen kann.
Die feindliche (heimlicher Kauf von Conti Aktien) Übernahme der Conti AG durch die Schaefflers ist durchfinaziert.
Was die Medien dank des Bankgeheimnisses für super Reiche nicht berichten können, ist die Tatsache, dass die Banken, vorne weg, die Commerzbank (vor kurzem noch mit Staatsknete vor der Pleite geredet) nochmals Staatsknete erhalten hat um es der Familie Schaeffler in Form eines Darlehens, weiter zu reichen.
Aufgrund des Pelzmantelsauftritts von Fr. Schaeffler und der damit verbunden Aufregung in der Bevölkerung konnten die Verantwortlichen, insbesondere in der neoliberalen SPD Bande Steinmeier und Steinbrück keine direkte Finanzierung der Schaefflers mehr leisten. Unter dem Deckmantel der Commerzbank, ist der neoliberalen SPD Bande gelungen, das Spekulanttentum durch zu finanzieren.
Wider mal mit im Boot Gewerkschaften und Betriebsräte.
Auch die Arbeitnehmer sind bei der Finanzierung mit im Boot. Nämlich mit einem Sparprogramm damit die Zinsen des Spekulanttentums finanziert werden können.