Die Autohersteller finanzieren zwei Drittel aller Neuwagen über ihre Banken. In der Kreditkrise schielen sie nun auf das Rettungspaket des Staates. Bekennen tun sie sich dazu aber noch nicht.
Eigentlich war der staatliche Rettungsschirm für die Kreditwirtschaft und nicht für die Autoindustrie gedacht. Doch fast alle Autokonzerne besitzen Banken und sind damit auch Privatbankiers.
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Beim Gebrauchtwagenhändler: Die Absatzzuwächse der vergangenen Jahre wären ohne die Finanzierungen der Autobanken nicht denkbar gewesen. (© Foto: AP)
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Sie prüfen nun, wie weit sie von den Segnungen des Staates profitieren können. Am weitesten wagte sich bisher BMW aus der Deckung: Man dürfe Vorteile von Wettbewerbern durch Hilfspakete nicht einfach hinnehmen und müsse, falls die Konkurrenten es tun, ebenfalls unter den Schirm schlüpfen. Das sei man schon seinen Aktionären schuldig, teilte das Unternehmen mit.
Bei BMW legt man großen Wert darauf, dass es nicht um eine Stützung der konzerneigenen BMW Bank gehen würde. Deren haftendes Eigenkapital sei ausreichend. "Unsere BMW Bank hat ja überhaupt kein Problem", sagt ein Sprecher des Konzerns.
Es geht um hohe Beträge
Von Interesse für BMW könnte es allerdings sein, wenn der Staat für Anleihen des Unternehmens als Gewährsträger auftreten würde. Staatsgarantien würden sich auf BMW-Anleihen genauso auswirken wie ein besseres Konzernrating: Die Refinanzierung würde billiger. Das gilt sowohl für Deutschland als auch für die USA. Dort prüft BMW ebenfalls, wie weit das staatliche Konjunkturprogramm genutzt werden kann. "Wir wollen Wettbewerbsnachteile vermeiden", sagte BMW-Vorstand Friedrich Eichiner während einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.
Dabei geht es um hohe Beträge. BMW hatte Ende September Finanzschulden von 53,1 Milliarden Euro. Ein nicht unwesentlicher Teil davon ist kurzfristiger Natur.
Die Darlehen müssen also innerhalb von zwölf Monaten getilgt oder aber verlängert werden - etwa durch Anleihen an den Kapitalmärkten. Die höheren Kosten der Refinanzierung schlugen bei BMW bereits zu Buche. Im Geschäft mit Finanzdienstleistungen machte der Konzern im dritten Quartal vor Steuern 17Millionen Euro Verlust - vor einem Jahr waren es noch 191 Millionen Euro Gewinn.
Ohne Autos gibt es keine Autobanken
Der Bereich Finanzdienstleistungen musste sich allein in diesem Quartal mit 232 Millionen Euro an der Risikovorsorge des Konzerns für Kreditausfälle und Restwertrisiken beteiligen. Der Konzern verbuchte dafür insgesamt 342Millionen Euro; für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres waren es damit etwas mehr als eine Milliarde Euro.
Diese Aufteilung der Risikovorsorge innerhalb von BMW ist allerdings eher feinsinniger Art. Denn tatsächlich sind das Industriegeschäft mit den Autos und die Finanzdienstleistungen nicht voneinander zu trennen.
Ohne Autos gibt es keine Autobanken, und ohne Autobanken würden viel weniger Autos verkauft werden. Bei BMW brachte der Finanzbereich 2007 zudem ein Fünftel des Konzerngewinns. Nach Schätzungen des unabhängigen Anbieters Leasetrend werden zwei Drittel aller neuen Autos finanziert, die Hälfte davon über Leasingverträge.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, warum die bislang so lukrativen Finanzdienstleistungen den Autokonzernen nun hohe Verluste bescheren könnten.
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Aha.
Das war der Grund.
Warum die Banken den Anlegern ihr Geld nicht zurücküberweisen.
VW Bank regelmässig zu Anlegern, der ihr Geld zurück wollten:
Moment, da muss ich verbinden...
Da geht keiner dran, da kann ich nix machen. Leider.
BMW:
Leider ist unser Server kaputt - wir haben keinen Zugriff auf Ihre Kontodaten.
Nach 14 Tagen wird dann so langsam mal das Geld aufs Referenzkonto überwiesen.
Aber nur, wenn man sich schriftlich beschwert...
Zitat: "Denn die Restwerte für die über Leasing an die Kundschaft gebrachten Autos waren sehr hoch angesetzt."
Ganz ehrlich, was hat das mit der Finanzkrise zu tun? BMW hat also seine Kapitalwerte nicht in der erforderlichen Höhe abgeschrieben. Wie man das als Aktionär werten sollte würde ich gerne wissen. Wollte sich da wer besser stellen, als er war?
Grundsätzlich scheint mir das Problem hier eher Hausgemacht als global verursacht. Es scheint ja schon länger bekannt gewesen zu sein, dass die Buchwerte mit dem tatsächlichen Erlös nicht übereinstimmen. Leasing löst offensichtlich das Problem der Mondpreise für Autos nicht, sondern verschiebt es nur. Am Ende zeigt sich dann doch wieder, dass der Markt die Preise nicht hergibt.
Was zeigt sich denn hier auf?
BMW hat laut diesem Bericht ca. 51. Mrd. Euro Finanzschulden?
BMW veröffentlicht seit Jahren Milliardengewinne und hat im Jahr 2007 einen Umsatz von ca. 56 Mrd. Euro (!!) weltweit erzielt.
Heißt das, das der Konzern incl. aller (ausgelagerter) Tochtergesellschaften 51 Mrd. Verbindlichkeiten hat?
Zitat: "Nach Schätzungen des unabhängigen Anbieters Leasetrend werden zwei Drittel aller neuen Autos finanziert, die Hälfte davon über Leasingverträge.
Wie wäre es denn, wenn die Neuwagenkäufer einfach mal einen Gang runterschalten würden (Downshifting, neuer Trend aus den USA), und statt der Prestigeträchtigen 5er-Limousine (oder Audi A6), einfach auf ein kleineres Modell zurückzugreifen, was man dann aber Bar(!) bezahlen könnte.
Aber halt, nein, das geht ja nicht! Mit einem kleinen Automobil kann man ja keinen Eindruck schinden auf unseren Straßen :-), und darum geht's ja den Fahrern der bayerischen, bzw. schwäbischen Marken hauptsächlich.
Notfalls wird dann halt beim Essen gespart, um die Raten abstottern zu können...
Ohne Autos gibt es keine Autobanken, und ohne Autobanken würden viel weniger Autos verkauft werden.
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Seit wann ist es verboten sein Auto über eine "normale" Bank oder eine freie Leasinggesellschaft ,bspw. Grenke, zu finanzieren? Wie hoch ist denn tatsächlich der Anteil der Autobanken am Finanzierungsgeschäft?