Quelle? Nein danke! Commerzbank, BayernLB und die Valovis-Bank strecken dem Konzern kein Geld mehr vor. Kurz vor dem Ausverkauf gerät das Unternehmen nun mächtig in die Bredouille.
Wenige Tage vor Beginn des Ausverkaufs droht sich die finanzielle Lage beim insolventen Versandhaus Quelle erneut massiv zuzuspitzen. Die mit der Finanzierung des laufenden Geschäfts betrauten Banken Valovis, Commerzbank sowie die Landesbank BayernLB haben nach Informationen der Süddeutschen Zeitung abrupt ihr Engagement beendet. "Mit Bekanntgabe der Liquidation von Quelle am Abend des 19. Oktober war für uns Schluss", bestätigte Valovis-Vorstandschef Robert Gogarten.
Die Commerzbank, Valovis sowie die BayernLB haben ihr Engagement bei Quelle beendet - so kommt der Konzern massiv in Bedrängnis. (© Foto: AP)
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Nun drohen schwerwiegende Folgen: In einem Schreiben an mehrere Lieferanten, das der SZ vorliegt, heißt es, das bisherige Engagement der drei Banken über ein sogenanntes Factoring-Konstrukt sei "für die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes existenziell". Dadurch, dass die Geldhäuser dieses nun ähnlich wie bereits einmal im Juni gestoppt haben, werde Quelle "absehbar in eine sehr kritische Liquiditätssituation geraten". Der Insolvenzverwalter prüfe daher, ob er einen Antrag auf Masseunzulänglichkeit beim Insolvenzgericht stellen müsse.
Ausverkauf beginnt Anfang November
Auch werde "geprüft, ob die laufenden Bestellungen bezahlt werden können". "Dieses Schreiben wurde rein vorsorglich verschickt", sagte der Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.
Die Insolvenzverwaltung teilte außerdem mit, dass Anfang November bei Quelle der Ausverkauf der übrig gebliebenen 18 Millionen Waren beginnt. Der Verkauf werde weitgehend über das Internet erfolgen, aber auch über die Quelle-Technik-Center. Dem Vernehmen nach soll bis Montag feststehen, welche Produkte mit welchen Rabatten verkauft werden. Die Hälfte der Ware besteht aus Bekleidung. Voraussetzung für den Abverkauf ist, dass der Transport der Ware von den Lägern zu den Verkaufsstellen gesichert ist. Hier scheint es nach SZ-Informationen jedoch Probleme zu geben.
Unbestätigten Angaben aus Firmenkreisen zufolge hat die Post-Tochter DHL zeitweise den Transport von Quelle-Paketen eingestellt. Dabei spielen hohe Rechnungen für DHL-Leistungen eine Rolle, die Quelle bislang nicht bezahlt hat. Für den Ausverkauf werden nach Angaben des Insolvenzverwalters fast 4300 Quelle-Mitarbeiter bis auf weiteres benötigt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 2100 Beschäftigte bereits zum 1. November arbeitslos werden.
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(SZ vom 30.10.2009/tob)
Quelle wird in DE dichtgemacht und jetzt beginnt die Schnäppchenjagt.
2010 wird 'New Quelle' eröffnet (aber in China) :)
Die hier entlassenen Mittarbeiter sind doch 'flexibel' und können doch nach China umziehen und dort als 'Wanderarbeiter' für chinesische Löhne arbeiten. Das wurde doch in der 'Agenda2010' immer gefordert!
(ironie off)
Pecunia non olet
Ich war mal vor langer Zeit der Meinung, ein IV wäre Anwalt der Gläubiger. Dazu gehören dann z. B. auch die Mitarbeiter. Davon bin ich längst geheilt.
Auch die Meinung, ein IV hat die Aufgabe, was im Gesetz steht möglichst gut zu machen, mag sich zwar nett anhören, aber wenn er (und nur er!) feststellt, dass ein Unternehmen nur noch liquidiert werden kann, dann hat er praktisch freie Hand. Ab dem Zeitpunkt steht nur noch Gott über ihm, denn es gibt nahezu keinen nennenswerten Paragraphen, der ihn zu etwas nötigen oder ihn an etwas hindern kann.
Man mag ihm tausend Fehler vorwerfen, ihn wird es jedoch nicht daran hindern, so zu verfahren, wie er meint, verfahren zu müssen.
Alle Unternehmen, ob Banken, Lieferanten und sonstige Geschäftspartner wissen das und werden einen Teufel tun, gutem Geld noch schlechtes hinter her zu werfen. Jeder wird versuchen für sich zu retten, was zu retten ist und darüber hinaus, wenn er Profit aus der Insolvenz schlagen kann, das auch tun. Da gibt es keine Rücksichtnahme mehr. So bedauerlich das ist, aber das ist die Situation jetzt bei Quelle und dass es soweit gekommen ist, ist letztlich nicht die Schuld des IV, sondern des- oder derjenigen, die das Unternehmen so weit gebracht haben.
Den IV wird es sowieso kaum kratzen, wenn ihn jetzt jemand mit (moralischer) Schuld beladen will. Er ist 69 und spätestens mit diesem Fall sowieso saniert.
Oha - die Wahl ist vorbei und die BayernLB stellt Zahlungen ein. Was für ein Zufall.
... aber nicht als "Vermasseln" ansehen: 12 Millionen abkassieren für NIX ...
Der Ausverkauf ist doch schon fast vorbei! ! Was ist denn das für ein Journalismus?
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